AW: Wie geht Ihr mit der Angst um??
Hallo Mausi,
ja, mein Mann war gleich (nur einige Tage nach der Entlassung aus dem KH) für drei Wochen in der Anschlußheilbehandlung in Bad Wildungen - und er hat da sehr gute Erfahrungen gemacht, vor allem auch bzgl. der Inkontinenz, die bei ihm (wie bei vielen anderen auch) zunächst sehr heftig war, was ihn natürlich auch psychisch sehr belastet hat. Die AHB hat bei ihm bewirkt, daß das Thema Inkontinenz bald gar kein Thema mehr war. Aber auch sonst hat er den Aufenthalt als sehr positiv bewertet.
Für die Ehepartner gibt es i.d.R. die Möglichkeit, direkt mit in der Klinik zu wohnen und zu essen, oder man mietet sich in einer Pension oder Fewo ein und trifft seinen Partner dann, wenn er grad Zeit hat. Ihr könnt versuchen, ob auch für Deine Mutter eine Art Kur von der KK bewilligt wird, ansonsten müssen die Kosten selbst übernommen werden. Für meinen Mann war es damals sehr wichtig, daß ich in seiner Nähe war.
Die Werte von Deinem Vater sind nicht so immens hoch, daß Du Dir da ganz große Sorgen machen mußt, die Heilungschancen sind sicher ziemlich gut. Ähnliche Werte hatte mein Mann damals auch - und nach der OP war er vollständig geheilt, PSA-Wert ständig bei 0, besser geht es nicht. Und das alles ohne Chemo, Bestrahlungen usw. (Leider hat sich einige Jahre später ein ganz anderer Krebs wieder über ihn hergemacht - und der war weitaus bösartiger, den hat er auch nicht überlebt. Dies nur zur Info, er ist nicht an Spätfolgen des Prostatakarzinoms gestorben.)
Der Arzt wird Deinem Vater bzw. Deinen Eltern (falls sie beide bei dem Gespräch dabei waren) aber ganz sicher gesagt haben, in welchem Stadium der Krebs sich befindet (z. B. Anfangsstadium oder schon weit fortgeschritten usw.). Frag Deine Eltern doch einfach mal danach - und dann versuche, Dich nicht ganz verrückt zu machen, es hilft Dir nicht und Deinen Eltern auch nicht.
Für Dich wäre sicher wichtig, daß Du Informationen sammelst, dann kannst Du gezielt Fragen stellen und die Antworten auch ungefähr richtig einordnen - damit kannst Du Deine Angst schon mal ein wenig in den Griff bekommen.
Ich drück Euch jedenfalls die Daumen, daß die OP bei Deinem Vater positiv verläuft und er anschließend bald wieder fit ist.
Alles Liebe
Rena
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Lass meiner Trauer Flügel wachsen ...
Liebe baut Brücken vom Ich zum Du,
vom irdischen zum überirdischen Ufer.
Begrenzt ist das Leben,
doch unendlich die Erinnerung ...
Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo ich bin.
Wir sehen uns wieder,
irgendwo, irgendwie, irgendwann ...
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Mein Mann 18.01.1941 - 30.11.2007
Meine Mutter 18.09.1919 - 04.02.2006
Die Lübecker Bucht ist ihre letzte Ruhestätte
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