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  #1  
Alt 03.05.2012, 00:28
sjarissa sjarissa ist offline
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Registriert seit: 23.06.2011
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Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Liebe Grit,

was müßt ihr durchmachen...dein Mann, du und eure Tochter...

Ich will dir sicherlich nicht zu nahe treten, aber vielleicht solltest du, wenn dein Mann noch bewußt ist, versuchen in einem offenen Gespräch herauszufinden welchen Weg ihr jetzt gemeinsam gehen wollt und könnt...

Ich glaube das der Zeitpunkt, das Unvermeidbare anzunehmen, näher rückt... es tut weh, es zerreißt einen, der Verstand kann es nicht begreifen... nur die Liebe kann uns helfen das alles auszuhalten...

Möge die tiefe Verbundenheit euch eine Hilfe sein das alles zu durchstehen.

In Gedanken bei Euch

Sjarissa
__________________
Der Tod ist der Grenzstein des Lebens, aber nicht der Liebe.

Guido * 25.12.1953 + 03.01.2012
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  #2  
Alt 03.05.2012, 11:04
Toertchen Toertchen ist offline
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Beiträge: 175
Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Liebe Grit, liebe Lisa,

ich lese Eure Zeilen und bin am weinen. Dieser verkack.....e Krebs. Er macht vor nichts und niemandem halt.
Genießt die Zeit die ihr noch habt ganz bewusst.
Ich wünsche Euch ganz viel Kraft.

Grüßle Törtchen
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  #3  
Alt 04.05.2012, 18:13
Odelbie Odelbie ist offline
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Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Wieder ein so stressiger Tag,


So wie all die letzten Tage.
Heute habe ich einen Entschluss gefasst und dem Arzt meine persönliche Meinung gesagt.
Die hat gesessen. Das war mir wichtig. Er meinte ich handle grob Fahrlässig, wenn ich nicht dafür Sorge das mein Mann sofort in die Klinik kommt.
Seine gesamten Werte sind so schlecht, das schon seit Tagen. Und Heute am Freitag soll er in der Klinik bleiben.
Das war zuviel. Mein Mann hat Angst in der Klinik zu sein. Alleine und 87 km von zu Hause weg. Dann versuchte der Arzt meinem Mann zu erklären, das er bleiben muss. Doch er sagte nichts und war Abwesend. Ich zog aus meiner Tasche die Patientenverfügung und die Generalvollmacht und teilte dem Arzt mit, das mein Mann nichtmehr alleine entscheiden kann . Das wurde uns Gestern durch den Anwalt bestätigt.

In unserem Fall geht es nicht mehr meinen Mann und um den geliebten Papa. Da geht es nun darum, wer schafft es was neues zu erproben. Das muss ich in aller Deutlichkeit sagen. Heute habe ich das unterbunden und mit der Klinikleitung gesprochen, das dieser Arzt nicht mehr für meinen Mann zuständig sein darf.
Die Bestrahlungen wurden nochmal verlängert. Jetzt müssen wir noch 5 mal hin. Dann betrachten wir die Behandlung als beendet und die nächsten 35 Bestrahlungen für die Lunge machen wir dann bei uns zu Hause im Klinikum.

Ich mußte so handeln, um meinen Mann zu schützen. Ich wäre sonst nicht damit klargekommen, alles mit Ihm machen zu lassen. Denn ich habe verstanden, das er nicht um jeden Preis unter Schmerzen und vielen Nebenwirkungen hier bleiben soll. Wir sind bereit und würden ihn gern gehen lassen, damit unser Papa den Frieden findet, den er verdient hat.

Meine Tochter und ich haben eine wundervolle Idee, wir wollen für Jürgen einen Stern am Himmel kaufen. Ein Zeichen der Liebe und Unvergessenheit.
So ist er immer da und leuchtet uns am Abend den Weg.


Wir sind traurig und lernen damit umzugehen, einen Menschen zu verlieren, den man noch lange braucht. Aber wenn dieser Krebs so böse im Körper wohnt, dann ist Erlösung besser als alles andere.

Meine Lisa erträgt die Situation gut. Sie ist wie eine Grosse. Danke mein Kind, das auch du so Stark bist. Wir lieben dich von ganzen Herzen.


Deine Mama und Papa

I Love youuuuuuuuu





Liebe Grüße und Kopf hoch,

Grit mit Lisa an der Seite
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  #4  
Alt 04.05.2012, 22:52
Mel_1 Mel_1 ist offline
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Registriert seit: 16.10.2007
Beiträge: 589
Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Liebe Grit,

das hast Du toll gemacht....was für Stärke!
Das mit dem Stern is ne tolle SAche, ich hab hier auch einen und immer wenn ich zum Himmel gcke, weiss ich, mein Mann ist da oben. Da legte er sehr viel Wert drauf, dass er dort ist
Wir liebten beide die Sterne so sehr und es ist und war immer ein Trost für mich in den Himmel zu gucken und mit ihn zu sprechen.
Er schickt mir immer mal eine Sternschnuppe so als Zeichen, dass er da ist...das hat er mir auch immer versprochen, bevor er starb.
Es tröstet ungemein.
Viel ERfolg beim Aussuchen des tollen Sterns am Himmel.
Weiterhin viel Kraft...
Liebe Grüße
Mel
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  #5  
Alt 04.05.2012, 23:52
sjarissa sjarissa ist offline
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Beiträge: 129
Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Liebe Grit,

großartig Grit... du hast im richtigen Moment das Richtige gesagt...Respekt... und was jetzt passiert, darauf haben wir nur wenig Einfluß...wir können unsere Lieben vor dem "Benutzen" bewahren und das ist so viel... Mein Mann hatte immer Angst wenn der Onkolge ins Zimmer kam... Angst vor den kalten Worten... Angst benutzt und überredet zu werden um für irgendwelche Statistiken zu fungieren... und jeder, der vom Recht eine Therapie abbrechen zu wollen Gebrauch machte wurde noch tiefer in den Boden gestampft... das kostet unglaublich viel Kraft. Diese kalten mißbilligenden Blicke kenne ich zu gut...

Ich wünsche euch Dreien eine liebevolle Zeit mit warmen Herzen.

Liebevolle Gedanken begleiten euch

Sjarissa
__________________
Der Tod ist der Grenzstein des Lebens, aber nicht der Liebe.

Guido * 25.12.1953 + 03.01.2012
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  #6  
Alt 05.05.2012, 09:31
Odelbie Odelbie ist offline
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Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Hallo Ihr Lieben !

Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen . Immer dachte ich an die gesagten Worte beim Arzt. Ich hatte diesen Mut was zu sagen. Immer wenn wir zu diesen Arzt mussten, dann war dem wohl nicht wirklich gut in der Magengegend. Wir haben zu Hause eine Anzahl von Medikamenten. Wahnsinn. Und er sagte immer, probieren Sie das ob Sie damit klarkommen. Oder dieses hier, das ist Neu. Die Salbe für die Haut ist hier hergestellt worden. Probieren Sie und sagen Sie Bescheid, wenn Sie das nicht vertragen.

Ich will nicht Alle schlecht machen. Aber ich als Angehöriger fühle mich sehr schlecht. Es sind Experimente, die zumindest bei meinem Mann durchgeführt werden. Die Ärztin ,mit der ich ein gutes Gespräch führen konnte schüttelte immer den Kopf. Immer wenn ich im Wartebereich auf meinen Mann wartete, hörte ich andere Patienten mit den Angehörigen sprechen. Nie wirklich was Gutes. Und die Angst, spielte bei all den Menschen die größte Rolle.sie kamen, genau wie wir mit vollen Taschen aus seinem Behandlungszimmer. Nur bei den Schmerzmitteln, da gab es immer ein Pflaster mit Morphium für 3 Tage . Dann sprach ich ihn darauf an und er bekam Farbe ins Gesicht. Wir bekamen dann immer ein extra-Pflaster . Ich bekomme das Gefühl nicht los, das all diese anderen Mittelchen immer nur dafür da sind, an Studien teilzunehmen. Wenn ich all diese Medikamente meinem Mann geben würde, so auch die Aussage unseres Hausarztes und eines guten Freundes der Dr. Med ist, würde die Behandlung nie aufhören, weil alle Organe zerstört werden.
Ich habe Beipackzettel gelesen, abgeheftet, unterstrichen u.u.u. Mann sollte diese nicht wirklich lesen, aber ich möchte für meinen Mann da sein und Ihn so gut es geht mit gutem Gewissen zur Seite stehen .

Ich hoffe ich habe es richtig gemacht. Mein Gefühl sagt ja. Und wenn er zu Hause in die Klinik müsste, dann haben wir nur 2 Minuten Fahrzeit . Es kann immer Jemand bei Ihm sein. Das hat meinen Mann sehr beruhigt. Und diese Klinik ist auch viel vertrauter . Was ich schön finde, das es neben dem Klinikum gleich eine wundervolle Palliativ - Station gibt ,die nicht nach Krankenhaus aussieht und auch ist. Es ist dort sehr schön bunt und lauter nette Mitarbeiter.
Wir werden diese Station vielleicht brauchen, also macht mir dieser Gedanke, wo können wir hin keine Angst mehr. Ich denke dort würden wir gut versorgt werden.

Wenn ich jetzt schreibe, es macht mich sehr Glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben, dann beziehe ich es auf die Gedanken, meinen Mann von diesen Karrieregeilen Doktor entfernt zu haben.
Ich Wiege uns in mehr Sicherheit und ich brauche meinen Mann nicht quälen, schon alleine mit der Fahrstrecke von vielen,vielen unendlichen Kilometern.


Danke an dieser Stelle euch Lieben hier. Jede Zeile macht Mut .jede einzelne Zeile gibt uns die Kraft.
Auch wenn man in sein Kissen weint . Es macht mich Stark und meine Hoffnung behalte ich so immer bei, meinen Mann und allerliebsten Papi bis zum Schluss zu begleiten. Und in seinem Interesse zu handeln.


Lisa, wir Lieben dich von ganzen Herzen.




Ich wünsche Euch hier im Forum viel Kraft und Mut.
Ich schicke den Sonnenschein auch wenn das Herz weint.
Ich sage danke, für all die lieben Zeilen und Infos hier.

Ich bin froh, euch gefunden zu haben.


Ganz liebe Grüße von


Grit mit Lisa an der Seite
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  #7  
Alt 05.05.2012, 18:22
sjarissa sjarissa ist offline
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Standard AW: Wie sage ich es unserer Tochter ?

Ihr drei Lieben,

wünsche euch ein schönes Wochenende mit viel Sonne im Herzen und das ihr bei aller Schwere die Freude über das Zusammensein genießen könnt.

Sjarissa
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Guido * 25.12.1953 + 03.01.2012
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