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Alt 10.05.2009, 12:08
akotiri akotiri ist offline
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Registriert seit: 26.02.2009
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Standard AW: mein Stiefvater, Diagnose BSDK und viele Fragen

Zuerst einmal ein liebes Hallo an alle, die schon hier geschrieben haben, die dieses Thread lesen und noch lesen werden.

Jetzt habe ich mich doch mal entschlossen hier meinen Beitrag zu leisten, obwohl ich schon lange hier und in vielen anderen Threads mitlese. Doch mich bis jetzt selten persönlich in diesem Forum zu Wort meldete.

Ich bin die Mutter von Petra (Plutonium) und dieses Thread ist die Geschichte von meinem Mann, den ich über alles liebe und den es leider auch mit dieser Krankheit getroffen hat. Ich bin meiner Tochter sehr dankbar, dass sie mit diesem Thread angefangen hat, denn ich hatte anfangs einfach keine Kraft dazu. Es ist nicht einfach mit dieser Diagnose zu leben und auch nicht als Angehöriger dies alles hautnah mitzuerleben. Ich weiss, das es wichtig ist positiv zu denken, doch wie wir alle wissen, ist die Theorie immer einfacher als die Praxis.

Nun möchte ich dort anfangen, wo Petra cirka geendet hat. Zuerst war ich im Spital, zwei Tage später mein Mann. Im Spital hat er dieses Forum entdeckt und ich glaube einiges hat ihm zum nachdenken gebracht, er ist einfach wieder der, als den ich ihn kenne, als meinen Mann der sehr lieb ist.
Am Freitag bekam er den Befund vom CT, haargenau beschrieben. Leider gibts nichts positives zu berichten. Metastasen sind in der Lunge aufgetaucht. Der Tumor selber ist zwar geringfügig geschrumpft aber hat sich noch mehr um die Arteria lineralis geschlungen, er erwürgt sie praktisch so sehr und diese ist laut Befund hochgradig eingeengt und lässt scih nur mehr als fadendünniges Gefäß bildmäßig darstellen. Das ist nur Teil des ganzen negativen Befundes und der Arzt hat zu meinem Mann gesagt, machen sie einfach nur noch das was ihnen Freude macht, weil er nicht mehr viel Zeit hat.

Am kommenden Freitag wollen sie eine neue Therapie anfangen, die sich "Second-Line-Therapie" nennt. Ich habe zwar schon im Internet gesucht, aber nur einige schwer verständliche rein medizinische Berichte davon gefunden und kann noch immer nicht ausmachen, ob es sich bei dieser Therapie um eine Therapie mit Infusionen oder Tabletten handelt.
Meine Frage nun: Wer hat damit schon Erfahrung gemacht bzw. wie hat sie ihm geholfen bzw. wer kann mir darüber in verständlicher Weise was erzählen?

Und plötzlich habe ich auch das Gefühl, dass sein Kampfgeist nun ganz heftig entfacht worden ist. Ich wollte gleich am Montag im Büro mit der Chefin wegen Hospizkarenz reden, doch mein Mann sagte, warte noch mit der Hospizkarenz bis wir mal wissen was die neue Therapie genau ist und wie sie wirkt. Und er geht noch nicht so schnell. Er macht nächstes Jahr noch seine Radtour, die er jedes Jahr ein bis zweimal gemacht hat, immer woanders in Österreich. Einmal auch von Donaueschingen die Donau entlang bis fast nach Wien, wobei ich ihn ab Passau begleitet habe.

Nun habe ich ihn auch gefragt, was er noch gerne machen möchte. Er möchte ans Meer. Wir hatten im Dez. schon zwei Wochen Zakynthos geplant und gebucht und habe diesen Urlaub nach der niederschmetternden Diagnose im Februar storniert. Nun wagen wir es doch und fliegen in zwei Wochen für eine Woche nach Griechenland/Zakynthos weil dort in Laganas die Lage nicht zu anstrengend für meinen Mann ist, also sehr flach und es uns dort voriges Jahr sehr gut gefallen hat und es jetzt im Mai/Juni auch ruhiger sein wird als im Hochsommer. Mein Mann freut sich schon riesig darauf und das macht seine Laune schon um viel besser, auch wenn er immer sehr müde ist, das kommt von der eingeengten Aorta, wie ihm der Arzt erklärt hat.

Was mich noch sehr interessieren würde, man liest immer wieder von Schwarzkümmelöl, dass es für Krebserkrankung so gut sein soll. Hat wer Erfahrung damit und wo bekommt man dies? Im normalen Supermarkt ist es mir noch nicht aufgefallen.

So dies wäre im Moment alles, was es zur Zeit bei uns zu berichten gibt und ich hoffe, dass wir noch Zeit haben einige schöne Dinge miteinander zu machen und noch viele schöne Tage miteinander verleben werden. Jeder Tag den wir zusammen erleben ist dann goldes Wert.

Nun wünsche ich allen noch einen schönen Sonntag mit ganz lieben Grüßen

Monika
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