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#1
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Liebe Alexa,
ich kann dich so gut verstehen, all deine Fragen und Zweifel... auch ich habe nie mit meinem Papa über den Tod gesprochen- ich wollte nie, dass er denkt wir hätten die Hoffnung aufgegeben und er hat vermutlich aus ähnlichen Gründen nicht mit uns darüber gesprochen. Das Einzige worüber wir mal gesprochen haben war, was ist wenn die Krankheit fortschreitet... und wir konnten im versichern, dass wir alles tun würden damit er keine Schmerzen oder Atemnot erleidet. Keiner hat uns eine Prognose mitgeteilt wie lange mein Vater noch leben würde, auch nachdem vor 5 Wochen festgestellt wurde, dass der Tumor einen Wirbel zerstört und das Rückenmark infiltriert hatte, bestand kein lebensbedrohlicher Zustand... so organisierten wir alles um meinem Vater ein Leben im Rollstuhl so angenehm wie möglich zu machen und ließen ihn auf eigene Kosten in eine Klinik verlegen, die ihn psychisch und physisch wieder aufbauen sollte. Am dritten Abend dort rief er uns an wir sollten schnell kommen es ginge ihm nicht gut. Wir blieben die ganze Nacht an seinem Bett und er schlief am nächsten Mittag in unseren Armen für immer ein... Das war am 26.8. Ich frage mich sooft ob wir etwas anders gemacht hätten, wenn wir das gewusst hätten, andere Gespräche geführt, die Zeit anders genutzt. Mittlerweile denke ich es war besser so, die vergangenen 19 Monate waren schlimm genug, ich weiß nicht wie es gewesen wär, wenn wir auch noch einen Countdown im Nacken gehabt hätten, noch mehr Angst, noch mehr Verzweiflung... ich denke mein Vater hat im Stillen genug gegrübelt, hat gewusst was er wissen musste, auch wenn er es nicht aussprach... sein überraschender, schneller und friedlicher Tod war vermutlich die einzige Gnade die die Krankheit ihm gewährte. Mein Vater durfte nur 54 Jahre alt werden und auch wenn ich mich immer wieder frage, warum er, warum musste gerade er so krank werden, so tröstet es mich ein wenig, dass er so friedlich einschlafen durfte... Und obwohl meine Mutter und ich überhaupt nicht auf das alles vorbereitet waren, haben wir scheinbar instinktiv richtig gehandelt, waren bei ihm, haben ihm schließlich gesagt, dass er aufhören darf zu kämpfen und schlafen darf.... ca 1 Stunde später ist er eingeschlafen... Hätte ich das alles schon vorher gewusst, vermutlich wäre ich beim Drübernachdenken schon durchgedreht... letztlich bin ich dankbar, dass wir nichts ahnten... ich glaube das Wissen hätte alles nur schlimmer gemacht...natürlich bleiben trotzdem Zweifel... Versuch einfach die Zeit zu nutzen, die ihr noch habt, leider kommt sie nie zurück und ist wohl immer viel zu kurz.... Liebe Grüße Susanne |
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#2
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Liebe Tina, liebe Susanne,
vielen Dank für eure aufmunternden Worte. Es ist schwierig. gestern war ich wieder bei meinem Vater. Es ist erschreckend wie sehr sich seine Lage innerhalb von 2 Tagen verschlechtert hat. Ich glaube es ist ihm jetzt endlich klar geworden, wie es um ihn steht. Ich habe es an seinem Blick gesehen, der war so leer und traurig. Seit 5 Tagen hat er nichts mehr zu sich genommmen, er bekommt jetzt Infusionen, weil er total dehydriert war. Mit der Bestrahlung hat er jetzt erstmal ausgesetzt, er weiß nicht was richtig oder was falsch ist. Keiner weiss das. Ich habe ihm davon abgeraten, mit der Bestrahlung weiter zu machen. Was hat es ihm denn bisher gebracht? Nichts außer den schlimmen Nebenwirkungen. Es gab keinerlei Besserung, weder schmerzmäßig, noch das seine Lähmungen sich gebessert hätten. Er sagte, dass das es jetzt wohl zu Ende geht…und er hat mir gesagt wem wir alles eine Todesanzeige schicken sollen, wenn er nicht mehr da ist. Dann sagt er aber wieder, dass wäre vielleicht doch jetzt etwas makaber und fragt mich: soweit ist es doch noch nicht, oder? Ich habe gesagt nein, Papa soweit ist es noch nicht. Und habe versucht ihm Mut zu machen, indem ich ihm sagte, es wird ihm bald bestimmt besser gehen, dass die Nebenwirkungen der Bestrahlungen bestimmt weniger werden. Ich bete, dass es so ist. Ich habe aber auch gesagt, dass ich das gut finde, dass wir darüber reden und habe ihn gefragt ob er Angst hat vor dem was dann kommen wird und wie er es sich vorstellt. Er sagte, er habe überhaupt keine Angst, und dass er glaubt, dass seine Mama und sein Papa ihn abholen werden. Dann hat er mich noch gefragt, ob es irgendetwas gäbe, was er als Vater falsch gemacht hätte. Und ich habe gesagt: nein, Papa du warst und bist immer ein wundervoller Vater für mich. und so ist. Ich liebe meinen Papa so sehr und es ist so unendlich schwer loszulassen. Ich wünsche mir so sehr, dass auch ich dabei sein werde, wenn er geht. Liebe Grüße Alexa |
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#3
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Hallo Alexa,
wie geht es deinem Vater? Bei uns sieht es leider nicht so gut aus. Mein Papa ist am 08.09.07 wegen innerer Blutungen ins Krankenhaus gekommen, man vermutete, dass der Tumor blutet. Die Ärzte konnten nichts machen, eine Endoskopie war nicht möglich, aufgrund des Tumors. Die Blutung kam allein zum Stillstand. Mein Papa kommt jetzt wahrscheinlich am Mittwoch nach Hause, hat aber Schmerzen und ist sehr schwach. Die Ärztin sagte uns gestern, wir sollen damit rechnen, dass es bald zu Ende sein kann. Wie fühlen uns im Momentan hilfslos und leer. Hoffe, bald wieder von dir zu hören. LG Tina |
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