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Alt 17.03.2008, 23:34
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Linnea Linnea ist offline
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Registriert seit: 18.07.2007
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Standard AW: Erfahrungsaustausch

Hallo Ihr Lieben,

heute hatte ich mein Abdomen-CT und durfte gleich im Anschluß erfahren, daß alles "einwandfrei" aussieht. Das heißt: was den EK angeht bin ich in Remission und somit in der Nachsorgephase angekommen!!!

Was mein Lymphom betrifft, so bin ich leider noch nicht ganz aus dem Schneider, da der Hämatologe zwei Lymphknoten in der Nähe der Exstirpationsnarbe aufgespürt hat, die er für kontrollbedürftig hält. Sie sind nur leicht vergrößert, es könnte also alles ganz harmlos sein, aber da ich den Hodgkin nunmal habe, ist klar, daß dort lieber einmal zuviel geguckt wird, bevor das Wort Remission ausgesprochen wird. In drei Wochen soll ich nochmal vorbeikommen...

Es sieht also soweit alles ganz gut aus... trotzdem fällt es mir zur Zeit schwer mich angemessen darüber zu freuen, denn ich habe sehr schlechte Nachrichten von meinen Eltern bekommen: Sie hatten vor wenigen Tagen einen Urlaub bei Verwandten in den USA angetreten. Daß der Flug für meinen Vater, der infolge eines Unfalls seit über 40 Jahren Rückenprobleme hat, belastend war, verwunderte niemanden. Aber als dann nach Tagen keine Besserung eintrat und er unter extremen Schmerzen litt, die sich auch mit hochdosierten Schmerzmitteln kaum mindern ließen (sie waren im Hause eines Mediziner-Verwandten), wurde ein Rücken-MRT gemacht, das Knochenmetastasen zeigte. Nachdem mir zuerst übermittelt wurde, daß es sich um Metastasen am 4. Lendenwirbel handele, weiß ich nun, daß die ganze Wirbelsäule betroffen und von L4 nichts mehr übrig ist. In der vergangenen Nacht sind meine Eltern aus den USA zurückgekommen und mein Vater wurde direkt vom Flughafen ins Krankenhaus gebracht, wo nun der Primärtumor aufgespürt werden soll.

Mein Mann wird mit den Kindern ab Donnerstag einer Einladung folgen und Ostern und die darauffolgende Woche in der Schweiz verbringen. Im selben Zeitraum werde ich zu meiner Schwester fahren, die ganz in der Nähe meiner Eltern wohnt, so daß ich meine Eltern und Geschwister treffen kann. Wundert Euch also nicht, wenn ich mich selten bis gar nicht melden werde: meine Schwester hat keinen Internetanschluß zuhause.

Entschuldigt bitte, daß ich nun so ausführlich davon erzählt habe. Mir geht diese Nachricht so wahnsinnig unter die Haut, daß die Tatsache, daß ich in Remission bin, noch gar nicht richtig bei mir ankommen kann...

Seid ganz lieb gegrüßt von
Eurer Linnea
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Einen Menschen zu lieben heißt:
Ihn zu sehen wie Gott ihn gemeint hat.
Liebe ist das Geheimnis der Brotvermehrung.
- Christine Busta -
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