AW: Chemo bei ProstataCa wird nicht besser
Liebe Chica.
Ich bin mit dir traurig, dass dein Paps diese Situation durchmachen muss... Panikattacken, Angstzustände, nicht alleine sein wollen, keinen Hunger, keinen Durst, Weinen... wie schrecklich sind diese Dinge mitanzusehen, grade von einem geliebten Menschen, der immer stark für die Familie war.
Ich weiß leider keinen Rat. Ich versuche mich grade zurückzuversetzen...
Bis auf keinen Hunger und keinen Durst war mein Papa sogar manchmal froh, wenn meine Mama mal 2 Stunden raus ging. Er wollte gerne mal alleine sein.
Damit er die wichtigen Botenstoffe aufnehmen konnte, bekam er ja die parenterale Ernährung über den Port. Zwischendurch hatte er höchstens mal Appetitt auf Mandarinchen aus der Dose. Was "frisches", was kaltes im Mund. Das wars auch.
Auf unser Drängen, ob er (nachdem er schon wegen Dehydrierung im Kh war) auch genug trinkt, sagte er immer "Jaaaa". Die Fragerei nervte ihn und wir haben uns irgendwann gesagt: Dieser Mann ist alt genug, hat so viel erlebt in seinem Leben, lag wegen Flüssigkeitsmangel erst im Kh - wenn er nicht trinkt, dann ist es seine Entscheidung!
Ich las hier des Öfteren was von sauren Bonbons/Zitronenbonbons, damit der Kranke einen erfrischenden Geschmack im Mund hat und dadurch evtl. auch etwas trinkt?
Ich weiß nicht, obs hilft - vielleicht kannst du das probieren?
Obwohl... wenn ich an meinen Paps denke: er hätte die Bonbons nicht gewollt.
Liebe Chica, dass das alles an euren Nerven zerrt - die Angst, das Kümmern, die Sorgen, keinen Augenblick mal in Ruhe genießen können -, ist völlig verständlich. Ihr wollt und könnt es bestimmt auch nicht anders.
Ich habs damals versucht... mich mit einer 2-Tages-Reise abzulenken. Ging nicht so gut. Mal stundenweise, ja. Aber sobald ich nicht mehr abgelenkt war, gingen meine Gedanken wieder nach Hause und kreisten um den Papa. Ich schaute ständig aufs Handy, war zitterig und nervös, oft den Tränen nahe.
Ihr nutzt eure Zeit, die euch bleibt, die euch niemand nehmen kann. Auch wenn es jetzt das Letzte von euch fordert (Nerven, Zeit, Geduld, lass den Haushalt Haushalt sein), werdet ihr immer stolz daran zurückdenken und das Gefühl bekommen, dass ihr das alles richtig gemacht habt.
Ihr seid für den Papa da - und das ist das Allerwichtigste.
Es tut mir so leid, dass ich keine schlauen Tipps parat habe, die euch helfen können...
Ich bin in Gedanken bei dir und deinem Paps und deiner Mama.
Bitte melde dich wieder und halte mich/uns auf dem Laufenden. Vielleicht können wir dich zwischendurch etwas aufbauen.
__________________
Alles Liebe.
**********************
Papa, für immer in meinem Herzen - 31.12.2007
|