...und schon bin ich wieder hier....nochmals hallo...
Es lässt mir keine Ruhe, meine Gedanken kreisen sich und ich habe gerade das Gefühl, mich mitzuteilen... Das Tagebuch reicht diesmal leider nicht aus...
Letzte Woche wurde mein Papi operiert, seine beiden Schläuche von Niere zur Blase wurden erneuert, dies geschieht jährlich.
Natürlich wollte mein Papi auch schnell wieder nach Hause, was auch geschah, denn er schaffte es doch tatsächlich, dass er am Tag danach schon wieder zuhause war.
Nun gut, er hat Gott-sei-dank die OP sehr gut überstanden, trotz seines Zustandes, was mich seeehr erleichterte...
Am Mittwoch Abend erschrak ich als ich mein Papi besuchte. Von der Statur her sah er aus wie E.T.

Durch das Kortison ist sein Oberkörper regelrecht aufgedunst/aufgeschwemmt und sein Gesicht ist rund wie der Mond und seine Gesichtsfarbe gelb...d.h. hellgelb...irgendwie unbeschreiblich komisch. Dann seine dünnen Arme und seine hölzernen Beine, ein unheimliches Bild... Das sich mein Papi, in so wenigen Tagen, äusserlich so extrem Verändern kann, hätte ich nicht für möglich gehalten, da ich ihn
mindestens 2 mal pro Woche besuche.
Auch hat er jetzt wieder diese Phase, dass er nur noch Frühstück isst und dann nichts mehr den ganzen Tag, weil es ihm im Magen nicht gut bekommt und er sonst in der Nacht erbrechen muss.
Seine Chemo naht dem Ende, in zwei Wochen.
Heute meinte die Ärztin, dass sich seine Blutwerte seit zwei Wochen kontinuierlich verschlechtern und heute sei es gerade noch so an der Grenze, aber sollten die Werte noch tiefer fallen, dann braucht er eine Bluttransfusion.
--> kann mir jemand sagen was das jetzt zu bedeuten hat? ..Ist das normal bei diesem fortschritt der Krankheit wegen der Bluttransfusion und geht es danach nur noch bergab...?
UND warum braucht er dies...? ...leider konnte mir google dies nicht beantworten. Vielleicht hat ja jemand diese Erfahrung gemacht und könnte mir helfen, damit ich im Kopf zur Ruhe komme....
Ach, was ich auch noch sagen wollte, dass die Ergebnisse vom CT folgendes ergaben:
- Metas bei oder in den Lymphknoten im Brustbereich hat sich leicht verbessert.
- Metas in der Lunge, keine Veränderung... also nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden.
- Metas in den Knochen und Leber sollen sich scheinbar verschlechtert haben, aber die Ärztin meinte, dass dies wahrscheinlich falsch ausgewertet sei, weil es eigentlich unmöglich sei, dass oben eine Verbesserung oder gleichstand sei und ansonsten eine Verschlechterung.

Wie immer auch dies gemeint ist, die Antwort kam auch heute nach 2 Wochen noch nicht, so wie Ärzte halt sind...sie werfen was in den Raum wo sowieso niemand greifen kann und man darf sich dann wieder Tage-lang den Kopf zermartern, wie und was dies nun zu bedeuten hat...
In Anbetracht dessen, habe ich heute bemerkt, dass mein Papi wieder total in sich gekehrt war. Er sprach kein Wort und starrte vor sich her. Ich lasse ihm auch diesen Rückzug, weil ich kann unmöglich seine Gefühle nachvollziehen und er wird seine Gründe haben, warum er nicht sprechen möchte. Und ihn danach fragen traue ich mich nicht, weil manchmal kann er je nach Frage sehr aufbrausend sein, weil er es gerade nicht erträgt. Auch dies verstehe ich und weiss, dass es nicht gegen mich gerichtet ist, sondern lediglich mit seiner Situation zusammen hängt. Aber wie soll man helfen können, wenn er nicht darüber spricht. Dann bleibt nur eines: Geduld, Geduld und nochmals Geduld, dann abwarten und irgendwann wenn er bereit dazu ist, öffnet er sich von alleine und spricht dann auch darüber. Und bis zu diesem Zeitpunkt, versuche ich von selbst meine Fragen zu beantworten, indem ich stundenlange Nachforsche oder denke....
Im Moment fühle ich mich einfach irgendwie alleine gelassen mit diesem grossen Druck der Ungewissheit... Es fühlt sich ähnlich an, als hätte man mich im Wald an einen Baum gebunden und im nichts stehen lassen -->ich mit mir alleine und ich weiss nicht, was ich mit mir anfangen soll. So lustlos zu sein, ist eigentlich keine Charaktereigenschaft von mir. Aber egal was ich anpacke, es widersteht mir alles, so als hätte mich meine Kraft und Energy komplett verlassen. Nicht mal zum Essen habe ich Lust (-6 kilo) und mein Job, welcher ich immer sooo liebte, ist mir egal... das Gefühl ist weg ich habe eine unheimliche leere in mir...
Ist das den normal? ...soo habe ich mich noch nie gefühlt und ich hoffe, es geht bald wieder vorbei...normalerweise bin ich ein steh-auf-frauchen und bleibe niiie liegen wenn ich falle... aber jetzt kommt es mir vor, als fehle mir die Kraft wieder aufzustehen....

Ich wäre ja schon damit zufrieden, wenn ich Zornig wäre, dann würde ich wenigstens was fühlen... aber nichts ist da....
Gerade kommt mir auch nichts mehr in den Sinn zu schreiben... ist wohl an der Zeit, zum Ende zu kommen...
Danke das ich alles loslassen konnte, obwohl es immer noch nicht besser ist als vorher, aber der Versuch war es Wert...
Gute Nacht allerseits.... bis bald...