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Alt 16.08.2009, 12:59
_Stefanie _Stefanie ist offline
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Registriert seit: 16.08.2009
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Standard AW: Profil: Angehörige stellen sich vor...

Hallo zusammen!

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich irgendwo Verständnis und Hilfe suche...iß nicht mehr weiter mit meinen Gefühlen.
Bei meiner Mutter wurde letztes Jahr im Juni eine Metastase am Brustwirbel gefunden. Nur wenige Monate nachdem plötzlich meine geliebte Oma (ihre Mutter) gestorben ist (allerdings nicht an Krebs).
Seit der Diagnose ist das Leben nur noch ein Film der abläuft....alles wie durch einen Schleier. Sie haben ganz lange gesucht und nach jeder Untersuchung war Erleichterung wenn nichts gefunden wurde, und gleichzeitig Angst dass man den Ursprung nicht findet. Irgendwann war dann klar dass es ein Bronchialkarzinom ist. auch nicht zu operieren. Sie bekam Chemo und Bestrahlung am Brustwirbel. Die Bestrahlung schlug an und die zweite Chemo zum Glück auch. Der Primärtumor schrumpfte von 3,5 auf 1,2 cm ca. Mama ging auch zu einer Heilpraktikerin und begann eine Misteltherapie.
Man wollte dann den Primärtumor noch mit Bestrahlung versuchen zu vernichten, das funktionierte nicht. Plötzlich war die Lunge wieder voller Metastasen. Außerdem hörte meine Mutter auf einem Ohr nichts mehr und hatte eine Thrombosse im Arm.
dann ging alles ganz plötzlich noch schlimmere Wege: Schreckliche Kopfschmerzen - - Hirnutmore. Ein großer , ein kleiner.
Der große hatte bereits ein Oedem - Lebensgefahr. Sie wurde operiert und alles verlief wunderbar! Den kleinen wollten sie lieber bestrahlen, weil er am Stammhirm liegt.
Kurz nach der OP plötzlich einseitige Gesichtslähmung. Erst sprach man von einem "normalen" epileptischen Anfall nach so einer OP. Dann hat man doch nochmal genau untersucht . Erst Entwarnung: alles ok. Dann kam ein anderer Arzt und der sagte dann,dass man noch einen kleinen Hirntumor gefunden hat.
Jetzt bekam sie Bestrahlung am ganzen Kopf und eine Chemo gegen die Lungentumore.
Es ging ihr relativ gut, die Gesichtslähmung ist so gut wie weg, irgendwas hat also wohl geklappt. Allerdings wurden die Rückenschmerzen wieder schlimmer.

Donnerstag hatte sie Lungen-CT.
Die Chemo hat nicht gewirkt, die Met. sind größer geworden. Außerdem ist wieder an einem Wirbel was zu sehen.
alles ist scheiße und so schrecklich.
wir dachten es wäre halbwegs im Griff und jetzt....

Nächste Woche Mittwoch wird wieder ein Schädel-CT gemacht - - mehr schlechte Nachrichten ertragen wir nicht.

Ich liebe meine Mutter, sie ist mein Leben für mich. Sie ist erst 54 - ich bin 30.
Wir haben eine so enge Bindung ...., ich wollte immer dass sie dabei ist wenn ich heirate und Kinder kriege. Ich weiß wie sehr sie sich das wünscht. Aber ich bin leider alleine - und fürchte unsere Träume verschwinden.

Die Suche nach dem Sinn im Leben.....ich muß sie wohl aufgeben.

Ich schwanke zwischen Hoffnung aufrecht halten - oder die Wahrheit zu akzeptieren.
Mama ist glaub ich kurz davor aufzugeben.
Bin ich egoistisch, wenn ich das nicht zulassen kann? Oder NOCH nicht zulassen will? Wann sollte ich ihr das Recht geben aufzugeben? wann bin ich verpflichtet, sie aufzurichten? Immer mache ich ihr Hoffnung, aber hab ich das Recht dazu?

Bin unendlich traurig, wir geniessen wirklich jede Minute zusammen.
Ich will nicht ohne sie sein.
Bin verzweifelt.

Ihr wißt wie das ist....
Wünsche euch allen viel Kraft, Hoffnung und Mut....


LG
Stefanie
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