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  #11  
Alt 25.07.2005, 17:39
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard meine Mama

Liebe Maryleen,

mir geht es....besch...eiden. Es tut richtig schlimm
weh.Ich bin auf Arbeit, ja. Alles andere bringt nichts
und auch wenn mich die Arbeit nicht wirklich ablenkt,
so bin ich doch nicht alleine die ganze Zeit.

Das Ende kam völlig plötzlich. Bis Samstag haben wir
uns ausnahmslos super verstanden, so gut wie noch nie.
Er war sehr offen, ich habe ihn ganz anders kennengelernt
in der letzten Zeit. Aber er konnte nicht lange durch-
halten, weil dieses Problem, das er hat, eben tief in
ihm verwurzelt ist. Samstag war er das erste Mal wieder
"komisch" - eiskalt,wie ausgeschaltet. Gestern
hatten wir dann einen schönen Morgen, dann wechselte
seine Stimmung wieder, er war depressiv und abweisend.

Wir begannen zu reden und ich sagte, ich habe das
Gefühl, er würde gerade wieder dicht machen und wir
hätten vereinbart, dass er es mir sagt, wenn er spürt,
es ist wieder so weit. Wir haben lange geredet, ich
sagte, ich wünsche mir, dass er mehr Respekt hat vor
mir und meinen Gefühlen und daß ich mich so unsicher
fühle, mir seiner irgendwie nie sicher sein kann,
weil er immer nach einigen Tagen wieder einbricht und
mich wegstößt von sich. Er war lange sehr still,
sagte garnichts dazu. Er saß in seinem Wohnzimmer
auf einem Stuhl, in sich zusammengefallen, den Kopf
in die Hände gestützt, blickte zu Boden.

Er sagte, er merke, dass er mich ausnutze, dass er mir
Kraft entzieht und sie für sich benutzt. Und dass er
Nähe nicht ertragen könne, obwohl er sich nichts mehr
wünsche, als eben diese Nähe, und mir somit jegliche Grund-
lage verweigern würde. Er könne das nicht und er wäre
nicht reif genug. Er sagte, er hätte mich schon zu
sehr verletzt und ich hätte etwas anderes verdient
- einen, von dem etwas zurückkommt und nicht einen, der
zu nichts fähig ist und an manchen Tagen ein Eisklotz ist.
Er wäre nicht beziehungsfähig, er würde mich zwar von
ganzem Herzen lieben, aber eben immer nur dann, wenn
ihm seine Angst vor Nähe nicht in die Quere käme. Wir
hielten uns minutenlang im Arm, keiner wollte los-
lassen. Aber wir mußten.Es war furchtbar. Ich fuhr
dann abends noch zurück, als ich ins Auto einstieg,
drückte er mich nochmals und sagte, dass es ihm
leid tut.Und dass er sich das nie verzeihen kann.

Wißt ihr, ich war immer jemand, der sagte "Wo
Liebe ist, ist auch ein Weg!". Ich wollte nie glauben,
dass es anders ist. Und ich kann es auch immernoch
nicht glauben....auch wenn ich es eigentlich weiß.
Mir half es noch nie zu denken
"dieser A****",weil ich weiß, was er mitgemacht hat,
was er für ein Leid ertragen mußte. Aber das hilft
ihm nicht weiter, er muß diesen Weg alleine gehen.

Wir haben nichts vereinbart - keine Kontaktsperre, aber
es wird sich keiner melden, das weiß ich. Ich habe ihm
heute morgen noch eine Email geschickt um ihm zu sagen,
dass in meinem Herzen viel Platz ist, auch für ihn. Und
dass er dort auch bleibt und dass ich ihm nur das Beste
wünsche. Ich wünsche ihm das wirklich, denn er ist ein
ganz besonderer Mensch. Er hat mein Herz berührt.
Vielleicht viel zu sehr.

Liebe Grüsse,

Vida
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