AW: Bin völlig verzweifelt
Hallo Petra,
kann dich sehr, sehr gut verstehen. Meine Diagnose liegt 2 Jahre zurück und nach der ersten großen Fassungslosigkeit und Angst hat sich ganz stark das "Höhlensyndrom" breit gemacht. Am liebsten hätte ich mich versteckt, ganz weit weg und gewartet bis "alles wieder gut" ist. So viele Gefühle stürzen auf einem ein, das kann ein Nichtbetroffener schlecht nachvollziehen. Es gab Tage, da hab ich mich sogar geschämt obwohl ich weiß, dass das völlig bescheuert ist.
Warum hast du denn noch mit niemandem geredet? Das ist so unendlich wichtig. Ich habe das große Glück einen wunderbaren Mann, zwei tolle Töchter und die beste Freundin der Welt zur Seite zu haben. Die Mädels möcht ich nicht allzu sehr belasten. Aber mein Mann und meine Freundin sind immer für mich da und ohne die beiden, ohne ihre Unterstützung, die vielen Gespräche, gemeinsamen Tränen, Pläne, Ideen wäre ich sicher nicht da wo ich jetzt steht (auch emotionell).
Wenn es dir nicht gut geht, dann "steh dazu". Man rutscht so schnell in die Spirale und entspricht dem was das Umfeld sehen möchte - man tut so als geht es einem gut und alle sind stolz wie taff man ist. Vielleicht musst du den 1. Schritt machen und signalisieren wie es dir geht. Ich wünsch dir so sehr, dass dir dann jemand beisteht. Es gibt so einen schönen Spruch "Ein Freund ist jemand, der die Melodie deines Herzens hört und sie dir vorsingt, wenn du sie vergessen hast". So jemand wünsch ich dir.
Viel Kraft
Tefnut
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