Danke Gitta, aber meine Frau lehnt weiter jede Chemo ab, besonders da sie einige Chemo-Patienten in der Strahlenabteilung gesehen hat, denen es sichtbar schlecht ging.
Im Moment hat sie seid der Veränderung des Strahlenfeldes so eine Zunahme der Nebenwirkungen, dass sie sogar in Erwägung zieht die Strahlentherapie Ende der Woche (dann hätte sie erst 20 Stück) abzubrechen. Bisher zeigt sich auch keinerlei Erfolg und ihr ist sehr oft übel und sie ist fast immer müde. Ausserdem kommt ständig so ein zäher Schleim aus ihrer Lunge hoch, wie beim Erbrechen. Die Ärztin der STrahlentherapie sagt, das ist nichts schlimmes, halt nur unangenehm. Bei manchen gehts unten raus, bei manchen halt leider oben. Die Reizungen der Speiseröhre sind auch sehr viel verschlimmert, seid das Feld verändert wurde.
Was nun sehr erschwerend dazu kommt, ist die Tatsache, dass sie keinerlei Vertrauen mehr zu ihren Ärzten hat. Wir haben nun mit dem Stationsarzt, der Ärztin der Strahlentherapie (die haben ne eigene Krankenakte, da das nur ne Praxis im Klinikum ist) gesprochen und der Nachsorgepass aus dem KH ist gekommen mit Unterschrift vom Chefarzt. Nun haben wir 3 verschiedene Aussagen und 2 verschiedene TMN's. Toll !!! Stationsarzt sagt: T4M0N0, die Ärztin der STrahlnetherapie sagt plötzlich was von einer Raumforderung im Gehirn, davon wissen die auf Station aber nichts. Im Nachsorgepass steht nun plötzlich was ganz anderes. T3M1(BWK)N2 ... bisher sprach man immer vom Primärtumor der in den Spinalkanal eingedrungen ist und BWK 7 angreift.
Verwirrung pur, Vertrauen gleich null ... der eine sagt Chemo so schnell wie möglich und gleich nen Hammer, der andere meint Chemo absolut nicht wegen dem schlechten Allgemeinzustand meiner Frau

Ich muss sie inzwischen jeden Tag drängen zu ihrer Strahlentherapie zu gehen. Ins KH geht sie gar nicht, da kriegen sie keine 10 Pferde mehr rein, hat sie mir gesagt. Nicht mal für eine Nacht.
Naja eines wissen wir zumindest schon sicher ... alle ihre Behandlungen werden nicht kurativ, sondern palliativ gemacht. Auch eine Chemo soll nur palliativ gemacht werden, wenn sie zustimmt.
Meine eigene Einschätzung ist, dass sie im momentanen psychischen und physischen Zustand keine weiteren Nebenwirkungen mehr ertragen kann. Sie weiss es und ich weiss es auch, dass jeder Tag ein Risiko ist, aber ich kann sie ja nicht zwingen.
Die Ärztin der Strahlentherapie (und die erschien am ehrlichsten bisher) meinte auch, man sollte bei einer Chemo gut abwägen zwischen nutzen und Nebenwirkungen ... und sie sieht bei meiner Frau im Moment ein grosses Risiko, dass sie die auftretenden Nebenwirkungen einer Chemo nicht packen könnte oder wenn nur vollstationär ... Reaktion meiner Frau ... das können die vergessen, ich hab noch nichtmal die letzten 9 Wochen stationär verdaut.
So stehe ich nun da, Ratlos, ohne konkrete Informationen und gehe halt den Weg mit ihr.
Liebe Grüße
Thomas