Hallo Noferati und natürlich auch alle anderen...
Annika hat es eigentlich genau auf den Punkt gebracht, ich finde auch, dass diese Aufgabe nicht NUR dir überlassen sein sollte, da du noch so ein kleines Kind hast, welches dich auch sehr dringend braucht...
Da ich selber Mutter bin, weiss ich auch, dass man sehr viele Gefühle, vorallem die negativem Gefühle dem Kind in diesem Alter überträgt, desshalb ist es wichtig, dass es dir gut geht, weil dann geht es auch deinem Kind gut...
Aber ich weiss auch, wie einfach man dies sagen kann, wenn man nicht in deiner Situation ist, obwohl wir in ähnlichen Situationen sind, ist es doch bei jedem anderst und je anstrengender der Betroffene ist, je schwieriger wird es für die Angehörigen... Ich kann leider nicht nachvollziehen, dass du diese Aufgabe ALLEINE bewältigen sollst, da dein Schwiegervater bestimmt noch mehr Familienmitglieder hat ausser dich und ich sehe das auch so wie Annika, dass man dies untereinander aufteilen sollte und nicht du diese Belastung alleine tragen musst. Wichtig ist es sicher, dass du dich mitteilst und dies nicht einfach hinnimmst... du solltest dich wirklich wehren...
denke daran dass dein Kind dich mehr den je braucht....
Vielleicht könnt ihr euch in der Familie soweit arrangieren, dass man die Zeit vernünftig untereinander aufteilt, so dass jeder sein eigenes Leben weiterleben kann, nebst der Betreuung deines Schwiegervaters....
Mehr kann ich dir dazu leider auch nicht raten... was ich dir vielleicht noch auf den Weg mitgeben kann ist, dass der Betroffene viele Launen mit sich bringt, je nach dem wie ER sich fühlt...diese verschiedenen Launen sind normal, jedoch teilweise sehr verletzbar... Ich kann dir ein Beispiel dazu nennen...
..Mein Vater und ich hatten schon immer eine sehr enge Bindung zueinander und wir suchten immer die Nähe des anderen, d.h. er spielte oft mit meinem Haar-zopf, legte die Hand auf meine Schulter..etc...also kleine Gesten und ich musste ihn immer bei jeder Gelegenheit knuddeln, dies war und ist meine Art ihm zu zeigen, dass ich ihn Liebe.
Nun, seit er diese Krankheit ist, verträgt er diese Nähe teilweise nicht mehr, er wies mich oft sehr karg zurück, wenn ich ihn umarmen wollte...am Anfang erschrak ich sehr und ich hätte am liebsten losgeschrien, weil es mich soo sehr verletzte, aber nach langem nachdenken verstand ich es dann, dass es nicht um mich ging oder gegen mich gemeint war, sondern das mein Papi mit seiner Krankheit so sehr zu kämpfen hatte im Sinn von --> sehr grosser Übelkeit, Schmerzen, dass er jegliche Nähe nicht vertrug. Heute weiss ich das und heute frage ich ihn immer, ob ich ihn drücken darf und so kann er dann selber entscheiden ob er mag oder nicht...
Ich will dir damit sagen, dass die Betroffenen die Angehörigen verbal sehr verletzen können, es muss aber nicht zwingend sein...Aber man sollte sich darauf vorbereiten und es nie persönlich nehmen, denn wir Wissen nicht, was in IHNEN vorgeht und wir können es auch nicht nahvollziehen... Bei meinem Papi ist es manchmal so, als wenn er um-sich-schlagen würde, weil er weiss, dass er seinen Kampf gegen den Krebs verlieren wird. So schlimm das klingen mag für uns, umso schlimmer ist es für den Betroffenen, wenn ER weiss, dass er die Macht nicht hat, diesen Kampf zu gewinnen....
Jedoch sage ich immer, WUNDER gibt es nach wie vor und solange man lebt, gibt es immer eine Chance...ich diesbezüglich gebe nicht auf, solange mein Papi lebt...
Ich hoffe Noferati, dass ich dir ein bisschen was gutes tun konnte...jedoch musst du für dich die Entscheidung alleine treffen...aber ich denke, im Sinne deines Kindes wirst du richtig handeln...
Nun schicke ich dir ganz viiiel Kraft....
Liebe grüsse an dich Noferati und AN EUCH ALLE...