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#16
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Lieber Michael,
was Du jetzt durchmachen musst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es erinnert mich an die letzten Tage bei meinem Vater. Meine Mutter und ich saßen bis zu seinem letzten Atemzug an seinem Bett und haben seine Hände gehalten. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Wie Du geschrieben hast, es war der blanke Horror. Trotz allem bin ich noch heute sehr froh, dass wir die Möglichkeit hatten ihn beim Sterben zu begleiten. Als wir den Anruf aus der Klinik bekommen haben, dass der Zustand meines Vaters sich rapide verschlechtert hat, hatte ich auch Angst, dass wir es nicht mehr schaffen ihn lebend zu sehen. Ich weiß heute noch nicht wie ich gefahren bin. Ich weiß nur, dass ich sicher alle Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten hatte. Eigentlich war es leichtsinnig, denn es hätte sonstwas passieren können. Aber es war niemand da, der uns hätte in die Klinik fahren können. Genau wie Deine Mutter hatte mein Vater zwischendurch immer Mal lichte Momente. Leider wurden sie immer weniger und die letzten zwei Tage konnten wir gar nicht mehr mit ihm reden. Aber er hat trotzdem gewusst, dass wir bei ihm sind. Unsere Hände hat er ganz fest gehalten. Dass Deine Verwandtschaft so ignorant ist, tut mir sehr Leid. Aber auf solche Menschen kann man verzichten. Nimm es Dir nicht so zu Herzen. Wichtig ist, dass Du und Deine Tante für sie da seid und sie ihren letzten Weg nicht allein gehen muss. Deiner Mutter wünsche ich, dass sie bald vom ihrem Leiden erlöst wird und Dir schicke ich ganz viel Kraft. Liebe Grüße Viola
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