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Alt 11.05.2009, 23:50
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_Viola_ _Viola_ ist offline
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Standard AW: Naivität oder positive Einstellung???

Liebe Brautprinzessin,

herzlich willkommen hier im Forum, auch wenn der Anlass kein schöner ist.

Ich weiß ja nicht, was die Ärzte Deinem Vater nach der OP gesagt haben. Bei meinem Vater wurde von allen Ärzten (damals in der Uniklinik Magdeburg) gesagt, dass er davon ausgehen kann, dass er geheilt ist. Ich kann heute noch nicht verstehen, wie ein Arzt so eine Aussage machen kann. Da mein Vater nach der OP auch schnell wieder fit war, ist er auch davon ausgegangen, dass das Thema Krebs sich für ihn erledigt hat. Ich war da gleich skeptisch, habe ihn und auch meine Mutter aber in diesem Glauben gelassen. Ich glaube aber jetzt noch, dass es gut war. Er hatte wenigstens ein ganzes unbeschwertes Jahr. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch die Hoffnung, dass er den Krebs besiegt hat. Ihm ging es richtig gut. Leider hielt dieser euphorische Zustand nur 1 Jahr an, dann hatte er eine Lymphknotenmetastase. Der Schock war sehr groß. Aber wie ich schon geschrieben habe, er war 1 Jahr lang unbeschwert. Die Lebensqualität war demzufolge auf jeden Fall besser.

Wenn ich lese, dass Dein Vater wieder im Garten arbeitet, dann muss ich an meinen Vater denken. Nach der Reha ging es ihm so gut, dass er den ganzen Tag draußen gearbeitet hat. Wir hatten oft Angst, dass er sich übernimmt. Das war auch manchmal der Fall, dann war er ein paar Tage außer Gefecht gesetzt. Als es ihm wieder besser ging, dann war er wieder den ganzen Tag draußen in seiner Garage. Aber das war sein Leben und ich bin froh, dass er das konnte. Deshalb lasst ihn ruhig machen. Es wird immer Höhen und Tiefen geben. Die wird Dein Vater auch erkennen müssen.

Mein Vater hat sofort nachdem er die Diagnose bekommen hat, mit dem Rauchen aufgehört. Sterben musste er trotzdem. Klar ist es nicht gut, dass er raucht, aber ob es letztendlich ausschlaggebend für den Krankheitsverlauf ist, glaube ich nicht. Ich habe hier im Forum schon öfter zu diesem Thema geschrieben. Bei uns im Ort gibt es jemanden, der hatte schon Magen-, Speiseröhren- und Prostatakrebs. Das seit vielen Jahren. Er raucht und ist schon vormittags betrunken. Aber er lebt.

Wie es letztendlich kommt, kann Euch sowieso niemand sagen. Also denkt positiv und geht davon aus, dass Dein Vater wieder ganz gesund wird. Ich wünsche es Euch von ganzem Herzen.

Liebe Grüße
Viola
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