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#11
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Liebe Maryleen,
mir geht es....besch...eiden. Es tut richtig schlimm weh.Ich bin auf Arbeit, ja. Alles andere bringt nichts und auch wenn mich die Arbeit nicht wirklich ablenkt, so bin ich doch nicht alleine die ganze Zeit. Das Ende kam völlig plötzlich. Bis Samstag haben wir uns ausnahmslos super verstanden, so gut wie noch nie. Er war sehr offen, ich habe ihn ganz anders kennengelernt in der letzten Zeit. Aber er konnte nicht lange durch- halten, weil dieses Problem, das er hat, eben tief in ihm verwurzelt ist. Samstag war er das erste Mal wieder "komisch" - eiskalt,wie ausgeschaltet. Gestern hatten wir dann einen schönen Morgen, dann wechselte seine Stimmung wieder, er war depressiv und abweisend. Wir begannen zu reden und ich sagte, ich habe das Gefühl, er würde gerade wieder dicht machen und wir hätten vereinbart, dass er es mir sagt, wenn er spürt, es ist wieder so weit. Wir haben lange geredet, ich sagte, ich wünsche mir, dass er mehr Respekt hat vor mir und meinen Gefühlen und daß ich mich so unsicher fühle, mir seiner irgendwie nie sicher sein kann, weil er immer nach einigen Tagen wieder einbricht und mich wegstößt von sich. Er war lange sehr still, sagte garnichts dazu. Er saß in seinem Wohnzimmer auf einem Stuhl, in sich zusammengefallen, den Kopf in die Hände gestützt, blickte zu Boden. Er sagte, er merke, dass er mich ausnutze, dass er mir Kraft entzieht und sie für sich benutzt. Und dass er Nähe nicht ertragen könne, obwohl er sich nichts mehr wünsche, als eben diese Nähe, und mir somit jegliche Grund- lage verweigern würde. Er könne das nicht und er wäre nicht reif genug. Er sagte, er hätte mich schon zu sehr verletzt und ich hätte etwas anderes verdient - einen, von dem etwas zurückkommt und nicht einen, der zu nichts fähig ist und an manchen Tagen ein Eisklotz ist. Er wäre nicht beziehungsfähig, er würde mich zwar von ganzem Herzen lieben, aber eben immer nur dann, wenn ihm seine Angst vor Nähe nicht in die Quere käme. Wir hielten uns minutenlang im Arm, keiner wollte los- lassen. Aber wir mußten.Es war furchtbar. Ich fuhr dann abends noch zurück, als ich ins Auto einstieg, drückte er mich nochmals und sagte, dass es ihm leid tut.Und dass er sich das nie verzeihen kann. Wißt ihr, ich war immer jemand, der sagte "Wo Liebe ist, ist auch ein Weg!". Ich wollte nie glauben, dass es anders ist. Und ich kann es auch immernoch nicht glauben....auch wenn ich es eigentlich weiß. Mir half es noch nie zu denken "dieser A****",weil ich weiß, was er mitgemacht hat, was er für ein Leid ertragen mußte. Aber das hilft ihm nicht weiter, er muß diesen Weg alleine gehen. Wir haben nichts vereinbart - keine Kontaktsperre, aber es wird sich keiner melden, das weiß ich. Ich habe ihm heute morgen noch eine Email geschickt um ihm zu sagen, dass in meinem Herzen viel Platz ist, auch für ihn. Und dass er dort auch bleibt und dass ich ihm nur das Beste wünsche. Ich wünsche ihm das wirklich, denn er ist ein ganz besonderer Mensch. Er hat mein Herz berührt. Vielleicht viel zu sehr. Liebe Grüsse, Vida |
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