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  #1  
Alt 14.09.2014, 00:35
cawo cawo ist offline
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Standard AW: Für immer an deiner Seite ...

Liebe Heike,
lass dich mal drücken.

Ich habe fast die gleiche Geschichte durch.

Sei froh, dass du deine großen Kinder hast...

LG

Carmen
__________________
Mein Schatz:
10/2012 Diagnose Pankreaskarzinom mit Metastasen
am 23.02.2013, in meinen Armen eingeschlafen

Hier kann man unseren Weg nachlesen (Achtung, sehr lang)

http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=57813
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  #2  
Alt 14.09.2014, 08:14
Benutzerbild von Yogi 12
Yogi 12 Yogi 12 ist offline
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Standard AW: Für immer an deiner Seite ...

Hallo Heike!

Von mir mein herzliches Beileid.

Mein Mann ist in der ersten Augustwoche an Lungenkrebs gestorben und ich kann gut nachempfinden wie es dir geht.

Auch wenn wir mit dem geliebten Menschen alles verloren haben, die Liebe haben wir nicht verloren.

Die Trauer muss ausgehalten werden.....

In der ersten Zeit war ( bin ) ich untröstlich. Die Untröstlichkeit in Worte zu fassen bringt ein wenig Ruhe.

Ein "Trauercafe" - ich war schon mal da,- auch das kann ein wenig helfen.

Der Trauernde braucht Zeit sich mit dem Neuanfang auseinanderzusetzen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Beistand durch die Familie.

Liebe Grüße

Jutta
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  #3  
Alt 18.09.2014, 09:36
djkprinz djkprinz ist offline
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Standard AW: Für immer an deiner Seite ...

Guten Morgen zusammen,

gestern habe ich an der Gruppe für trauernde Frauen teilgenommen. Es war eine kleine Gruppe mit 5 Frauen, davon waren 3 schon eine ganz Zeit in der Gruppe, eine weitere Frau und ich waren neu.

Das Fazit des Abends war:

Trauer zuzulassen ist schwerer als Trauer einfach weg zu schieben. Da bin ich derzeit wohl eine Meisterin drin.

Ich habe 2 Stunden in meinem Stuhl hin und her gezappelt, mit Druck im Rücken und im Brustkorb, so als wenn man in einem Schraubstock wäre.

Ich muss einfach lernen, es zuzulassen.

Als wenn das so einfach wäre ....

LG Heike
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  #4  
Alt 18.09.2014, 13:08
B.Tijhof B.Tijhof ist offline
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Standard AW: Für immer an deiner Seite ...

Liebe Heike,

ich weiß genau, wie du dich fühlst. Mein Mann ist im Mai gestorben. Die große Liebe, Fels in der Brandung, alle Superlative paßten!!
Auch ich packe meine Tage voll mit Arbeit, um nur nicht ins Loch zu fallen.
2 x war ich bis jetzt ganz unten. Ich weiß nicht, welcher Weg der Beste ist, dazu ist Trauer viel zu individuell. Ich handel nach meinem Bauchgefühl, richtig oder falsch ist mir recht egal.
Ich erfahr gerade an eigenem Leib, das es ohne Familie und Freunde nicht geht. Ist es bei dir auch so?
Bleib tapfer und ich weiß wie schwer es ist
Bärbel
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  #5  
Alt 03.10.2014, 21:55
djkprinz djkprinz ist offline
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Hallo zusammen,

nach nunmehr 14 Tagen möchte ich mich mal wieder bei Euch melden.

Heute habe ich ein wenig aufgeräumt. Dabei sind mir die Sommersandalen meines Ehemannes in die Hände gefallen. Ich habe dann in den Sandalen die Zehenabdrücke meines Mannes gesehen und konnte mir ein paar Tränen nicht verdrücken. Ich habe es aber geschafft, mich von den Schuhen zu trennen.

Ebenso habe ich beim Aufräumen das Blutzuckermeßbuch gefunden. Das habe ich dann kurz an mein Herz gedrückt und wieder in den Schrank gelegt.

Macht das Sinn?

Mein Schatz ist nunmehr seit 4 langen Wochen nicht mehr da. Er fehlt mir schrecklich. Ich bin oft noch der Meinung, er ist gar nicht tot, nur in Urlaub oder so und kommt bald zurück. Aber niemand kommt.

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten Arbeitstag in Wiedereingliederung. Ich hatte die Nacht zuvor schlecht geschlafen und bin gegen 01.00 Uhr nachts aus dem Bett gefallen. Das ist mir noch nie passiert.

Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Ich musste dann morgens um 08.30 Uhr noch meinen Antrag auf Wiedereingliederung unterschreiben und diesen dann in ein anderes Verwaltungsgebäude bringen, was ca. 5 km entfernt ist. Gesagt, getan, doch wo war mein Autoschlüssel. Ich habe alles abgesucht, meine Kinder verdächigt, ihn irgendwo hingelegt zu haben und ihn nicht gefunden. Es blieb mir nichts anderes übrig als mir ein Taxi zu nehmen. EUR für nichts und wieder nichts. Dort angekommen, habe ich den Antrag geholt und auf der Straße bin ich erstmal heulend zusammengebrochen. Eine Kollegin hat mich dort gefunden und wir haben dann eine andere Kollegin geholt, die mich dann netterweise zu der anderen Stelle und wieder ins Büro gefahren hat.

Der Tag war dann erstmal gelaufen.

Einen Tag später in der Sparkasse wollte ich Geld abholen. Ich stehe vor dem Automaten und suche und suche meine Karte. Nachdem ich schon leicht hysterisch wurde, habe ich dann festgestellt, dass meine Karte doch in dem Automaten gesteckt hat und mich bereits nach der PIN gefragt hat.

Den Schlüssel für mein Auto habe ich Abend dann in der Werkzeugkiste gefunden.

Irgendwie habe ich das Gefühl langsam durchzudrehen, nicht mehr Herr meiner Sinne zu sein.

Kennt ihr das?

Ich habe nun einen Platz in einer Psychotherapie bekommen. Zwar noch nicht fest, aber erstmal alle 2 Wochen um reinzufinden.

Liebe Grüße Heike

@Bärbel

Ja, da hast du recht. Ohne Freunde und Familie könnte ich das nicht überstehen. Obwohl ich auch festgestellt habe, dass sich in solcher einer Situation herausstellt, wer dein wirklicher Freund ist. Ich habe eine sogenannte Freundin, jahrelang, wir sind immer zusammen in Urlaub gefahren, die ich derzeit gar nicht sehen möchte.Sie ist jetzt geschieden und ha einen neuen Partner. Sie ist die Patentante meines jüngsten Sohnes. In den 8 Monaten der schweren Erkankung meines Mannes hat sie mich ein einziges Mal hier zu Hause besucht. Der Anlass war der Geburtstag meines Sohnes. Sie hat immer gesagt, dass sie mit der Erkrankung meines Mannes nicht klar kommen würde und sie nicht wissen würde, was sie sagen solle, wenn sie mich besucht. Daher hat sich dann unser Kontakt auf das Telefon beschränkt. Man bin ich sauer. Mein Mann war da anders. Er hat gesagt, es würde nicht jeder mit solcher einer Situation klar kommen.

Gerade mein Mann, der es jedem leicht gemacht hat, der uns besucht hat.

Ich bin so enttäuscht von dieser Freundin.

LG Heike

Geändert von djkprinz (03.10.2014 um 22:10 Uhr)
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  #6  
Alt 09.10.2014, 09:55
B.Tijhof B.Tijhof ist offline
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Hallo Heike,

ja, wir sitzen alle im gleichen Boot, und müssen aufpassen, das wir nicht ertrinken. 5 Monate und 2 Tage und es ist noch immer unerträglich. Zum Thema aufräumen: Ich kann auch jetzt noch nichts wegräumen, was meinem Mann gehörte, alles steht noch genau da, wie immer. Jeder Versuch von mir, das zu ändern, ist kläglich gescheitert. In der Garage hatte er eine Werkbank wo er die schönsten Blumen und Dekogestecke für mich gebastelt hat, das war sein Hobby. Er hat die tollsten Sachen kreiert, so unglaublich kreativ.
Auch da liegt noch alles so wie er es verlassen hat.
Ich habe mir vorgenommen, mir in diesen Dingen die nötige Zeit zu lassen, irgendwann wird es soweit sein.
Zum Thema Freunde: Ja, solche "Freunde" kenne ich auch. Aber Gott sei Dank habe ich auch echte Freunde!! Ich habe viele Freunde und Familie in Holland, mein Mann war Holländer. Ich habe festgestellt, das die meisten Holländer nicht diese Hemmschwelle haben, die du ja mit deiner Freundin auch erlebt hast. Wir Deutschen tun uns da ein wenig schwer, mit Ausnahmen natürlich.
Wie geht es dir inzwischen, es tut immer so gut, von "Leidensgenossen" zu hören.
Liebe Grüße an alle, die in dem Boot sitzen
Bärbel
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  #7  
Alt 09.10.2014, 19:01
djkprinz djkprinz ist offline
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Liebe Bärbel,

ja Holland ... das war auch unser Thema. Wir oft haben wir Urlaub dort gemacht. Es war am einfachsten mit den Hunden. Da sind die Holländer doch sehr tolerant. Ich weiß, was du meinst. Sie sind einfacher gestrickt, umgängicher, lockerer. Sie nehmen es so, wie man es sagt und interpretieren nicht so viel in deine Worte.

Ich fahre dieses Jahr Sylvester mit den Kindern, meiner Schwiegermutter und meiner Schwägerin nach Zoutelande, leider ohne Thomas. Aber dennoch wird er bei uns sein. Ich werde ein wenig Sand und ein paar Muscheln mitbringen und diese in die Laterne auf der Gedenkstelle am anonymen Grab legen. Ich bringe ein wenig Holland dann für ihn mit.

Ja Bärbel, wie ist es mir. Ich habe mit einer Psychotherapie angefangen, zwar erstmal alle 14 Tage, weil noch kein Platz frei ist, aber immerhin. Am Anfang habe ich geglaubt, ich kann nicht weinen. Aber jetzt muss ich ganz oft weinen.

Ich vermisse ihn so schrecklich. Seine norddeutsche Kühlheit, die ich immer verflucht habe, jetzt wünsche ich mir sie zurück.

Ich arbeite in Wiedereingliederung, 4 Stunden. Aber irgendwie gehe ich hin und komme wieder nach Hause. Kennst du das? Man hat zu nichts wirklich Lust.

Was gibt es bei dir Neues?

Liebe Grüße Heike
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