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Alt 20.11.2009, 11:52
TaiChi TaiChi ist offline
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Registriert seit: 28.10.2009
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Standard AW: Magenkrebs kann nicht operiert werden

Hallo,

wollte euch mitteilen, dass mein Vater am 31.Okt verstorben ist.

Wir stehen alle unter Schock, die Diagnose war nicht mal 3 Wochen her und die Ärzte sagten noch mit Chemotherapie 6-12 Monate.
Ich wusste, dass er nicht mehr gesund werden würde, aber dass es so schnell geht damit hat niemand gerecht. Er hat kaum mehr was gegessen, aber nicht weil er nicht wollte, sondern weil er nicht konnte. Hat einen Port bekommen, daüber hat er nachts künstliche Ernährung bekommen und eigentlich wollten sie am 2.Nov mit der Chemo beginnen, aber dann kam alles anderes. Freitag hat uns (meinen Bruder und mich) das Krankenhaus angerufen, wir sollen doch kommen, der Zustand hat sich verschlechtert, er hat auf einmal Blut erbrochen, sie haben ihn in ein Einzelzimmer verlegt und eine Magensonde gesetzt damit das Blut einfach abrinnen kann und er es nicht dauerd hochwürgen muss. Mein Bruder und ich sind so schnell wie möglich hin und wie wir ins Zimmer rein ist, hat er noch Witze gerissen, warum sind wir den gekommen so schlimm ist das ja auch nicht und es wird schon wieder (hat nie was zu uns gesagt, dass er sterben wird, die Ärzte haben es uns gesagt), wir haben unsere Tränen an dem Tag nicht verbergen können, er hat uns dann gestreichet und gesagt, dass wir nicht weinen sollen. Unser totkranker vater hat uns getröstet. Sind dann wieder raus, weil er so müde war, an dem Tag hat er wirklich gut ausgeschaut, die Tage davor waren alle viel schlimmer und er hat auch ohne probleme reden können, kann es gar nicht glauben, dass er ein Tag später gestorben ist. Haben dann noch mit der Schwester geredet, die sagte, dass der Tumor aufgegangen ist und von der daher kommt das Blut, wenn die Blutung nicht aufhört hat er nur noch Tage zu Leben. Am nächsten Tag habe ich in der Früh gleich auf der Stadion angerufen, die sagten es geht im gut (hat das erste mal sein 2 Wochen durchgeschlafen) und Zustand ist stabil. Sind am Nachmittag rein (mein Mann und meine 3 Kinder), wollten die Kinder eigentlich nicht mitnehmen, aber die 2 Jungs (4 und 2 Jahre, Tochte ist erst 6 M.)wollten Opa umbedingt sehen und für meinen Papa waren die Enkle auch das wichtigste. Als wir rein sind war der Anblick so schwer für mich, nicht wieder zu weinen. Hat kurz mit den Kindern geredet (der ältere hat gefragt was das für Schläuche alle sind), dann bekam Papa aufeinmal atemnot, habe meinen Mann mit den Kids rausgeschickt und die Schwester gerufen, bekam dann Sauerstoff und einen Spritze die das Atem erleichtern soll und einen dauerkatheter. Bin dann noch ein wenig bei ihn sitzen geblieben und habe ihn gestreichelt und ihn zum schluss umarmt und gesagt, dass ich ihn lieb hab. Habe dann meine Bruder angerufen und ihm gesagt, wegen Sauerstoff usw. Er hat dann gesagt, dass er am Abend zu ihm fährt. Um halb sieben waren gerade beim essen läutet, dass Telefon mein Bruder, ich soll so schnell wie möglich kommen, Papa will mich nochmal sehen (war zu dem Zeitpunkt total ruhig obwohl ich innerlich gewusst habe was los ist), sind sofort ins Auto (so schnell wie es mit 3 Kindern geht) und fuhren los (mussten leider tanken, dass wurde mir zum verhängnis) mit nur vor dem Krankenhaus aus dem Auto gehupft und rauf gelaufen (in dem momentan kamen mir die Tränen), mit den Lift (der zum Glück unten war) schnell rauf, und dann berührte ich die Türschnalle und die Ärzte kamen mir schon endgegen, mein Bruder sah mich und kam weinend auf mich zu. Ich schaute nur zu papa wie er da lag. Muss jetzt wieder weinen, ich werde dass nie vergessen, wie er in dem Bett gelegen ist. Mein Bruder sagte mir vor max. 5 min. ist er eingeschlafen. Mein Papa sagte noch zu ihm, lass mich bitte nicht einschlafen, mein bruder hat die ganze Zeit mit ihm geredet und gesagt, dass ich gleich da bin usw
Ich wollte ihm noch unbedingt was sagen, warscheinlich das gleich was er mir sagen wollte.
Das einzige postive ist, er ist eingeschlafen ohne schmerzen. Die Chemo hätte er nicht überstanden und ihn leiden zusehen wäre das schlimmste für mich gewesen und für ihn dann auch, wenn er zu mir in Pflege gekommen wäre, er wollte nie jemaden zur Last fallen und war immer so gutmütig.
In nachhin weiß ich von anderen Ärzten, dass das Wasser im Bauch von Metastasen in Bauchfell kam, sie haben ihn 19 l Wasser in nicht mal 3 Wochen abgelassen, ich verstehe ich wieso, man solange Zeit nicht merkt, Papa hat bei uns gewohnt und er hat nie anzeichen gehabt, dass was nicht stimmt.
Das Begräbnis war am Montag, mein Bruder und ich haben es so gestaltet, dass es ihm wieder gibt und unsere Verwandten waren alle so begeistert, weil wir das so toll gemacht haben und meinten auch Papa wäre stolz auf uns.
Mein ältester ist auch total traurig, dafür das er rst 4 ist, versteht er ganz genau was tot bedeutet, fängt jetzt immer an zu weinen wenn er ein Foto sieht und sagt immer, sein Opa war sein bester Freund,was soll er jetzt machen ohne ihn, wer geht mit ihm in die Weinberge (mein Papa ist fast jede Woche mit ihm spazieren gegangen), mir zerreißt es jedes mal das herz dabei.
Ich wollte, dass nur mal los werden, ich verstehe es nicht wieso es schnell ging. Mein Papa wäre nächstes Jahr in Pension gegangen, er hat sich so gefreut, dann mehr zeit für seine Enkerl zuhaben.
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