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Alt 10.08.2009, 11:30
Birgit64 Birgit64 ist offline
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Registriert seit: 01.03.2004
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Standard AW: Herceptin und Taxolbehandlung

Hallo Mona,

das sind ja keine gute Nachrichten von deiner Mutter. Ich kann mir gut vorstellen, dass dir das sehr nahe geht und du im Moment ziemlich verunsichert bist. Nach meiner eigenen Diagnose im Janur 2003 bekam meine Mutter im Sommer 2006 die Diagnose. Ich verstehe das also recht gut. Vielleicht kann ich dir nachstehend ein paar deiner Fragen beantworten:

- Taxol und Herceptin in Kombination zu geben ist nicht ungewöhnlich. Ich habe das damals auch bekommen (Taxol in Hochdosis alle 3 Wochen und Herceptin wöchentlich. Die Herceptin-Dosis ist dann nicht so hoch wie im dreiwöchigen Rhythmus)

- Dass deine Mutter das Herceptin bis an ihr Lebensende bekommt ist wohl eher eine etwas unglückliche Aussage der Ärztin. Aber sicherlich wird deine Mutter es über einen langen Zeitraum bekommen solange es anschlägt.

- Vor der Chemo-Infusion wird meistens auch ein Anti-Brech-Mittel im Vorwege gegeben (z. B. als Infusion, als Injektion oder als Tablettengabe auch vor der Chemo). Die Tabletten nach der Chemo sollen sicherstellen, dass deine Mutter auch in den ersten Tagen nach der Infusion nicht so stark von Übelkeit, Brechreiz und Durchfall betroffen ist. Die Vorgehensweise variiert ein bisschen von Klinik zu Klinik.

- ob Knochenmetastasen da sind sollte noch abgeklärt werden. Sicherlich hat man mit ihr schon ein Knochenszintigramm gemacht, mit dem das schon recht genau abgeklärt werden kann. Da sollte sie aber noch einmal nachfragen, inwieweit der Befund nun eindeutig ist. Um die Knochen zu stabiliseren werden bei Knochenmetastasen meist Bisphosphonate gegeben (als Tabletten oder Infusion).

- was die OP-Clips nach der lange zurückliegenden Gallen-Op angeht, muss es sich ja gar nicht um es Vergessenes handeln sondern durchaus gewollt nach der OP. Das sollte man aber nochmals abklären, entweder mit dem damaligen Operateur oder einem Internisten, der sich damit auskennt. Vielleicht war das ja Bestandteil der damaligen OP-Methode?

Alles in allem ist das natürlich etwas unglücklich, dass du die Informationen nur unvollständig und aus zweiter Hand erhältst. Obwohl ich im Ausland lebe bin ich damals am Tag nach der Diagnose nach Deutschland zu meiner Mutter geflogen um mit zu den Arztgesprächen zu gehen und sie zu unterstützen.
Wir hatten damals auch wegen des Therapievorschlages der Klinik noch eine zweite und dritte Meinung eingeholt und dann auf die ursprünglich vorgeschlagene Chemo verzichtet. Allerdings ist der BK meiner Mutter auch hormon-positiv sodass sie jetzt eine Antihormontherapie macht.

Ich hatte übrigens 2003 auch schon Fernmetastasen und mir geht's bis heute gut.

Viel Glück für euch!
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Birgit64

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