Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1579  
Alt 01.07.2009, 16:01
Benutzerbild von Squirrel
Squirrel Squirrel ist offline
Gesperrt
 
Registriert seit: 26.06.2005
Ort: Wien
Beiträge: 264
Standard AW: Jetzt Metas - was mach ich nur???

Liebe Heike,

ich verstehe dich vollkommen... Jede Woche zur Chemo gehen zu müssen, ist wirklich eine Qual. Und wenn das Blutbild dann noch dazu nicht mitspielt und die Chemos andauernd verschoben werden müssen, zehrt unheimlich an der Psyche. 2007 hatte ich im Sommer fast aufgegeben. Ich ging jede Woche ins Krankenhaus, dann musste ich aber fast jedes Mal nach Hause, weil mein Blutbild sich nicht mehr erholte (trotz Neupogen, trotz Neulasta). Noch dazu kam, dass mir gesagt wurde, dass ich neue Metastasen in den Knochen bekommen hätte (Gott sei Dank stellte sich dann als falsch positive Diagnose heraus). Ich war ständig müde, antriebslos, einfach fix und fertig... Ich hätte niemals gedacht, dass ich heute noch am Leben sein werde, oder dass nach so einer Phase wieder eine schöne Zeit kommen wird.

Liebe Heike, in den letzten 2 Jahren habe ich dann aber gelernt, die Chemo einfach als meinen Lebensbegleiter anzusehen und dass diese ein Teil meines Lebens ist. Früher dachte ich, dass die Chemo bestimmte Zyklen gemacht wird und dann für sehr lange Zeit Ruhe sein wird. Nun habe ich mich daran gewöhnt, dass die Chemo in meinem Leben präsent ist und ich versuche einfach meine Pläne mit und trotz der Chemos zu verwirklichen. Am meisten freue ich mich natürlich auf die Chemopausen
Letztendlich habe ich mich ja auch operieren lassen, nicht um geheilt zu werden, sondern einfach die Chemopause soweit wie möglich hinauszuzögern (zwar hat mich die OP fast 2 Monate außer Gefecht gesetzt, aber ich habe seit Januar Chemopause und das ist einfach die OP wert gewesen).

Ich wünsche dir wirklich aus ganzem Herzen, dass du deine Panik unter Kontrolle bekommst und wieder Ruhe in deine Seele kehrt... zwar kannst du es dir vielleicht im Moment gar nicht vorstellen, aber glaube mir, es werden noch sehr sehr schöne Zeiten kommen. Dein Körper ist stark und gewöhnt sich mit der Zeit an jede Chemo... die Psyche braucht eben ein bisschen länger