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Alt 04.04.2004, 22:10
Gast
 
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Standard junge Frauen und der Tod der Mutter

Hallo Mia, hallo Sandra und alle Anderen

Bin irgendwie im ganz falschen Thread; bin keine junge Frau und meiner Mutter geht es gut, zumindest physisch. Und ich bin auch kein "Hinterbliebener". Mein Vater lebt noch, aber vermutlich nicht mehr lange. Es sieht sehr sehr schlecht aus für ihn. Kleinzelliges Lungenkarzinom...
Tja, dieser scheiß Krebs verändert so manches. Irgendwie haben wir es ja schon immer gewusst, dass unsere Zeit auf dieser komischen kleinen blauen Kugel begrenzt ist. Nur verdrängen wir das alle sehr gerne; ist so einfach und bequem. Bin (ehrenamtlich) im Rettungsdienst tätig und hab schon viel gesehen. Aber es trifft natürlich immer nur die Anderen. So belügt man sich selbst und lebt ganz gut damit, bis einen das Schicksal vom Gegenteil überzeugt.
Ich kann Euch sehr gut verstehen, dass Ihr Probleme habt mit dem Studium. Mein Job hat auch schon ziemlich gelitten, weil ich einfach nichts mehr auf die Reihe bekomme und ich mich nicht mehr so recht konzentrieren kann. Alles dreht sich nur noch um meinen Vater. Was kann ich noch tun für ihn, außer immer für ihn da zu sein, das Internet nach hilfreichen Informationen zu durchsuchen? Ich mache, was in meiner Macht steht; und doch ist es letztendlich so wenig und ich habe ein schlechtes Gewissen.
Mir graut vor dieser Zeit und diesem Weg, den Ihr schon ein Stück weit beschritten habt.
Hab` einfach in diesen Thread mal reingeschaut, um vielleicht ein kleines bisschen darauf vorbereitet zu sein, was da noch kommt.
Und bei all der Scheiße, etwas Positives habe ich aus der letzten Zeit doch auch mitgenommen. Nämlich mich an ganz kleinen, scheinbar unbedeutenden Dingen zu freuen. An einem Tag ohne neue Hiobsbotschaften, an einem Sonnenstrahl, der durch eine kleine Wolkenlücke bricht, an einem Blümli, dass sich durch den Schnee gekämpft hat, an einem Lächeln im Vorübergehen...

Lieb`s Grüßle

Joachim
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