AW: Wie geht man damit um?
hallo tischlerin!
das ist lieb, dass du nachfragst wie es uns geht! leider ist es nicht ganz so schön. meine schwiegermama ist seit dienstag zum 4. zyklus in der klinik. die ärztin (die sie allerdings nicht kannte) war wohl sehr unsensibel im aufnahmegespräch. sie hat ihr gesagt, es habe sich nicht viel verändert und dass sie ja sowieso nicht mehr gesund werde. außerdem solle sie ihre dinge regeln und jeden tag genießen...
das hat meine schwiegermutter natürlich total umgehauen. sie war völlig irritiert und entsprechend deprimiert. später in der visite hat dann aber wohl der oberarzt gesagt, dass es sich doch verbessert habe. das hat sie wieder etwas aufgebaut. sie sagt, sie wisse ja, dass sie nie wieder richtig gesund werde. sie glaubt, der krebs würde jetzt weggehen und dann muss man nur dafür sorgen dass er nicht wieder kommt. sie dreht sich die worte der ärzte aber natürlcih auch so zu recht, dass sie für sie positiv klingen. dazu kommt, dass sie, wir vermuten wegen ihres natrium-mangels, auch noch etwas schusselig ist und dinge vergisst. es ist schon grausam mit an zu sehen (bzw zu hören, wir wohnen leider etwas weiter weg und können nur täglich telefonieren).
das war also das erste mal, dass ihr jemand die tödlichkeit der krankheit so nahe gebracht hat. ich bin allerdings auch etwas verärgert, dass die ärztin das so gemacht hat. ich meine, man muss doch merken, wie jemand gestimmt ist. und wenn ihr jemand die dramatik der situation aufzeigen muss (was meiner meinung nach auch sehr wichtig ist. wie der betroffene dann damit umgeht, ob er es verdrängt oder versucht damit zu leben, ist dann ja sein persönlicher weg), ist es doch nicht die aufnahmeärztin, sondern die ärztin, die sie kennt und behandelt und die therapie plant.
über die weitere therapie wird dann in 3 wochen nach einem neuen ct entschieden. es läuft wohl noch auf eine chemo hinaus und dann evtl bestrahlung. meine schwiegermama glaubt, dann ist alles weg...
und auch mein schwiegerpapa will immer noch nicht die ernsthaftigkeit der situation wahrhaben. jedenfalls macht es den anschein. oder er will nicht darüber sprechen. ich weiß es nicht. das macht uns fast noch mehr sorgen.
danke fürs lesen,
ammi
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