AW: Adenokarzinom inoperabel
Hallo Ihr Lieben,
nun ist seit Freitag ja hier richtig viel geschrieben worden, so dass ich heute morgen zunächst schon mit lesen voll beschäftigt war.Ich blätter gewöhnlich morgens etwas im Forum, wenn ich den PC anstelle und abends vor dem Abschalten.
Wie es mir geht? Nach dem unerfreulichen CT vor drei Wochen und der Beerdigung meiner Mutter, die am folgenden Tag hochbetagt nach langer Pflegebedürftigkeit und zwei Jahren völliger Demenz im Pfegeheim über zwei Wochen letzendlich an einer Lungenentzündung offensichtlich schmerzlos und mit sich und der Welt im Reinen gestorben ist, bin ich schon in ein ziemlich schwarzes Loch gefallen.
Aber Regina, Du schreibst so treffend: irgendwas hilft immer, bei mir z.B. tagsüber das Gefühl, Mann und Kindern, die es mit der Situation ja auch verdammt schwer haben, eine gewisse Contenance zu schulden, nachts heulen, gute Romane, manchmal auch schlechtes Fernsehprogramm und viel Vanillepudding mit Sahne. Gegen Schmerzen durch gebrochene Rippen helfen Opiate und Hustenblocker, gegen opiatbedingte Übelkeit (wahrscheinlich ähnlich wie bei Zytostatika) MCP Tropfen und Vomex Zäpfchen,gegen Vomex-Müdigkeit Kaffee, bei hinreichendem Humor läßt sich die Reihe beliebig fortsetzen...
Was wirk-
lich auch hilft, ist das Lesen hier und die Erkenntnis, dass andere Betroffene oft ganz ähnliche Probleme haben.Das war für mich anfangs bei unregelmäßigem Querlesen nicht so klar - ich hatte in der ersten Zeit des Lesens sogar mal die Vermutung, ich sei im Gute-Laune- Forum der Industrie gelandet...., und habe auch deshalb gezögert, mich hier anzumelden.
Was Reisen anbelangt, ist auch meine Entdeckungslust seit der Erkrankung schwer gebremst und es kommen nur noch Orte in Betracht, die wir kennen und die uns früher gut gefallen haben. Über Ostern fahren wir praktisch in die 2. Heimat an einem See in Süddeutschland, die wir seit 25 Jahren für die Zeit nach der Arbeit herrichten, gut essen, lesen, Verwandte und Freunde treffen....An sich würde ich trotz allem gern nochmal in einen uns ebenfalls gut bekannten Ort am frz. Mittelmeer fahren/fliegen. Wir haben das im letzten Jahr dreimal gemacht und sehr genossen,aber nun zögere ich, weil ich meinem Mann nicht zumuten möchte, mich im Ausland u.U. in einer Situation begleiten zu müssen, die ich in umgekehrter Konstellation nicht erleben möchte.
Und jetzt muß ich blitzartig wieder unter die Decke .Habe heute zum erstenmal im Leben Cortison bekommen wegen einer plötzlich aufgetretenen Hautallergie -eine große Flasche- und war nach dem was ich hier gelesen habe voller Hoffnung, dass danach der große Aktivitätsschub kommt. Weit gefehlt, der Juckreiz ist zwar weg, dafür habe ich den gesamten Nachmittag auf dem Sofa verschlafen und bin schon wieder müde.
Allen eine gute Woche und nicht vergessen: irgendwas hilft immer....
Liebe Grüße AK
P.S. Christel, auch ich habe mich über das, was ich von Christina- unbekannterweise- gelesen habe, sehr gefreut und sehe die Sache genauso wie Du. Ansprechen mag ich es bei meinen Mann nicht, andererseits weiß ich nicht, ob nicht doch eine gewisse Andeutung eines Tages hilfreich sein könnte
- aufschreiben?,oder mischt man sich da vielleicht in Dinge, die zuweit gehen?
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