Hi,
da ich diesen Thread sehr gut finde, möchte ich mich anschließen.
Habe gestern die zweite FEC Chemo absolviert (3xFEC, 3XDOC).
Die erste ging gut - ich war direkt im Anschluss hundemüde und habe dem auch nach gegeben.
Am zweiten Tag war ich noch etwas müde, bin aber regulär mit meinen Hunden unterwegs gewesen.
Zwischen dem 3. und 5. Tag hatte ich ein leichtes Kribbeln in den Fingern, wenn ich unter 2 Liter getrunken habe.
Obwohl meine Leukos stark abgefallen waren (bis 2000) ging es mir gut.
Ich hatte sehr viel Hunger, und habe daher im ersten Zyklus 3kg zunehmen können, was bitter nötig war.
Die Haare haben sich ab dem 17. Tag verabschiedet, zunächst ziemlich unauffällig (habe mir vorher schon die langen Haare abschneiden lassen und einen "wilden" Kurzhaarschnitt getragen).
Als ich am Dienstag aber nochmal die Perücke ein bisschen an die neue Frisur anpassen lassen wollte, bot sich nach dem Mützchen abnehmen ein erbärmliches Bild. Die Haare waren völlig stumpf, wie tod.
Ich habe sie dann direkt ganz kurz abrasieren lassen. Zuschauen konnte ich nicht. Beim Hindrehen zum Spiegel wollte ich schon den Weinkramof starten, dieser blieb mir im Halse stecken, da mir die Glatze doch recht gut steht.
Demnach steht die Perücke ungenutzt im Schrank
Kleiner Tip: ich war zum Aussuchen der Perücke mit 6 guten Freunden im Zweithaarstudio und wir haben dabei ausreichend Prosecco genossen.
Am Mittwoch waren auch Freunde dabei und zwei Männer haben sich spontan entschlossen, sich aus Solidarität auch direkt von ihren Haaren zu trennen.
Obwohl´s besch.... ist, haben wir also doch unheimlich viel Spaß gehabt.
Die zweite FEC war gestern. Diesmal weniger müde, dafür ein flaues gefühl im Magen. Könnte allerdings auch damit zusammen hängen, dass ich wegen der Leukos direkt noch eine Neulasta verpasst bekommen habe. Muss ich abklären.
Heute ist wieder alles völlig normal ;-)
Gestern hatte ich eine Mitstreiterin an die Seite gesetzt bekommen, die ziemlich durchhängt - in der Hoffnung, dass mein Mut etwas auf sie abfärbt.
Wir hatten sehr viel Spaß, haben ordentlich lecker gefrühstückt und gelacht, bis uns die Tränen kamen...Ich hoffe, es geht ihr mit dieser Chemo besser.
Insgesamt bin ich sehr glücklich, dass ich mir div. Praxen bei uns in der Gegend angeschaut habe. In den Uni-Kliniken sitzen bis zu 50 Leute auf engstem Raum - ich wußte, dass ich in dieser Umgebung die Chemo nicht durchstehen kann.
Ich sitze jetzt in einem schnuckeligen Therapiezimmer mit schicken Ledersesseln. Die Front ist verglast und wir können ins Grüne schauen.
Wir sind zu zweit an der Chemo, zwischen durch ist immer mal wieder eine dritte Person da, die sich schnell ihren Herceptin "Schuss" abholt.
Ich bin davon überzeugt, dass diese "Athmosphäre" für mich wichtig war.
Ich fände es gut, hier noch mehr positive Verläufe zu lesen.
Klar ist grds. alles möglich und es gibt auch viele, denen die Chemo leider arg zusetzt. Aber ich finde es auch wichtig zu sagen, dass es gut verlaufen kann. Die Medikamente zur reduzierung der Nebenwirkungen, zB der Übelkeit bei den FEC`s sind ausgesprochen gut.
Viele Grüße
Nicole