AW: Genuntersuchung
Hallo Katrin,
ich war letzten Monat in der Uni-Klinik Köln mit meiner Mutter. Beide hatten wir BK (sowie weitere weibliche Familienangehörige die leider schon verstorben sind). Meine Mutter wurde aber nur untersucht und ich nicht. Uns wurde das so erklärt. Wenn bei ihr dieser Gen auftritt, dann werde ich diesen auch haben. Also werde ich erst untersucht, sobald ihr Ergebnis vorliegt (ca. 6 Monate).
Ich habe selbst eine 9-jährige Tochter. Mir ist auch nicht wohl bei dem Gedanken gewesen. Aber es sieht so aus, dass wahrscheinlich meine Mutter und ich in dieses "Programm" aufgenommen werden. D.h. ich müsste 2-3 mal im Jahr dort hin. Dort werden dann Untersuchungen durchgeführt, die von den Krankenkassen nicht mehr getragen werden. Dient einerseits zur Früherkennung, falls was nachkommen sollte. Die wiederum Profitieren von den Ergebnissen und können mit diesen arbeiten. Sollte innerhalb der Familie (die im Ausland lebt) etwas bösartiges auftauchen, werden diese die Möglichkeit haben sich mit der Uni-Klinik in Verbindung zu setzen, so das Daten ausgetauscht werden können. Vielleicht ist es dann ein Vorteil für sie.
Im Hinblick auf meine Tochter wurde mir gesagt, das sie, wenn sie möchte, ab dem 18 bzw. 25 Lebensjahr die Möglichkeit hat, auch an diesem Programm teilzunehmen. Bis dahin ist ja noch Zeit. Ob ich das meiner Tochter dann immer noch anraten werde, kann ich nicht sagen; insbesondere stellt sich hier die Frage, ob das psychisch sinnvoll ist oder soll sie lieber die "Jugend" bzw. die Zeit als junge Erwachsene geniessen. Und wie wird sie damit klarkommen? Aber andererseits habe ich das Gefühl, dass ihr damit Türen geöffnet werden im Hinblick auf Früherkennung, die wahrscheinlich im normalfall geschlossen bleiben. Ob sie sie dann nutzt, ist die andere Seite. Es ist nicht einfach. Aber ich habe das Gefühl, alles mögliche gemacht zu haben, um sie zu "beschützen" (ich weis nicht wie ich es sonst ausdrücken soll).
Wie auch immer, der Gang zur Klinik ist nicht einfach und ich war wieder kurzzeitig leicht Depressiv. Aber es war, das ist nur meine persönliche Meinung, schon der richtige Weg.
Wenn man sich nicht sicher ist, kann man dort auch mehrere Gespräche führen, vielleicht hilft es ja, eine Entscheidung zu finden.
Ich wünsche Dir und deinen Kindern alles Gute und lass Dir bei der Entscheidung Zeit.
Liebe Grüsse
Silvia
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