AW: Haustiere - mit die beste Therapie!
Guten Morgen Ihr Lieben!
Ganz so früh wie bei Barbara gestern ist es bei mir heute nicht, aber da die Wohnung unter meiner renoviert wird und die Gespräche der dort Arbeitenden ordentlich nachhallen, besteht im Moment kein Grund länger liegen zu bleiben.
Da kann ich Euch doch vom gestrigen Kinoabend berichten. Vorweg: ich finde den Film "Zeiten des Aufruhrs" sehr eindrucksvoll, die spießige Zeit der 50er gut getroffen und die Leistung der Akteure hervorragend.
Der Kinoabend begann mit einem kleinen Freigetränk bei Kerzenschein und leckerem Konfekt in leinen Etageren auf den Stehtischen. Überall standen erwartungsvolle Frauen, Männer habe ich nicht richtig wahrgenommen, obwohl mir später eine Chemobekannte sagte, eine Reihe vor ihr hätte mein Onkologe mit seiner Frau gesessen.
Nachdem endlich auch die Nachzüglerinnen ihre Plätze gefunden hatten, war der Saal nahezu voll besetzt, neben mir zwei junge Frauen in Erwartung eines schönen Films (vermute ich mal). Jedenfalls fragte mich meine direkte Sitznachbarin, ob ich wüsste, worum es in diesem Film ginge. Natürlich wusste ich es, ich habe es ja vorgestern geschrieben. Dass jemand ins Kino geht ohne rudimentär das Thema eines Films zu kennen, finde ich schon komisch. Am Ende fragte ich sie, wie ihr der Film gefallen hätte. "Ach nicht so, ziemlich langweilig, wie fanden Sie ihn?" "Ganz außerordentlich und sehr eindrucksvoll". "Na ja, ich hab' da andere Ansichten".
Natürlich haben Menschen unterschiedliche Meinungen und Ansichten, sonst wäre das Leben öde und eintönig, aber da dachte ich nur, entweder ist sie tatsächlich zu jung, um sich in die 50er Jahre zu versetzen oder zu blond. Außerdem lernt man im Geschichtsunterricht jede Menge, unter anderem auch über die McCarthy Ära, die Prüderie der Zeit und die Stellung der Frau. Aber gut, es fällt ja so viel Unterrricht aus...
Nächste Woche sehe ich den umstrittenen Film "Walküre". Er wird im Rahmen der Zeitungsleserfilmpremieren gezeigt und da ich für diese Filme eine Jahresfreikarte habe, werde ich ihn mir ansehen. Im Anschluß gibt es eine Podiumsdiskussion, darauf bin ich gespannt. Gerade lief im Fernsehen der erste Teil einer Dokmumentation über Staffenberg, am kommenden Dienstag folgt der zweite Teil, vermutlich weil der Film nächste Woche in die Lichtspielhäuser kommt.
Nun habe ich mir mein Frühstück "erschrieben", ich darf ja frühestens eine Stunde nach Tabletteneinnahme etwas essen.
Ich wünsche bei dem grauen Himmel allen, dass es etwas gibt, was den Tag heute heller und freundlicher erscheinen lässt. Nur gut, dass die Gehwege langsam wieder begehbar werden und die Vögel zwitschern, als käme bald der Frühling.
Michaela
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