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Alt 23.03.2010, 14:22
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HelmutL HelmutL ist offline
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Standard AW: Was ist das Richtige?

Hallo Andrea,

zuerst mein tiefstes Mitgefühl für euch.

Meine Enkelinnen waren 3 und 5 Jahre alt. Ihr Papa und ihre Mama haben mit den Beiden ganz offen und einfühlsam gesprochen, sie vorbereitet auf das, was nun ist. Beide waren bei der Trauerfeier anwesend. Sie hatten, jede für sich, ein Bild für ihre geliebte Oma gemalt und dieses mitgebracht. Papa und Mama standen auch mit ihnen am Grab, ein klein wenig abseits und Mama hat dann die beiden Bilder für sie auf den Sarg gelegt.

Wir hatten im Voraus gewünscht, dass der Sarg nicht wie üblich ins Grab abgelassen wird, sondern oben bleibt, bis die Trauerfeier vorbei ist und die Trauergäste nicht mehr auf dem Friedhof. Das galt auch für uns, vorallem auch wegen der Kinder. Sie sollten nicht sehen, wie der Sarg mit ihrer Oma in der Erde verschwindet. Es war auch jederzeit klar, dass meine Älteste oder mein Schwiegersohn mit den Beiden die Feier verlassen würde, sollte es nicht anders gehen.

Sie hatten verstanden, was da passiert ist, soweit ihr Alter das zuliess. Sie wollten auch dabei sein. Ihre Oma sitzt auf einer Wolke und schaut ihnen zu.

Kinder, auch und vielleicht gerade, in diesem Alter verstehen mehr, als wir Erwachsenen es ihnen zugestehen. Sie verstehen es anders, meist sogar besser. Es liegt an uns, ihnen das zuzutrauen und sie dabei zu unterstützen. Ganz sicher jedoch ist das auch von Kind zu Kind verschieden, das hängt von vielem ab. Nicht jedes Kind wird das ertragen können.

Du hast viele Ratschläge erhalten. Sucht euch das für das kleine Mädchen von 7 Jahren heraus, was das beste für sie ist. Vielleicht auch eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Ist eh in solchen Momenten meist das Richtige.

Achja, einen Tipp hab ich noch. Kennt ihr in eurem Umfeld Menschen, welche sehr "nahe ans Wasser gebaut" haben? Ich kenne einige davon. Dann sprecht mit ihnen klar und offen, dass sie sich zurückhalten und vielleicht dann auch einfach ein Stück weggehen, wenn sie denn nicht anders können. Sorgt dafür, dass es ruhig und würdevoll zugeht. Ich habe z.B. dafür gesorgt, dass eine Bekannte, von der ich wusste, sie schafft das nicht, vor der Beisetzung zum Arzt ging und sich etwas zur Beruhigung geben lies. Ihr tut allen Kindern, die anwesend sind, damit einen grossen Dienst. Es würde sie sonst nur zusätzlich sehr schwer belasten.

Wir hatten auch dafür gesorgt, dass einige Bekannte darauf achten, falls jemand sich doch nicht beherrschen kann in Gegenwart der Kinder, dass sie die Betreffenden dann beruhigen oder im Extremfall auch ein Stück zur Seite bringen. Zum Schutz der Kinder!!!


Alles Liebe

Helmut
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