junge Frauen und der Tod der Mutter
Liebe Annett,
auch ich habe meine Mutter vor zwei Monaten durch Krebs verloren und weiss, wie schwer es ist, als Angehöriger damit umzugehen. Ich glaube, dass es in jedem Alter schmerzhaft ist, wenn man die Mutter verliert, egal ob sie jünger oder bereits älter ist. In manchen Stunden hilft mir der Gedanke, dass es "normal" ist, dass die Mutter vor einem selbst geht, denn der Umkehrschluss wäre, dass man vor seiner Mutter sterben müsste, und dann würde die Mutter einem in das Grab sehen müssen, was sicherlich ganz fürchterlich für jede Mutter ist. Ausserdem ist es doch so, dass jede Mutter will, dass es Ihrem Kind gut geht. Es wäre keiner Mutter recht, wenn Sie wüsste, dass ihr Kind so sehr trauert, dass es den Lebensmut verliert. Es hilft mir auch, dass ich mir sage, dass wir alle nur eine begrenzte Zeit auf Erden leben werden und nicht wissen, wann und wie wir selbst einmal sterben werden. Wer wird dann um uns weinen?
Es ist einfach der biologische Ablauf, dass wir alle nicht
ewig leben können. Leider bin ich auch nicht immer so gefasst und weine viel momentan. Jedoch finde ich es ganz normal, dass jeder, der so etwas durchmachen muss, die nächsten Jahre lernen muss, mit dem Verlust umzugehen, sprich, Trauerarbeit zu leisten.
Ich wünsche Dir, mir, und allen anderen, die diese Trauerarbeit leisten müssen, dass wir emotional gefestigter und charakterlich gestärkt nach dieser Zeit sind.
Viele liebe Grüsse
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