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#1
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Liebe Elli,
Deine Worte haben haben mich nicht verletzt. Ich weiß, dass die Agressivität von dem Tumor kommt und meine Ma nichts dafür kann. Ich mache mir jetzt Vorürfe, was wäre wenn ich sie Anfang Januar noch hätte operieren lassen? Würde es ihr dann wieder gut gehen, oder wäre sie auf dem OP-Tisch eingeschlafen?? Ich werde noch wahnsinnig................ LG Christine |
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#2
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Liebe Christine,
ich denke Deine Entscheidung war richtig,Deiner Mutter die Strapazen dieser OP zu ersparen.Ich hätte es ganz genauso gemacht. Quäle Dich bitte nicht mit den Fragen :was wäre wenn... . Selbst wenn Du davon ausgehst,das die OP evtl. erfolgreich verlaufen wäre,d.h.der Tumor wurde entfernt,dann ist auch das noch keine Garantie dafür,das Deine Mutter jetzt wieder gesund wäre.Ich denke das Risiko solch einer OP und den damit verbundenen Folgeschäden,sind nicht absehbar. Ich bin mir sicher,das Du Deiner Mutter ,mit Deiner damaligen Entscheidung einen Gefallen getan hast.Irgendwann verlässt der Kampfgeist den Menschen,und man möchte nur noch in Ruhe und Frieden Abschied nehmen. Ich glaube Deine Mutter ist dabei sich zu verabschieden,von allen die ihr lieb sind. Falls Du die Möglichkeit hast,nimm das Angebot des Krankenhauses an,und lass Deine Mutter in ein Hospiz verlegen.Dort ist Tag und Nach immer jemand da,der sich um sie und auch um Dich kümmert.Dort wird sie so auf Medikamente eingestellt,das sie keine Schmerzen mehr hat,und in Frieden gehen kann. Um meinem Vater einen qualvollen Erstickungstod zu ersparen,bekam er Morphium.Ich bin den Ärzten heute noch dankbar dafür. Liebe Christine,kann es sein,das Du Dir Vorwürfe machst,das Du Dein Versprechen Deiner Mutter gegenüber "sie nie alleine zu lassen" nicht halten zu können?So liebevoll wie Du über Deine Mutter schreibst und sprichst,bin ich mir sicher,das sie Dich von diesem Versprechen entbindt.Sie will bestimmt nicht,das Du Dich jetzt so mit Selbstvorwürfen quälst. Versuche Sie auf ihrem Weg zu begleiten,ich glaube damit erweist Du ihr einen großen Dienst,und zeigst ihr auch wie sehr du sie liebst. Ich sende Dir jetzt mal ganz viele Engel ,die Dich und Deine Mutter auf ihrem Weg begleiten sollen. Liebe Grüsse Elli |
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#3
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Liebe Elli,
so wie Du es beschrieben hast, sieht es in mir aus. Ich mache mir Vorwürfe, weil ich sie nicht habe operieren lassen und weil ich zugelasen habe, dass sie auf die Palliativ gekommen ist. Ihr Krankenbett steht nach wie vor bei uns im Wohnzimmer so als warte es darauf, dass meine Ma wieder dort hineingelegt wird. Gestern Abend habe ich mich in das Bett gelegt und mich ihr so nahe gefühlt.... Heute war meine Ma übrigens wieder ansprechbar, mein Männe, meine Cousine und ich haben sie besucht. Der diensthabende Pfleger kam am Nachmittag ins Zimmer um sie anders zu betten, wurde jedoch kurzfristig abgerufen. Als er das Zimmer verlassen hatte sagte sie:"Kommt wir hauen hier ab", das hat mir so weh getan. LG |
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#4
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Liebe Christine,
na da scheine ich ja den "Nagel auf den Kopf " getroffen zu haben. Aber ich weiß nicht ,ob es Dir wirklich hilft,wenn ich Dir sage,das DU dir keine vorwürfe machen sollst.Ich bin nach wie vor der Meinung,das du alles menschenmögliche getan hast und auch noch tun wirst für Deine Mutter. Hast Du schon mal in Erwägung gezogen,mit dem Sozialdienst des Krankenhauses (denke mal das es dort so etwas gibt)Kontakt aufzunehmen? Ausserdem köntest Du dir mal ein Hospiz anschauen oder mit einem ambulaten Hospizdienst Kontakt aufnehmen.Ich bin nach wie vor der Meinung,das eine so intensive Pflege zu Hause fast nicht zu leisten ist. Du würdest dann dringend professionelle Unterstützung brauchen. Ich denke dabei in erster Linie auch an Dich,an Deine Familie und natürlich auch an Deine Mutter.Ich kann mir vorstellen,das die Pflege eines todkranken Menschen (entschuldige bitte meine Wortwahl)an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit geht. Bei uns in der Nähe gibt es ein Hospiz.Die Zimmer haben rein gar nichts mit der so gefürchteten Krankenhausatmophäre oder mit einem Alten-bezw. Pflegeheim zu tun.Sie sind sehr persönlich,hell,freundlich und individuell eingerichtet.Dort findet nicht nur Deine Mutter die Pflege die sie braucht,sondern auch Du und Deine Familie werden dort intensiv unterstützt. So könntest Du Dich dann voll auf Deine Mutter konzentrieren und mit Ihr noch eine schöne gmeinsame Zeit verbringen. Nach wir vor bin ich auch der Meinung,das Deine Entscheidung -keine OP-mehr als richtig war.Auch wenn die Zweifel im Moment überwiegen. Ich kann mich vorstellen das,wenn Deine Mutter auch zwischendurch klare Momente hat,dies höchstwahrscheinlich nicht so bleiben wird,sondern es auch wieder schlechter werden wird. Ich wünschte ich könnte Dir mehr helfen. Versuch auf jedenfall Kontakt mit dem Sozialdienst aufzunehmen.Diese könnten dann auch noch mal mit den Ärzten sprechen.Evtl. hilft Dir das bei Deiner Entscheidungsfindung. Auf jedenfall befreie Dich ganz schnell von Deinem schlechten Gewissen. Denn das brauchst DU wirklich nicht zu haben.Überlege doch mal,wieviele alte Menschen würden sich eine Tochter wie Dich wünschen.Eine Tochter die Ihr Versprechen gehalten hat.Wieviele alte Menschen werden von Ihren Kindern in ein Heim abgeschoben ,weil sie lästig geworden sind.Das ist bei Euch doch wahrlich nicht der Fall.Denke jetzt bitte zuerst an Deine Mutter. Wo ist sie am besten aufgehoben und wo kann sie die optimale medizinische Versorgung bekommen. Bei meinem Vater damals,war ich sehr für das Hospiz.Meine Schwester natürlich dagegen.Nur war der Unterschied,ich wurde jeden Tag mit der ganzen Sache konfrontiert und wusste auch was da evtl. auch mich zukommen würde.Nachdem die Ärzte auch ein Hospiz unterstützt haben,fiel meiner Schwester die Entscheidung leichter.Meinem Vater habe ich immer erzählt,das er nun bald in ein anderes Krankenhaus verlegt werden würde.Er wollte auch immer nach Hause und beschuldigte uns alle,ihn in ein Altenheim abgeschoben zu haben.Ich glaube ihm ist bis zum Schluss nicht bewusst geworden,das er in einem Krankenhaus war. Bevor es jedoch zur Verlegung kam,ist mein Vater gestorben. Ich hoffe ich habe Dir bei Deiner Entscheidungsfindung ein bisschen helfen können. Drücke Dich mal ganz doll. Liebe Grüsse Elli |
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#5
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Liebe Elli,
zunächst möchte ich Dir sagen, dass Du mir mit Deinen Worten sehr hilfst. Der soziale Dienst des Krankenhauses ist bereits aktiv, sie suchen für meine Ma einen Hospizplatz. Habe heute noch mal das Thema Pflege Zuhause angesprochen, die Krankenschwester schaute mich nur an und meinte, dass ich das allein körperlich, von der Psyche ganz abgesehen nicht schaffen könne. Das Problem ist einfach einen Hospizplatz in unserer Nähe zu finden. Ich wohne in einer Kleinstadt in der Nähe von Bonn, das nächste Hospiz ist in Bonn und total ausgelastet. Die Vorstellung, dass meine Ma nach Köln, Lohmar oder in die Eifel muß, macht mich wahnsinnig, wie soll ich sie dann jeden Tag beuschen??? LG Christine |
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#6
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Liebe Christine,
lass Dich drücken. Denke Du hast die richtige Entscheidung gefällt,bezw. bist gerade dabei sie zu fällen. Habe mal gegoogelt,und es gibt in Bonn bezw. um Bonn herum verschiedene Hospize bezw. Hospizvereine.Wenn Du bei google den Begriff "Hospize in Bonn" eingibst,wird Dir ganz oben eine Seite angezeigt.Dort findest Du die verschiedene Häuser.Vielleicht ist dort etwas dabei,was bei Dir in der Nähe ist,und wo Du Deine Mutter regelmäßig besuchen kannst. Falls der Sozialdienst Dir im Moment nicht weiterhelfen kann,dann ruf einfach mal die verschiedene Häuser an.Evtl. ist ja irgendwo ein Platz frei,oder man kann Dich auf eine Warteliste setzen.Obwohl ,Warteliste,hört sich ja schon echt blöd an. Ich möchte Dich nochmals in Deiner Entscheidung bestärken,das Deine Mutter und Ihr auch,in Frieden Abschied nehmen könnt.Ihr seit dann nicht mit der Pflege belastet und könnt die noch verbleibende Zeit zusammen und unbelastet verbringen. Ich denke Ihr als Angehörige erfahrt dort auch die Unterstützung die Ihr dringend braucht und findet bestimmt immerein offenes Ohr für Eure Sorgen,Nöte und Ängste. Ich drück jetzt mal ganz fest die Daumen,das bald ein Platz gefunden wird,und Du wieder ein bisschen zur Ruhe kommst. Liebe Grüsse Elli |
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#7
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Liebe Christine,
darf ich mich noch mal hier bei Dir einklinken,und ganz,ganz vorsichtig nachfragen ; wie es bei Euch so geht? Hoffe Du bist jetzt mal ein bisschen zur Ruhe gekommen,und hast ein bisschen Zeit für Dich. Wie geht es Deiner Mutter? Habt Ihr inzwischen einen Hospizplatz gefunden? Ich weiß Fragen über Fragen.Wenn Du möchtest ,dann melde Dich doch nochmal ganz kurz. Liebe Grüsse Elli |
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