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#1
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Liebe Carlotta,
Du brauchst bestimmt kein schlechtes Gewissen zu haben, dass Du einige Zeit nicht geschrieben hast - ich glaube, das kann hier jeder verstehen, dass das manchmal einfach nicht geht... Ich halte mich auch für ziemlich rational - hatte aber einige sehr schöne Erlebnisse, die man als Zeichen deuten könnte: - Als wir über ein halbes Jahr nach dem Tod meiner Mami unser Haus gekauft haben und zum ersten Mal richtig auf dem Grundstück waren, war ich furchtbar traurig, dass ich meiner Mami das Haus nicht mehr zeigen kann... Kurz bevor wir aufgebrochen sind, gab es einen wunderschönen Regenbogen. - 2 Tage nach dem Einzug in unser Haus (an meinem Geburtstag) hatte ich plötzlich ganz intensiv das Gefühl, dass meine Mami im Raum ist. Ich fühlte einen Frieden, der für einige Wochen anhielt. Es fällt mir durchaus schwer, daran zu glauben - aber ich finde es einen sehr tröstlichen Gedanken, dass meine Mami mir Zeichen sendet und versuche, das einfach so zu sehen und mich daran zu erfreuen. Ich kann aber gut verstehen, dass gerade die Nacht, die Du beschrieben hast, mehr bedrohlich als friedlich oder tröstlich war... Ich denke mir, dass so kurz nach dem Verlust die Trauer und die Angst auch noch so übermächtig sind, dass sie leicht anderes überlagern. ![]() Aber den ersten Traum, den Du beschrieben hast, den fand ich sehr schön - das wäre ja schon eine sehr schöne Botschaft "Ich bin gleich nebenan, wenn Du auch nicht mit mir sprechen kannst." Ich denke übrigens nicht, dass Deine Mama Dich nicht für erwachsen genug gehalten hat, um alleine weiter zu leben - ich denke, dass Eure Bindung so eng war, dass sie sich die Trennung einfach nicht vorstellen konnte. Du hast ja auch erzählt, dass sie sagte "Wie soll das gehen, das Liebste loszulassen?" Aber ich kann Deine Gedanken gut verstehen - bei mir drehten sich auch immer wieder die Gedanken im Kopf, ob ich ihr hier oder dort nicht mehr hätte helfen können... Ich wünsche Dir tröstliche Träume und Zeichen... Alles Liebe, ![]() Anja |
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#2
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Liebe Carlotta,
Ich habe kurz nach Papas Tod auch so einen Traum gehabt, wo ich ihn gesehen habe. Er saß in einem Raum mit vielen Leuten und zwischen uns war eine Glastür. Ich konnte aber nicht zu ihm, weil in meinem Raum so einGedränge war, dass ich nicht durchkam. Aber ich habe ihn gesehen, er hat mit den Leuten gesprochen und sah sehr jung und gesund aus. Es ging ihm gut. Ich bin dann nachndraußen gelaufen, da waren auch viele Menschen und trotzdem fühlte ich mich sehr allein. Als ich wach wurde, war ich total aufgewühlt. Alles war mir wieder so bewußt. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es meinem Papa gut geht, da wo er jetzt ist. Ich habe Papa noch in anderen Träumen gesehen, aber manchmal kann ich mich nicht an alles erinnern. Dafür denke ich tagsüber oft an ihn, zum Beispiel wenn ich in der Stadt einen älteren Herren sehe, der vielleicht eine Bewegung macht, wie mein Papa es immer gemacht hat oder einfach etwas ähnliches trägt (Jacke, Weste oder so). Ich denke, dass es gerade diese Erinnerungen sind, die bleiben. Heute sind Dinge wichtig, die es vorher nicht waren und andere Sachen sind plötzlich unwichtig geworden. Ich wünsche Dir ein schönes und ruhiges Wochenende. Liebe Grüße Carla
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Mein lieber Vati ist am 17.7.2011 um 16.30 Uhr in meinen Armen friedlich eingeschlafen. Hand in Hand - gemeinsam sind wir stark |
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#3
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Liebe Anja,
Deine Beschreibungen der Ereignisse, die im Zusammenhang mit Eurem Hauskauf und Einzug stehen, sind sehr tröstlich! Das Gefühl, dass Du beschreibst, dass Du plötzlich gespürt habest, Deine Mama sei im Raum anwesend und dass das bei Dir ein Gefühl des Friedens auslöste, kenne ich aus der Zeit nach dem Tod meiner Oma. Meine Oma (Mamas Mama) starb im Februar 1999 im Alter von 90 Jahren. Sehr bald hatte ich immer wieder das Gefühl, meine Oma sei in meiner unmittelbaren Nähe, auch wenn ich sie nicht sehen kann. Ich habe meiner Mama damals auch hiervon erzähllt. Sie empfand dies als Trost, meinte aber gleichzeitig, dass sie solche Erlebnisse nicht hätte. Einmal jedoch während ihrer Krankheit, das muss etwa im Oktober gewesen sein, sagte meine Mama, als ich meine Eltern am Wochenende besucht hatte, es sei so merkwürdig, sie habe heute dauert das Gefühl, die Oma sei unten. (Meine Oma lebte über 13 Jahre in der Einliegerwohnung im Haus meiner Eltern.) Als meine Mama im Dezember und Januar auf der Palliativstation lag, fragte ich sie einmal, ob sie etwa Omas Anwesenheit wieder spüre, aber sie verneinte dies und meinte, da sei überhaupt nichts. Liebe Anja, vielleicht wollte Dir Deine Mama nach dem Einzug zu verstehen geben, dass sie auf eine Weise auch jetzt noch an Deinem Leben teilnimmt. Ich wünsche Dir Alles Liebe ![]() Carlotta Liebe Carla, ich habe mich sehr gefreut, wieder von Dir zu hören! Deinen Traum, als Du Deinen Vati in einem Raum mit anderen Leuten gesehen hast, mit denen er sich unterhalten hatte und dabei gesund und glücklich wirkte, empfinde ich auch als sehr tröstlich. Ich kann aber verstehen, dass man nach so einem Traum aufgewühlt ist. Es bringt auch so vieles an die Oberfläche. Dass bestimmte Bewegungen oder Gesten von fremden Menschen einen urplötzlich an unsere geliebten Verstorbenen erinnern, habe ich diese Woche auch festgestellt: ich gehe des Öfteren in meiner Mittagspause laufen oder schwimmen. Am Dienstag war ich mittags im Hallenbad. Nachdem ich meine Bahnen beendet hatte, habe ich mich noch ein paar Minuten in den Whirlpool gesetzt, als eine Frau, die eigentlich meiner Mama gar nicht ähnlich sieht, ebenfalls darin Platz nahm. Diese Frau trug aber ihre Haare zu einem kleinen Pferdeschwanz, der genauso aussah, wie meine Mama ihn immer machte, wenn sie schwimmen ging. (Meine Mama ist sehr gerne schwimmen gegangen.) Und da musste ich auch unvermittelt ganz intensiv an meine Mama denken. Liebe Carla, ich hoffe, es geht Dir einigermaßen gut. Ich wünsche Dir (nach dem morgigen Tag) auch ein schönes, erholsames Wochenende (es ist schon das nächste) und Alles Liebe ![]() Carlotta |
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#4
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Hallo,
die letzten Tage hatte ich in meinem Job so viel Stress, dass ich gar nicht viel an meine Mama denken konnte. Irgendwie beobachte ich seit dem Tod meiner Mama intensiv Vögel. Mit ihnen assoziiere ich liebe - mittlerweile verstorbene - Menschen (nicht nur meine Mama.) Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich habe bisher keine besondere Beziehung zu Vögeln gehabt, sie sind mir eigentlich nie aufgefallen. Na ja, ich nehme das mal so hin, zumal ich dies ja eigentlich mit angenehmen Gefühlen verbinde. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe in meinem Alltag nicht genügend Raum für meine Trauer. Ich habe das Bedürfnis zu trauern. Ich bin kein Verdränger, auch vor dem Tod meiner Mama nie gewesen. Im Gegenteil, ich habe für mich das Gefühl, dass ich nur lerne, mit meiner neuen Lebenssituation zurecht zu kommen, wenn ich mich mit ihr auseinandersetze, sie annehme und akzeptiere. Und dazu gehören auch der Schmerz, die zeitweilige Wut, die einem ob des Schicksals überfällt und die tiefe Traurigkeit angesichts des für mich unermesslichen Verlusts. Manchmal komme ich mit alldem besser zurecht, manchmal schlechter, aber ich denke, auch das ist normal. Ich bin sehr froh, dieses Forum und damit Euch gefunden zu haben. Liebe Grüße Carlotta |
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#5
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Liebe Carlotta,
geht mir genauso! Ist doch irgendwie komisch mit den Vögeln... Seit mir diese Taube "erschienen" ist, achte ich auch auf besonders auf Vögel. Spatzen, Amseln, Drosseln, ein Buntspecht auf einem Spaziergang um den See... Und auch ich finde es schlimm, dass von uns erwartet wird, dass wir ganz schnell wieder "funktionieren" in unserem Leben. Das ist der Arbeitsplatz und wir müssen Leistung bringen, kaum Zeit zum Luft holen und ein Termin jagt den nächsten. Da bleibt eigentlich tagsüber gar keine Zeit für Gefühle, die um die Trauer kreisen. Das finde ich auch schade. Deshalb bin ich auch so froh, mich hier austauschen zu können und so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken. Das tut einfach nur gut!!! Hab einen schönen,sonnigen Abend Miriam
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Mein Papa erhielt am 18.04.11 die Diagnose Lungenkrebs mit Knochenmetastasen und ging am 21.02.12 ins Licht. Alles vergeht, aber die Liebe bleibt... Hand in Hand - gemeinsam sind wir stark! |
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#6
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Hallo Ihr Lieben,
ich wollte mich noch schnell melden. Mein Papa und ich haben kurzerhand beschlossen, zusammen eine kleine Reise zu unternehmen. Ich habe auch kurzfristig Urlaub bekommen, wir fahren morgen früh für zwei Wochen weg. Ganz liebe Grüße an alle und bis bald Carlotta |
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#7
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Liebe Carlotta,
das finde ich sehr schön! Ich wünsche Euch beiden eine schöne Reise! Mein Vater hat heute seinen Wohnwagen aus dem "Winterschlaf" geweckt und wir haben auch beschlossen, in Naher Zukunft eine kleine Tour zusammen (mit drei Hunden ) zumachen. Euch ein wunderbare Zeit! Deine Ma wird sicherlich jede Sekunde dabei sein und auf Euch aufpassen! Alles Liebe, Undine
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_________________________ Ich habe mit Hilfe der Menschen im Krebsforum meine Mutter 2010-2011 bei ihrer Lungenkrebserkrankung (Adenokarzinom) begleitet. Sie starb Weihnachten 2011. Danke an alle, die mir geholfen haben. Und alles Liebe für alle, die den Kampf gegen Krebs bestreiten. |
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