AW: Die letzte Zeit für meinen Vater
Hallo Sole! Hallo Ihr anderen!
Vor zwei Wochen sagte der Hausarzt, dass es jetzt mal schnell gehen kann. Was immer das bedeutet.
Seit einiger Zeit glaube ich daran nicht mehr so richtig, denn Vati ist ja noch sehr stabil. Pulverfass ist das richtige Wort!
Seit dieser Diagnose vor 2 Wochen ist meine Mutter nun ständig an der Seite des Vaters und lässt ihn nicht aus den Augen, hält ihm ständig die Hand und kümmert sich.... Alles besorgen wir Kinder heran, Essen, Trinken, Pampers, etc.
Gestern konnte ich meine Mutter überreden, heute mal selbst zu Fuß was einzukaufen, ich bleibe bei Vati. Eigentlich ist es nötig, dass sie mal vor die Tür kommt. Aber da wir in einer Kleinstadt wohnen, wird sie bestimmt von jemandem angesprochen. Wer weiß, ob sie diese Konfrontation will. Gestern war sie noch sehr erfreut, mal selbst was zu besorgen. Gleich gehe ich hin, ich hoffe es klappt.
Tja, ich muss das hier mal alles los werden:
Mein Mann kann sich überhaupt nicht mit Krankheit, Krankenhaus oder sowas beschäftigen, er überspielt alles imit einem "Wird schon nicht so schlimm sein", um sich nicht damit zu befassen.
Mir tut das sehr weh,denn es ist schlimm und ich kann ihm kaum was erzählen, er überspielt alles. (Sicher schützt er sich selbst, aber für mich ist er keine Hilfe)
Immerhin ist es mein Vater, der sich langsam aber sicher zu einem "Baby" zurückentwickelt. Er war mal so stark, kannte keine Probleme, die man nicht lösen konnte. Nun sitzt er vor einem wie ein Häufchen Elend. Wenn ich das meinem Mann erzählen würde, würde er antworten: Das ist nun mal so, da kann ja keiner was machen, noch hast du ihn ja noch...oder so ähnlich.
Ich bin völlig gestört und weiß nicht, wohin mit meinem Elend.
Meine Kinder (20 und 23) hängen auch sehr an Opa, wollen immer wissen, was los ist, aber ihnen erspare ich die Einzelheiten aus Rücksicht. Sie können ja auch nichts ändern und müssen nicht immer wieder daran erinnert werden, wie ihre Mutter leidet. Sie merken es sowieso.
Also schlucke ich Baldrian, um vor allen anderen durchzuhalten und mit Mutti wird auch mal geweint.
Ganz nebenbei war ich arbeitslos und habe seit 1.12. eine neue Arbeit. Diese ist sehr schwer und lenkt mich auch ab, aber mein Nervenkostüm ist sehr dünn. Man will ja auch da keine Fehler machen.
Ist schon alles Mist!
Vielen Dank für`s Zuhören!
Angie
Geändert von AngieS (04.12.2008 um 15:43 Uhr)
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