AW: Angst um meine Mutter
Hallo Dorchen,
das konntest Du auch nicht wissen. Ich hatte das lange schon nicht mehr erwähnt.
Es ärgert mich tatsächlich, dass ich so wenig Zeit für ihn hatte und der Besuch war einfach nur fürchterlich. Ich hatte mich ja schon auf das schlimmste eingestellt, aber was ich da gesehen habe, hat meine schlimmsten Befürchtungen noch deutlich übertroffen. Nur noch Haut und Knochen, keine Farbe mehr im Gesicht oder sonst wo. Ich hatte fast das Gefühl, dass mich schon eine Leiche anschaut. Nichts desto trotz war meine Entscheidung richtig, dass ich hingegangen bin. Er hat sich sehr darüber gefreut. Das konnte ich von seinen Augen ablesen. Er kann zwar noch ein wenig reden, aber leider kann ich ihn absolut nicht verstehen, da seine Zunge angenäht ist. Ich habe einfach nur eine Weile seine Hand gehalten und bin ziemlich schnell wieder gegangen, weil ich auch merkte, dass er müde wurde.
Ich glaube es war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. Die Augen sind schon ganz gelb gewesen.
Ich kann nicht sagen, ob der Tee geholfen hat. Sie will nichts mehr trinken. Ich konnte machen was ich wollte. Der Mund ging nicht auf. Aber als sie anders gelagert wurde, ging es auch besser.
Ja das geht wohl nicht anders mit den Auszeiten. Aber im Moment habe ich noch Kraft genug, um eine neue Runde zu überstehen.
Ich wünsche Dir auch einen wunderschönen Tag.
LG Nicky
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Du hast gekämpft, solange Du konntest
und den Mut loszulassen, als es nicht mehr ging.
Alles wird gut, mach Dir keine Gedanken um uns.
Du bist heim gegangen, als Du wusstest es ist Zeit dafür ....
*03.07.1950 +04.08.2009
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