Hallo Mädels,
leider ist dieser Thread in der letzten Zeit ins Hintertreffen geraten. Eure Sorgen und Nöte und die vielen schlechten Nachrichten sind sicherlich der Grund dafür und ich kann das auch gut verstehen.
Trotzdem glaube ich, daß es gerade in solchen Zeiten sehr wichtig ist, Ablenkung durch schöne Erlebnisse zu haben.
Vielleicht denkt ihr, ich kann gut reden, weil es mir ja gut geht. Seit fast 2 Jahren ist bei mir alles in Ordnung und ich fühle mich gut, bis auf Kleinigkeiten, mit denen ich aber recht gut zurechtkomme.
Trotzdem war der EK bis vor kurzer Zeit sehr wichtig für mich und hat doch irgendwie mein Leben bestimmt. Beim Aufwachen war mein erste Gedanke an die Krankheit und beim Einschlafen war es mein letzter Gedanke. Den ganzen Tag habe ich immer wieder in mich hineingehorcht und mich gefragt, ob alles in Ordnung ist.
Erst als ich anfing, meine Beschäftigung als Tagesmutter vorzubereiten, hat sich das ein wenig geändert. Die Stunden, die ich mit der kleinen Hannah verbringe, sind etwas ganz Besonderes, obwohl es nicht immer einfach ist und ich auch manchmal nach 5 Stunden wirklich froh bin, wenn die Kleine abgeholt wird.
Und dann fingen mein Mann und ich an, Pläne zu schmieden für einen möglichen Hauskauf. Ihr habt das sicherlich hier im Thread verfolgt.
Seit diese Pläne Formen annehmen, veränderte sich für mich der Blick auf meine Krankheit. Jetzt wachte ich morgens auf und dachte als erstes an das Haus und abends, bevor ich einschlief, dachte ich als letztes an das Haus.
Wir haben nächtelang Pläne gezeichnet, Termine mit dem Architekten, der Baufirma, dem Makler und der Bank gehabt. Es war anstrengend, stressig, aber es war einfach nur herrlich. Auch wenn wir uns immer wieder mit den - oft unsinnigen - Kritikpunkten auseinandersetzen mußten und müssen, die mein Schwiegervater immer wieder bringt.
Am Samstag haben wir Post von der Baufirma bekommen mit dem Angebot für die Änderungen und Umbauten, die bei unserem Haus nötig werden. Dieser Brief hat uns in beste Laune versetzt, denn jetzt sieht es wirklich so, daß wir das Haus incl. der Änderungen finanzieren können! Ich denke mal, zu 90 % steht nun fest, daß wir das Haus kaufen werden!!!!!
Ich freue mich sehr, aber ich habe auch ein bißchen Angst vor dem allen und vor dem Streß, dem Umzug usw. und natürlich frage ich mich immer wieder, ob wir uns nicht doch zuviel zumuten.
Aber ich denke, solche Gedanken sind völlig normal und man soll ja auch nicht blauäugig an so ein Projekt herangehen.
Ende Juni/Anfang Juli soll Baubeginn sein und unser Haus gehört zum ersten Bauabschnitt, also wird es wohl nächstes Jahr im Sommer fertig sein.
Der EK bestimmt jetzt seit einigen Wochen nicht mehr mein Leben. Natürlich denke ich an meine Krankheit, frage mich, ob alles in Ordnung ist, wenn es mal zwickt und zwackt oder wenn ich solche Blähungen habe wie in der vergangenen Woche.
Aber diese starke Angst vor einem Rezidiv hat sich gelegt. Ich lebe wieder viel mehr mein Leben, ein Leben, das nicht ständig von der Angst geprägt ist.
Ablenkung mit schönen Dingen, eine schöne Reise, ein Theaterabend, ein Kinoabend etc., das sind Dinge, die wir uns alle immer wieder gönnen sollten. Sie sind wichtig, damit unsere Seele gesund bleibt - trotz Eierstockkrebs!
Ich wünsche allen schöne Erlebnisse, die ihr genießen könnt.
Einen schönen Abend
Liebe Grüße
Mosi-Bär