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#1
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Ich habe erst jetzt festgestellt, dass mein Kind mehr als gedacht unter meiner Erkrankung gelitten hat. Er kam in eine neue Schule und 4 Monate später ging das Drama los. Er wurde ständig aufgezogen und gehänselt und dann kam er nach Hause und da lag ich dann völlig kraftlos. Es gab sehr viele Tränen und ich dachte, dass es verarbeitet ist. Vor kurzem kam mein Kind (er ist jetzt übrigens erst sieben JAhre alt) und sagte unter Tränen , dass er froh ist, dass ich am Krebs nicht gestorben bin. Für mich ein Zeichen, dass er überhaupt noch nichts verarbeitet hat. Wo kann ich mir für ihn Hilfe holen? Ich komme aus Berlin.
Vielen Dank schonmal. |
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#2
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Hallo Jean 75,
ich weiß seit März, dass ich Brustkrebs habe und wir haben auch 2 Jungs (6 und 8). Ich habe/hatte auch große Angst, dass meine Kinder unter der Erkrankung leiden. Wir sind von Anfang an ganz offen mit der Erkrankung umgegangen und haben die Kinder auch immer in alle Gespräche einbezogen. So haben sie sich auch beteiligt und auch ihre Ängste immer mal kundgetan ("Mama stirbst du jetzt?" und "bist du wieder so lange im Krankenhaus" oder auch "warum darf ich nicht fernsehen, du bist doch eh wieder zu müde um mit mir zu spielen..."). Meine Kinder sind sehr unterschiedlich, der Ältere frißt seinen Kummer in sich hinein und der Jüngere kann seinen Gefühlen sehr gut Ausdruck verleihen. Wir haben sehr schöne Bücher gefunden, um den Kindern die Erkrankung erst einmal begreiflich zu machen ("Der Chemokasper" oder "Als der Mond vor die Sonne trat") und haben Schule und Kindergarten über die Erkrankung informiert, damit auch die Erzieherinnen wissen, warum die Kinder vielleicht ungewohnt reagieren. Mein Kleiner hat zum Beispiel erst einmal erzählt, dass Mama jetzt eine Plastikbrust hat. Wir versuchen auch ihnen Selbstbewußtsein mitzugeben, falls sie mal gehänselt werden ("deine Mama hat eine Glatze", darauf unser Großer: "na und, das machen die Chemomännchen, aber die fressen auch die blöden Krebszellen und meine Mama ist bald wieder gesund!"), aber das ist schon sehr schwierig. Meine Freundin ist seit drei Jahren in der gleichen Situation (Brustkrebs, auch 2 Kinder 6 und 8) und ihre Tochter litt extrem unter Trennungsängsten. Ein Krankenhausaufenthalt war jedesmal eine Katastrophe, owohl die Kinder bei Oma und Opa und uns Freunden gut unter waren und versucht wurde Normalität zu wahren. Sie fand Hilfe in einer Mutter Kind Kur mit Kinderpsychologen. Frag doch mal deinen Kinderarzt danach oder auch in Selbsthilfegruppen oder in deinem Brustzentrum. Hast du Hilfe in Familie und Freundeskreis? Sorgen um die Lieben haben uns jetzt gerade noch gefehlt. Alles Gute für Euch ![]() Dolphin |
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#3
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Hallo Jean,
die Deutsche Krebshilfe gibt einen Ratgeber 'Hilfe für Angehörige' heraus, in dem auch auf die speziellen Bedürfnisse Kinder krebskranker Eltern eingegangen wird. und nennt Kontaktadressen und Anlaufstellen. Den Ratgeber kannst du kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe bestellen oder als PDF herunterladen unter http://www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html. Liebe Grüsse
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Birgit64 במאי יש לך תמיד סיבה מספיק להתלונן |
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#4
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Mir ist noch was eingefallen....
http://www.kinder-krebskranker-eltern.de/ http://www.hilfe-fuer-kinder-krebskr...de/index2.html http://www.rvfs.de/ LG Dolphin |
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#5
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Zitat:
Zunächst mal: Es ist kein schlechtes Zeichen, dass Dein Sohn weint und Dir sagt, dass er froh ist, dass Du nicht gestorben bist. Weinen und Ängste und auch Erleichterung aussprechen gehören zum Verarbeitungsprozess dazu, egal, ob bei Kindern oder Erwachsenen. Viel bedenklicher ist, wenn Kinder mit ihren Empfindungen und Ängsten nicht mehr nach aussen treten. Und: Versuche bitte aus der Perspektive zu schauen, für Dich selbst nach Hilfe zu suchen. Es ist zunächst mal Dein Wunsch, Deinem Sohn bei der Verarbeitung Deiner Erkrankung zu helfen, und es ist Elternsache, sich selbst zu stärken, um ihre Kinder zu stärken. Ich würde Dir empfehlen, Dich an das Jugendamt Deiner Stadt zu wenden und Dich nach Erziehungsberatungsstellen in Deiner Stadt zu erkundigen. Dort kann man zunächst Gesprächstermine ohne Kind vereinbaren und sich zur individuellen Problemlage beraten lassen. Nicht nur zum Thema Krebs in der Familie, sondern auch zum Problem Schulmobbing. Ich arbeite selbst als Pädagogin beim Jugendamt, kooperiere oft mit MitarbeiterInnen von Erziehungsberatungsstellen, und weiss, dass dort wertschätzend und proffessionell auf Anfragen reagiert wird. Ein Nachteil kann sein, dass es evtl. eine längere Wartezeit auf einen Termin gibt. Wenn Du Dich ans Telefon hängst und Dich gezielt nach Erziehungsberatungsstellen in Deinem Stadtbezirk erkundigst, kannst Du Telefonnummern der städtischen und auch kirchlichen Stellen erhalten. Alles Gute für Euch. Sandra
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Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere tiefsten Schätze bewahren. Rilke |
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