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  #1  
Alt 19.11.2005, 20:40
Benutzerbild von Vanilla
Vanilla Vanilla ist offline
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Registriert seit: 15.11.2005
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Standard Angst...vor allem um meine Kinder

Ihr Lieben,

ich bin dieses Wochenende allein zu Hause und habe mich mal wieder stundenlang im Netz rumgetrieben. Obwohl ich weiß, dass ich oft auf Dinge über meinen BK stoße, die mir Angat machen, möchte ich doch so gut wie möglich informiert sein.
Und nun ist es mal wieder passiert, ich schiebe den Blues. Habe wohl zuviel Dinge gelesen, die mich "runter ziehen".
Dass meine Prognose (G2, Lymph.5/16, Her2neu 3+) nicht die beste ist, weiß ich. Ich bin auch noch ein realtiver Frischling, Ablatio war vor einem viertel Jahr, momentan läuft Chemo.
Natürlich vesuche ich positiv zu denken, ich hatte eine sehr gute Operateurin, fühle mich bei meinem Onkologen in guten Händen und werde wahrscheinlich auch das Herceptin genehmigt bekommen.
Trotzdem habe ich im Moment mal wieder eine Heidenangst.
Ich bin Mama von zwei Jungs, 8 und 12, mein Lebensgefährte ist nicht ihr leiblicher Vater. Für ihren "Erzeuger" habe ich nur noch Verachtung übrig, mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich habe nicht einmal den Mut, die Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, hier in Worte zu fassen... was wäre wenn? Eigentlich möchte ich gar nicht darüber nachdenken oder reden, es am liebsten von mir schieben, aber tief in mir weint es verzweifelt. Ich weiß nicht, ob ihr mich verstehn könnt...ich möchte keine Eventualitäten, die Zukunft und die Kinder betreffend durchsprechen, trotzdem muß ich mir meine Gedanken hier einfach einmal von der Seele tippseln. Dies hier ist der einzige Platz, von dem keiner in meiner Familie weiß, dass ich mich hier rumtreibe.
Mir ist das Herz heute wieder einmal so schwer, meistens bin ich die, die immer soooo stark ist und einen solchen Optimismus versprüht. Das ist auch meistens so, aber allzuoft überkommt mich diese Verzweiflung bei den Gedanken an meine Jungs. Verdammt nochmal, ich will nur so lange da sein, bis sie auf eigenen Füßen stehen können!

Ich habe momentan solche Angst, nicht um mich, um meine Kinder.

Danke,dass ich es mir hier von der Seele schreiben konnte.

Liebe Grüße

Vanilla
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  #2  
Alt 19.11.2005, 21:02
Benutzerbild von Caroline3
Caroline3 Caroline3 ist offline
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Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Liebe vanilla!
Ich kann dich so gut verstehen! Auch ich bin eigentlich eine Optimistin und denke fast immer positiv, aber auch mich überkommt gelegentlich der Blues - wie du es nennst. Auch ich bin Mutter von zwei Kindern, 11 und 14 und kenne dieses Ängste und Fragen nur zu gut! Aber ich ziehe mich dann selber wieder hoch! Die Kinder gaben uns ja auch so viel Kraft. Ich will sie aufwachsen sehen, ihren Lebensweg begleiten und ihre Entwicklung mitverfolgen!
Ich drücke dir die Daumen, wünsche dir viel Kraft und Mut - wir schaffen das schon!!!
Alles Liebe und Gute von Caroline
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  #3  
Alt 19.11.2005, 21:34
Benutzerbild von Manuela46
Manuela46 Manuela46 ist offline
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Beiträge: 381
Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Hallo Vanilla,

so wie es dir im Moment ergeht, ging es mir im letzen Jahr. Ich habe auch die Brust amputiert bekommen, bin auch Her 2 neu +++ und hatte auch Lymphknoten befallen 4 von 15. Genau wie du habe ich zwei Kids jetzt 12 und 15, und zum Zeitpunkt der Diagnose und Op war ich alleinerziehend. Meine ersten Gedanken galt den Kindern, was wird aus ihnen wenn ich nicht mehr bin und so weiter.
Heute geht es mir wieder gut, habe meinen Lebensgefährten mit dem ich einige Monate vor dem Krebs schluss gemacht hatte mittlerweile geheiratet. Du siehst irgendwann gibt es auch wieder Licht am ende des Tunnels. Obwohl ich mir das damals nicht vorstellen konnte.

Wir Frauen sind eine starke Persönlichkeit, wir lassen uns nicht unterkriegen.
Versuche das alles nicht so aussichtslos zu sehen. Deine Kinder geben dir Kraft und du bist nicht ganz allein.

Wenn du die Chemo hinter dir hast wird es dir auch wieder besser gehen, glaub mir. Was bekommst du für eine chemo? Gehst du anschließend in die Reha? Tu dir so viel gutes wie du nur kannst damit das Leben wieder lebenswert wird.

Und noch einen Rat. Suche nicht nach jeder Kleinigkeit im Netz, ich hatte das auch gemacht und war jedes Mal fertig. Ich bin fast ein Jahr lang nicht mehr im Netz gewesen, erst seit September diesen Jahres bin ich wieder im KK. Jetzt hab ich etwas Abstand gewonnen und kann einige Sachen lockerer sehen.

Wenn du trost brauchst oder dich ausheulen willst komm hier in den KK. Hier findest du immer jemanden der dich aufmuntert. Aber suche nicht unbedingt nach Infos über deinen Krebs, lass erst einmal Gras über die Sache wachsen.

Ich hoffe du missverstehst mich nicht. Natürlich will ich dir nichts vorschreiben ich sage dir nur wie es bei mir war und ich dir gut nachempfinden kann.

So ich hoffe ich konnte dich ein wenig aufmuntern. Lass dich umarmen.

Kopf hoch auch du schaffst das. Deine Kinder brauchen dich noch.

Ganz liebe Grüße

Manuela
__________________
Carpe Diem!

Ich kann, weil ich will, was ich muss! Immanuel Kant
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  #4  
Alt 19.11.2005, 22:03
Benutzerbild von Renate2
Renate2 Renate2 ist offline
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Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Hallo Vanilla,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch wenn meine Tochter zum Zeitpunkt der Erkrankung schon 17 war (inzwischen ist sie 18), mache ich mir oft Gedanken - was wäre wenn.
Allerdings habe ich auch in der Zwischenzeit etwas besser gelernt, mit dem Internet und den Informationen umzugehen. Manches mal zieht es mich nach wie vor eher runter, die Gefahr besteht gerade zu Anfang. Du bezieht dann viele negativen Informationen auf Dich und das ist nicht gut.
Bei mir waren 17 Lymphknoten befallen und bereits Metastasen vorhanden. Zum jetzigen Stand der Dinge kann ich nur sagen, daß es mir trotz alledem recht gut geht.
Sprich über Deine Ängste, tue Dir öfter mal was Gutes, mit der Zeit wirst Du auch lernen, mit Deiner Erkrankung zu leben.

Alles Gute
Renate
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  #5  
Alt 19.11.2005, 22:10
Benutzerbild von Biggi
Biggi Biggi ist offline
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Beiträge: 512
Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Hallo Vanilla,

wie gerne würde ich Dir und den anderen hier die Angst nehmen. Kann es aber leider nicht. Kann Euch nur sagen, dass Ihr einfach stark sein müßt. Wegen Eurer Kinder und für Eure Kinder! Und ich denke mal, gerade der Wunsch, die Kinder nicht verlassen zu müssen, gibt Euch die nötige Kraft, dem Feind in Eurem Körper den Kampf anzusagen. Laßt Euch nicht unterkriegen. Ihr seid stark - daran müßt Ihr glauben - auch wenn es Euch hin und wieder mal umhaut. Doch für diese Momente habt Ihr ja das Forum und uns. Hier könnt Ihr Euren Schmerz hinausschreien, keiner wird es Euch verübeln.
Ich weiß auch, wie das ist, wenn man nicht ständig die Familie in Angst und Schrecken versetzen will. Gerade bei Kindern muß man da sehr feinfühlig sein. Noch dazu, wenn sie in solch schwierigem Alter sind wie Eure.
Ich habe 5 Enkelkinder im Alter von 12 bis zu einem Jahr und möchte diese natürlich auch aufwachsen sehen. Und da ich sehr opitmistisch denke, wird mir das auch gelingen - genau so wie Dir, liebe Vanilla. Laß den Kopf nicht hängen. Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein! Ich drück Dich jetzt einfach mal und wünsche Dir trotz allem (oder gerade deshalb) ein schönes Wochenende!
__________________
Liebe Grüße
Biggi

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Wir hoffen immer, und in allen Dingen ist besser hoffen als verzweifeln... (Goethe)
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  #6  
Alt 19.11.2005, 22:53
Elke8 Elke8 ist offline
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Lächeln AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Hallo Vanilla,

lass Dich erst einmal ganz feste drücken. Ich kenne das Gefühl auch. Meine OP liegt nun schon 5Jahre zurück. Zu Anfang hatte ich auch die Angst, was ist wenn. Aber dann habe ich mir gesagt, nee meine liebe, ich kämpfe. Hier im KK kannst Du Dir alles von der Seele reden. Das machen alle hier. Hier hört Dir jede zu. Auch mir haben alle sehr gehofen. Ich wünsche Dir alles Gute.

Liebe Grüße
Elke
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  #7  
Alt 19.11.2005, 23:11
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Vanilla Vanilla ist offline
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Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Hallo ihr alle,

ich sitze hier und mir laufen die Tränen.
Ich danke euch sehr für eure lieben Postings. Es tut gut zu sehen, dass ihr mich versteht.
Es ist diese Angst vor der Zukunft meiner Kinder, wenn...Wie gesagt ist mein Lebensgefährte nicht ihr leiblicher Vater und es wäre nicht auszudeken, wenn sie bei genau dem (dem leiblichen) aufwachsen müssten.
Aber ich lass mich nicht unterkriegen, versprochen! Ich habe Ärzte, denen ich vertraue, einen wunderbaren Mann an meiner Seite, eine tolle Familie und fabelhafte Kinder, das sage ich mir immer wieder. Was soll da schon schief gehen!
Und vielleicht habt ihr recht und ich sollte mich nicht ganz so viel im Netz rumtreiben und mir bange machen lassen.
Ich pack das!

Nochmal ein ganz dickes Danke an euch alle.

Liebe Grüße

Vanilla

PS: @Manuela: Ich bekomme FEC-Chemo, habe gerade die erste Gabe des 3. Zyklusses hinter mir und vertrage sie inzwischen ganz gut. Im Moment genieße ich es, die Zeit zu haben, meinen Körper ausführlich zu pflegen, auch wenn mein Körperbild sich im Vergleich zu vor drei Monaten ja sehr verändert hat. Komisch, oder? Du siehst also, ich tu mir was Gutes und genieße es.

Geändert von Vanilla (20.11.2005 um 01:00 Uhr)
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  #8  
Alt 19.11.2005, 21:24
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Karin B. Karin B. ist offline
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Beiträge: 988
Standard AW: Angst...vor allem um meine Kinder

Liebe Vanilla,
ach komm her und laß dich mal drücken
Ich kenne das Gefühl nur zu gut. Meine Jungs sind auch gerade erst mal 12 und 14.
Meine Erkrankung liegt nun bald 3 Jahre zurück. Habe auch Her2 neu3+++ G3 allerdings waren bei mir die Lymphknoten noch nicht befallen.
Wie oft habe ich den Spruch gehört: Du mußt nun erstmal an dich denken, aber so einfach ist es nicht!
Du schaust in die Gesichter deiner Kinder und denkst, du hast noch so viele Jahre Verantwortung zu tragen, was ist wenn.......
Auch ich bin so eine, die immer alles wissen möchte und gut informiert sein will und doch kommt es vor, daß mich dieses Wissen runterzieht. Die Angst sitzt dir im Nacken.
Ich habe für mich den KK entdeckt, so wie du, schreibe ich, wenn ich am Boden bin, wenn mich die Angst einholt.
Viele Gedanken, die ich bei meiner Familie nicht in Worte fassen kann, finden hier Gehör.
Wann immer dir danach ist, schreibe es dir von der Seele. Hier wird immer jemand sein, der dir zuhört.
Auf deinem weitern Weg wünsche ich dir alles Liebe.
Liebe Grüße
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