Zitat:
Zitat von Jean75
Vor kurzem kam mein Kind (er ist jetzt übrigens erst sieben JAhre alt) und sagte unter Tränen , dass er froh ist, dass ich am Krebs nicht gestorben bin. Für mich ein Zeichen, dass er überhaupt noch nichts verarbeitet hat. Wo kann ich mir für ihn Hilfe holen?
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Hallo Jean
Zunächst mal: Es ist kein schlechtes Zeichen, dass Dein Sohn weint und Dir sagt, dass er froh ist, dass Du nicht gestorben bist. Weinen und Ängste und auch Erleichterung aussprechen gehören zum Verarbeitungsprozess dazu, egal, ob bei Kindern oder Erwachsenen. Viel bedenklicher ist, wenn Kinder mit ihren Empfindungen und Ängsten nicht mehr nach aussen treten.
Und: Versuche bitte aus der Perspektive zu schauen, für Dich selbst nach Hilfe zu suchen. Es ist zunächst mal Dein Wunsch, Deinem Sohn bei der Verarbeitung Deiner Erkrankung zu helfen, und es ist Elternsache, sich selbst zu stärken, um ihre Kinder zu stärken.
Ich würde Dir empfehlen, Dich an das Jugendamt Deiner Stadt zu wenden und Dich nach Erziehungsberatungsstellen in Deiner Stadt zu erkundigen. Dort kann man zunächst Gesprächstermine ohne Kind vereinbaren und sich zur individuellen Problemlage beraten lassen. Nicht nur zum Thema Krebs in der Familie, sondern auch zum Problem Schulmobbing.
Ich arbeite selbst als Pädagogin beim Jugendamt, kooperiere oft mit MitarbeiterInnen von Erziehungsberatungsstellen, und weiss, dass dort wertschätzend und proffessionell auf Anfragen reagiert wird.
Ein Nachteil kann sein, dass es evtl. eine längere Wartezeit auf einen Termin gibt.
Wenn Du Dich ans Telefon hängst und Dich gezielt nach Erziehungsberatungsstellen in Deinem Stadtbezirk erkundigst, kannst Du Telefonnummern der städtischen und auch kirchlichen Stellen erhalten.
Alles Gute für Euch. Sandra