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#1
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Hallo Nicole,
ich hab deinen Thread schon verfolgt. Bei deinem Mann ist es echt heftig mit dem Wasser und so. Mein Mann hatte damals einen größeren Tumor, aber Gott sei Dank nirgendwo Metastasen und das war sein Glück. Er hat ein halbes Jahr lang Chemos und Bestrahlungen bekommen, die schon heftig waren, aber danach konnte man dann operieren. Ich bin während der 10stündigen OP echt auf dem Zahnfleisch gegangen... Soweit hat dann aber alles geklappt, schwierig war das Essen nach der OP, da der Restmagen so klein war, dass er nach einem Eßlöffel schon nichts mehr essen konnte. Das brauchte viel Geduld und Nerven, heute geht das wieder ganz gut. Er hat viel Probleme mit dem Dumping-Syndrom nach dem Essen, heftige Durchfälle und Bauchschmerzen, weil ihm halt ein ganzes Stück Verdauungsweg fehlt. Dazu Probleme mit den Narben und natürlich bleibende Nebenwirkungen von den Chemos. Das Arbeiten fällt meinem Mann ziemlich schwer, aber er war damals 48 Jahre alt und er hatte finanziell keine Möglichkeit in Rente zu gehen. 1 Jahr danach bin ich dann noch an Blasenkrebs erkrankt, war alles ganz schön viel... Wir hoffen nun, dass seine Kontrollen im September o. k. sind bzw. ICH hoffe das... Mein Mann denkt nicht daran, ausser dann an dem Tag wo er den Termin hat... Ist wahrscheinlicher einfacher so, aber ich kann auch nicht raus aus meiner Haut. LG Monika |
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#2
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Hi Ihr Lieben,
noch zwei Mal schlafen... dann ist endlich Montag und damit der Kontroll-CT-Tag. Je näher der Termin rückt, um so größer wird die Angst vor dem, was sie uns dann erzählen und/oder auf dem Bild zeigen. Wobei mein Mann ganz klar davon ausgeht, dass ihm mit uns nur noch Wochen bleiben... er kann (oder will) nicht begründen, wie er darauf kommt und warum er so pessimistisch ist. Aber er scheint eine so tiefe Überzeugung zu haben, dass ich dem wenig entgegensetzen kann. Ich komme jetzt immer häufiger auch untertags mal ins Trudeln - gestern auf dem Rückweg von der Arbeit überfiel mich der Gedanke, dass wohl in nicht allzu ferner Zukunft mein Mann nicht mehr zuhause auf mich wartet, wenn ich heimkomme... ich musste rechts ran fahren, weil ich vor lauter Tränen nichts mehr gesehen habe...dabei ist es nicht wirklich von Belang, ob er uns in Wochen oder Monaten verlässt - allein die Vorstellung, dass er nicht mehr da ist, raubt mir die Fassung. Nicole, mir hat eine Freundin jetzt gesagt, dass unsere Männer vielleicht deshalb nicht darüber reden wollen, weil die Krankheit, die Sorgen, die Angst vor der Zukunft dann vielleicht einfach mehr Realität, mehr Substanz bekommt. Nachdem ich versuche zu akeptieren, dass es offenbar seine Methode ist, der Krankheit (und den Folgen) auszuweichen, kann ich es leichter akzeptieren, dass er nicht im Detail mit mir reden will. Er will es nicht vor mir verbergen/verschleiern, sondern vor sich selbst... Er hat auch ein Recht auf "Nichtwissen", meinte diese Freundin, die selbst auch Ärztin ist. Denn alles Wissen ändert ja nichts...und mein (und deins und Kolibris) Päckchen besteht eben auch darin, dass wir gelegentlich aus allen Wolken fallen und sehr unsanft landen... Morgen kommt unsere Tochter aus dem Ferienlager zurück und wird als Wirbelwind mit all ihren Berichten hoffentlich für fröhliche Ablenkung sorgen... Liebe Grüße Grisu (der gerade arg bange ist...)
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"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel) |
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#3
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Liebe Grisu...
zu allererst einmal ein riesen kraftpaket für dich rüberschick, drin ist auch noch ein sonniges Wölkchen und jede Menge Zuversicht. Ich kann sowas von nachfühlen, wie es dir geht. Deine Angst, deine Sorgen, dieses wissen wollen, Panik und dann die Hoffnung, die (gott sei dank) einfach nicht verschwindet, obwohl man weiß, es nützt alles nichts. Die Zeit ist begrenzt. Mach dir nicht allzuviele Gedanken darüber, warum dein Mann dich etwas außen vor lässt. Hat meiner auch getan. Ich hab ihn in seinen letzten Tagen dann mal gefragt, warum er mit mir nicht über seine Ängste geredet hat, über seine Gedanken, seine Sorgen. Lapidare Antwort: Du hast genug um die Ohren. Dabei wollen wir einfach nur teilhaben, wissen, was wir tun können, damit es besser geht oder zumindest das Gefühl vermitteln, wir sind da, an der Seite, egal, was passiert. Mein Mann sagte mir, es wäre doch seine Aufgabe, für die Familie zu sorgen, uns zu beschützen, sich darum zu kümmern, dass es uns geht geht. Und all das nimmt die Krankheit, je weiter sie voran schreitet. Ich denke, es ist nicht nur ein Wegschieben oder nicht wissen wollen, es ist ein großer Teil von Versagensängsten und -gefühlen dabei. Nicht mehr der starke Held und Ernährer sein können. Viele Männer (so auch meiner) können damit nur sehr sehr schwer umgehen und noch viel weniger darüber reden. Ich wusste bis zu seinem Tod nicht mal, dass er im selben Grab wie mein Vater bestattet werden möchte. Darüber hat er mit meiner Mutter geredet, nicht mit mir. Was ich damit sagen will... lass ihm seine Stille, lass ihm seine Gedanken... frag nicht nach, wenn er reden will, dann tut er das. Ich bin mir sicher, du gibst ihm das Gefühl für ihn da zu sein. Er weiß ganz genau, was er dir abverlangt. Daher vielleicht auch sein Pessimismus. Er weiß, dass du sehr viel mehr zu tragen hast und er liebt dich, er möchte dir diese Paket einfach abnehmen. Ist ne blöde Art, ich weiß...aber rationale Gedanken haben in der Chaoswelt des Lebens und der Gefühle keinen Platz. Fühl dich gedrückt
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GlG Rika mein Mann: Hautkrebs pT3aN1aM1c Klinisches Stadium IV, CL 4 *16.09.1963 - 26.1.13 ![]() Nicht die Zeit heilt unsere Wunden, wir gewöhnen uns nur an den Schmerz |
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