Krebs-Kompass-Forum seit 1997  


Zurück   Krebs-Kompass-Forum seit 1997 > Spezielle Nutzergruppen > Forum für Angehörige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 31.10.2011, 19:06
schleiereule7 schleiereule7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2011
Beiträge: 38
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Hallo Sonja,

danke für deine Antwort. Meine Mutter ist 76 wird im April 77 und ich bin 41. Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihr. Aber es schockt mich dennoch. Ich war heute, weil ich mir wegen der Tabletten Gedanken gemacht habe, beim Onkologen, der sie seit 4 Jahren behandelt. Als ich ihm erzählt habe, dass sie von Anfang August bis heute über 6 Kilo abgenommen hat, war er entsetzt. Er hat mir dann auch ganz deutlich gesagt, dass es vorbei ist. Am 16.11. hat sie einen Termin zur Kontrolle, dann wird er die Medikament einstellen und ihr nur noch ein Schmerzmittel geben und etwas für den Appetit. Er hat mir gesagt, dass wir die Zeit jetzt nutzen sollen, weil er ihr nur noch 6 Monate gibt. Es ist schon seltsam, wenn man weiß, dass es einfach vorbei ist. Einen Menschen, den man sein Leben lang kannte wird in kürzester Zeit nicht mehr da sein. Wie gesagt, unser Verhältnis ist und war immer sehr angespannt, wir hatten lange Zeit gar keinen Kontakt, aber da wusste ich immer, sie sind noch da.

Sie kann keine Treppen mehr gehen, weil sie keine Luft bekommt, sie ist schlapp, müde und lustlos, sie hat keinen Appetit mehr. Der Arzt sagt, dass die Leber die Arbeit nicht mehr übernehmen kann und dadurch der Körper nicht mehr entgiftet wird. Es wird dann über kurz oder lang zur Vergiftung im Gehirn kommen und dann wird sie immer verwirrter werden. Er könne ihr nur noch helfen, dass sie keine zu großen Schmerzen hat. Sonst gäbe es nichts mehr.

Ich wusste länger, dass es schlecht aussieht, aber es war immer noch so eine kleine Hoffnung, aber jetzt weiß ich es ist vorbei.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 31.10.2011, 21:10
schleiereule7 schleiereule7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2011
Beiträge: 38
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Ich frage mich den ganzen Tag, wie geht man mit so etwas um??? Meine Mutter hat mir viel schlimmes in meinem Leben angetan, dennoch bleibt sie meine Mutter.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 31.10.2011, 23:13
Elisabethh.1900 Elisabethh.1900 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 08.04.2009
Beiträge: 2.253
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Liebe Schleiereule!

Es ist gut, dass Du das Forum gefunden hast, ich möchte Dich begrüßen, auch wenn Du Dich aus sehr traurigem Anlaß angemeldet hast.

Zitat:
Ich frage mich den ganzen Tag, wie geht man mit so etwas um??? Meine Mutter hat mir viel schlimmes in meinem Leben angetan, dennoch bleibt sie meine Mutter.
Ich bewundere Dich, dass Du Dich, trotz der schlimmen Erlebnisse, um sie kümmerst, ebend weil es Deine Mutter ist. Kannst Du ihr verzeihen, Frieden schließen, damit sie es leichter hat, loszulassen?
Viele Frauen und Männer, die ihre Kinder, aus welchen Gründen auch immer, schlecht behandelt haben, kämpfen damit ihr Leben lang. Etwas anderes kann ich Dir zur Zeit nicht schreiben, vielleicht kannst Du Dich einmal beraten lassen, z.B. bei einem Psychologen? Ich denke, man muss sich auch genauer kennen, um etwas raten zu können, dass dann wirklich hilft.
Die "Frauenselbsthilfe nach Krebs" führt eine Onlineberatung durch, wenn Dir dies lieber ist oder Du nicht so schnell einen Termin bekommst.

Zitat:
Am 16.11. hat sie einen Termin zur Kontrolle, dann wird er die Medikament einstellen und ihr nur noch ein Schmerzmittel geben und etwas für den Appetit. Er hat mir gesagt, dass wir die Zeit jetzt nutzen sollen, weil er ihr nur noch 6 Monate gibt.
Wenn ich Deinen heutigen Beitrag richtig verstanden habe, hat der Onkologe Deine Mutti schon längere Zeit nicht mehr gesehen. Dann zu äußern, es ist vorbei und eventuell noch 6 Monate zu leben, dies ist sehr hart und zieht einem den Boden unter den Füßen weg.
Es kommt darauf an, welche Medikamente Deine Mutti jetzt nimmt, alles so radikal an einem Tag (16.11.2011) abzusetzen, wie er sagt, ist auch nicht gut.
Wie lange Deine Mutti noch bei Dir sein wird, kann auch der beste Mediziner nicht vorhersagen. Das wichtigste wird jetzt sein, dass sie so schmerzfrei wie möglich ist.

Zitat:
Hinzu kommt die Überlegung ob sie und mein Vater in ein Heim oder betreutes Wohnen ziehen sollten.
Es ist sicherlich günstiger, wenn Deine Eltern in ihrer Wohnung bleiben und durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt werden. Es gibt Dienste, welche sich auf die Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase spezialisiert haben. Die Kranken-und Pflegekasse übernimmt hierfür die Kosten.

Liebe Schleiereule, ich hoffe, dass ich Dir mit meinen wenigen Zeilen ein Stück weiterhelfen konnte! Bitte melde Dich wieder, wir versuchen uns hier gegenseitig zu helfen.

Hier ist noch die URL der "Frauenselbsthilfe nach Krebs" http://www.frauenselbsthilfe.de
Onlineberatung:http://www.beranet.de/extern/about/?id=328&in=popup

Tschüß!

Elisabethh.
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 01.11.2011, 07:14
Jobeth Jobeth ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 25.11.2008
Ort: Sachsen
Beiträge: 128
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Hallo Schleiereule,

zum Thema Gewichtsverlust und Ernährung hat mir unsere hiesige Tumorberatungsstelle einen kurzen Beitrag/Film vom NDR-Fernsehen geschickt. Vielleicht kann dieser Ansatz helfen, den Gewichtsverlust zumindest zu stoppen. Aber wenn deine Mutter nicht essen mag, ist das natürlich ein Problem.

Mit meiner Mutter und mir ist das ähnlich. Sie war für mich als Kind nicht da, ich aber jetzt für sie. Ich wünsch dir viel Kraft dafür!
__________________
Liebe Grüße
JoBeth

Geändert von Jobeth (01.11.2011 um 07:17 Uhr) Grund: was ergänzt
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 01.11.2011, 11:39
Benutzerbild von Jutta
Jutta Jutta ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 11.02.2003
Ort: Im Süden
Beiträge: 3.171
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Hallo Schleiereule,

die Anzeichen deuten auf die letzte Phase der Krankheit hin, da gibt es nicht mehr viel als Unterstützung zur Erleichterung des nun kommenden Abbaus der Organe. Ein Umzug in ein betreutes Wohnen wird bei diesem Zustand ein zusätzlicher Abfall bedeuten, da er sehr anstrengend ist. Jetzt ist es an der Zeit alles nur bequehmer und weniger anstrengend für sie zu machen.

Nun ist der Arzt gefordert, um, wenn er der Ansicht ist, noch intravenöse Nährlösungen zu geben. Zudem evtl. auftauchende Schmerzen auszuschalten.
__________________
Jutta
_________________________________________




Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 01.11.2011, 13:41
schleiereule7 schleiereule7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2011
Beiträge: 38
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Danke für eure lieben Worte und den Beitrag vom NDR. Fand das mit dem Fett höchst interessant, weil ich immer dachte, dass Fett schlecht ist.

Ich hab meinen Eltern verziehen, aber ich kann das nicht vergessen. Bin auch seit Jahren schon deshalb in psychologischer Behandlung und sowohl der Neurologe, als auch mein Therapeut raten mir seit Jahren zu einem Rückzug von meinen Eltern.

So überraschend kam das mit der Meinung des Arztes nicht. Wir waren im Februar dort und er hat mir damals, als meine Mutter kurz nicht anwesend war schon gesagt, dass er nicht glaubt, dass sie ihren 77 Geburtstag noch erlebt. War sie dabei, dann hat er anders geredet. Es kam durch die Tabletten auch zur Verkapselung der Tumore. Sie sind auch recht winzig, die in der Lunge nicht mal 1 cm und die in der Leber noch geringer. Er hat mir gestern aber gesagt dass es keine Rolle spielt, ob sie verkapselt sind oder nicht. Sie entziehen dem Körper die Kraft und bei einem Menschen im Alter meiner Mutter ist das erheblich schwieriger, als bei einem jungen Menschen. Sie war im August das letzte mal da und da hat er meiner Schwester auch schon Andeutungen gemacht, dass es nicht mehr lange geht. Konnte oder wollte er aber nicht genauer, da meine Mutter dabei war. Jetzt werden bestimmt einige sagen, man darf die Frau nicht belügen. Meine Mutter will die Wahrheit gar nicht hören. Selbst wenn man sie ihr sagen würde, würde sie nach 2Sekunden über etwas anderes reden. Das ist zum Teil altersbedingt, zum Teil war sie immer ignorant gegen alles was um sie vorging.

Mir ist wichtig, dass sie nicht leiden muss. Auch wenn sie uns im Leben viel leiden hat lassen, ich will das umgekehrt nicht.

Den Namen der Medikament habe ich vergessen, leider. Sie bekam, auf Grund ihres Gewichtes 3 Tabletten morgens und 2 abends. Das war schon an der Untergrenze. Der Arzt hat mir gesagt, dass man bei alten Menschen nicht mehr die volle Dosis fährt.

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, wie es wird, wenn sie nicht mehr da sind. Egal wie das Verhältnis ist oder war, sie waren ja immer irgendwie "da".
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 03.11.2011, 19:27
schleiereule7 schleiereule7 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 30.10.2011
Beiträge: 38
Standard AW: Sie wird immer dünner!

Ich habe meinem Vater heute gesagt, dass meine Mutter stirbt. Das setzt mir alles so extrem zu.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:28 Uhr.


Für die Inhalte der einzelnen Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich. Mit allgemeinen Fragen, Ergänzungen oder Kommentaren wenden Sie sich bitte an Marcus Oehlrich. Diese Informationen wurden sorgfältig ausgewählt und werden regelmäßig überarbeitet. Dennoch kann die Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr übernommen werden. Insbesondere für Links (Verweise) auf andere Informationsangebote kann keine Haftung übernommen werden. Mit der Nutzung erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen an.
Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Gehostet bei der 1&1 Internet AG
Copyright © 1997-2025 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.
Impressum: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Eisenacher Str. 8 · 64560 Riedstadt / Vertretungsberechtigter Vorstand: Marcus Oehlrich / Datenschutzerklärung
Spendenkonto: Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V. · Volksbank Darmstadt Mainz eG · IBAN DE74 5519 0000 0172 5250 16 · BIC: MVBMDE55