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#1
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Hallo Ihr Lieben,
mir geht es zur Zeit seelisch nicht so doll. Habe im Mai 09 meine Diagnose bekommen invasiv ductales Mamma CA G3. Dann ging im Juni die Chemo los, die auch sehr gut Ansprach, dann im November die OP Ablatio rechts, links habe ich gleich verkleinern lassen und Lymphknoten wurden aus der rechten Axilla entfernt. Es wurden 13 entnommen und 6 waren davon leicht befallen die restlichen waren tumorfrei, die 6 befallenen waren direkt an der Brust und da die Brust ja abgnommen wurde sind somit auch die befallenen Lymphknoten weg. Die Bestrahlung habe ich dann von Januar an 6 Wochen durchgezogen. Jetzt soll ich noch 5 Jahre Tamoxifin nehmen, womit ich heute anfangen werde. Mein Blutbild sieht soweit gut aus und mein Gyn hat sich auch die Brust angeschaut. Habe dann im Mai im Brustzentrum meine erste Ultraschall-Nachsorge. Ich bin nur momentan psychisch sehr unten, ich weiss auch nicht, woher das kommt. Kann es sein, das man nach der Therapie in so ein Loch fällt????? Mein Operateur hat gesagt, er ist mit dem Ergebnis super zufrieden und sie haben alles weg bekommen. Nur man macht sich halt doch Gedanken und die grosse Angst, ob wieder was kommt ist immens hoch bei mir momentan. Ich habe zum Ende der Bestrahlung auch noch ein Knochszintigramm, eine Bauchsono und ein Kopf MRT machen lassen, alles ist ok. Vielleicht könnt Ihr mich ja ein bisschen aufmuntern, wie ging es Euch so nach Therapieende? War die Angst auch so enorm? Ich will doch noch lange leben, bin jetzt 44 Jahre alt, das kann es doch noch nicht gewesen sein. Viele im Bekanntenkreis sagen nun, jetzt hast Du doch alles geschafft, jetzt bist Du wieder gesund. Fakt ist doch aber, mein Körper muss sich wohl auch von den ganzen Strapazen des letzten Jahres erholen und es kann immer wieder was auftauchen, nur viele denken, jetzt ist sie mit der Therapie durch und nun ist wieder alles in Ordnung. Nur die Angst versteht keiner, und alle sagen gesunde können auch jeden Tag krank werden und ich in einer engmaschigen Kontrolle doch sei, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen und das leben geniessen. Aber die Gedanken sind halt da ![]() ![]() Liebe Grüsse die traurige Niki |
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#2
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Hallo Niki,
mach dir mal nicht so viele Gedanken um das was andere jetzt von dir denken oder erwarten. Du hast eine strapaziöse Therapie hinter dir. Von den seelischen Konflikten, die eine solche Erkrankung mit sich bringt, verstehen Nicht-Erkrankte ohnehin nichts. Klar kann jeder Gesunde auch erkranken aber unsereins hat nun mal das Thema schon angefangen, musste sich damit und mit der eigenen Sterblichkeit plötzlich auseinander setzen. Und das Risiko, dass irgendwann Metastasen auftreten ist nun mal da. Die Angst wird nie ganz verschwinden, genausowenig wie das Risiko einer Neu-Erkrankung je ganz verschwindet. Dass du jetzt in ein Loch fällst ist auch ganz normal. Die meisten hatten diese Phase. Irgendwie war man über einen langen Zeitraum immer beschäftigt mit dem Thema, mit Arztbesuchen, Therapien usw. und plötzlich ist da nichts mehr. Man steht irgendwie allein da und muss sich erst mit dem Gedanken arrangieren. Genauso wie mit der Tatsache, dass man öfter mal an seine Grenzen stösst weil der Körper vielleicht nicht so möchte wie der Kopf. Lass dir nicht von anderen einreden, wie du dich jetzt zu fühlen hast. Aufmunternde Grüsse
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Birgit64 במאי יש לך תמיד סיבה מספיק להתלונן |
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#3
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Hallo Niki,
wenn Leute sagen, Du sollst Dir keine Sorgen machen, finde ich das recht arrogant. Ich kann Dich gut verstehen. Bisher warst Du in der Obhut von Ärten, warst beschäftigt. Jetzt sollst Du "nur" Tamoxifen nehmen. Man fällt in ein tiefes Loch, weil man irgendwie nicht weiß, wie es weitergeht. Ich habe damals gesagt, ich komme mir vor, als ob ich auf einer Bombe sitze. Jeden Augenblick kann sie losgehen. Das kann bei jedem passieren, auch wenn er gute Prognosen hat. Natürlich hofft man, dass alles gut bleibt. Das sollte man auch. Ein Gesunder versteht unsere Sorgen nicht. Lass Dich ![]() ![]() ![]() ![]() : knuddel:![]() ![]() ![]() :knudd el:![]() ![]() ![]() ![]() :k nuddel:Liebe Grüße Ortrud ![]() ![]() ![]() ![]()
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#4
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Liebe Niki,
es tut mir leid, dass Du da gerade so drin steckst. Und sage Dir. Es ist so. Jede mag es noch ganz individuell anders empfinden, und je nachdem wie man "gestrickt" ist, auch nochmal so oder so, oder anders, damit umgehen. Habe Verständnis für Dich, dass Du Dich jetzt so fühlen darfst. Es ist ganz viel geschehen, Du, Andere, haben ganz viel getan. Es war "Rush hour" in Deinem Leben, mit dem Ziel etwas ganz Fieses und Bedrohliches abzuwehren, in den Griff zu bekommen. Was auch immer das heißen mag. Und jetzt soll das mit einer? Tablette so weitergehen? Du gehst von Tempo 200 auf 50 km/h. Du wirst sozusagen entschleunigt. Da muss Deine Umgebung anders aussehen. Und Du wirst nach dem Trauma an Krebs erkrankt zu sein auch mit anderen Augen schauen. Das ist so. Benutze Deine Augen bitte dazu, mit liebevollem Verständnis, mit Nachsicht und Wohlwollen auf Dich zu schauen, immer wieder mal. Ich muss schmunzeln, wenn ich mich daran erinnere, dass ich mein "erstes" Loch nach der Behandlung dazu genutzt habe, mich für eine Woche in die Türkei abzusetzen. So handlungsunfähig und fertig und vor allem verunsichert, wie es denn nun weitergehen soll, hat meine Reaktion wirklich seltsame Blüten getrieben. Es wird weitergehen, Du befindest Dich jetzt in einer anderen Liga, hast da viel geleistet. Andere sind und konnten da nicht folgen. Die, die es doch können, behalte sie Dir. Liebe Niki, alles was Du weiterhin erfährst, fühlst, denkst, bist Du. Das ist richtig und wichtig so. Sei lieb gedrückt. Ute |
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#5
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Danke für Eure Antworten
![]() Birgit, da hast Du wahrscheinlich recht, man steht jetzt erst einmal alleine da, keine Therapie etc. jetzt hat man halt wieder Zeit zum Nachdenken und man sagt sich, hallo was habe ich schon alles geschafft, ich versuche auch nach vorne zu schauen, ist halt nur nicht immer einfach, habe aber einen lieben Mann und das ist auch schon sehr viel wert. Ortrud, Du hast ja auch schon lange mit dem Thema zu tun, Hut ab, vielleicht braucht es wirklich auch seine Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Ute, auch Dir vielen Dank für die lieben Worte. Das mit dem Tempo von 200 auf 50, trifft es wohl auch auf den Punkt. Niki, die hier im Forum viele bewundert, wie sie es alles so anpacken |
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#6
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Musst du gar nicht. Du hast doch selbst auch schon so viel angepackt und bewältigt in den letzten Wochen und Monaten. Kannst stolz auf dich sein, dass du das geschafft hast. Einfach war das sicherlich nicht und bestimmt hast du auch den einen oder anderen Tiefschlag weggesteckt und dich wieder aufgerappelt.
Du wirst auch deinen ganz eigenen persönlichen Weg finden mit der Erfahrung umzugehen und die Zukunft anzunehmen. Hauptsache ist, du lässt dir nicht von anderen, die nicht wissen wovon sie sprechen (G'tt sei Dank, denn die Erfahrung wünscht man ja auch niemandem) permanent einreden, wie und was du zu tun, zu denken und zu fühlen hast. Ermutigende Grüsse
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Birgit64 במאי יש לך תמיד סיבה מספיק להתלונן |
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#7
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Du wirst auch deinen ganz eigenen persönlichen Weg finden mit der Erfahrung umzugehen und die Zukunft anzunehmen.
Das will ich hoffen, und ich hoffe auch das die Depriphasen auch wieder nachlassen. Niki |
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#8
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ich wollte eigentlich Deinen Satz zitieren liebe Birgit, aber irgendwie hat es nicht hingehauen.
Niki |
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#9
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Zitat:
Gerade vorgestern war so eine Phase. Ich habe das hier im Forum mitgeteilt und bekam ganz liebe Antworten und Aufmunterungen, dass es mir bald besser ging. Schreib uns, wenn Du Sorgen hast, Du bekommst bestimmt passende Antworten. Kopf hoch und lass Dich ![]() ![]() ![]() Ortrud ![]() ![]() ![]() ![]()
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