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#1
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Ich weiß, es gehört nicht hier hin, da privat. Aber die Situation ist für mich unerträglich und trägt auch zu meiner Traurigkeit bei. Vielleicht geht es einigen Frauen ebenso.
Es geht mir ja soweit gut, bin nur körperlich nicht mehr so fit und manchmal ziemlich kraftlos, habe ich mir zuviel zugemutet. Wenn ich mit meinem Mann darüber rede, dass das die Nachwirkungen der Erkrankung sind, wird sofort abgewunken: du bist nicht krank, du hast keinen Krebs, der Tumor wurde entfernt, du bist gesund. Er sieht nicht ein, dass mir nicht der Blinddarm entfernt wurde, dessen OP man schnell überstanden hat. Er will nicht wahrhaben, dass bei einer Brustkrebserkrankung der ganze Körper erkrankt ist, womit man hin und wieder als Patient zu kämpfen hat. Mein Mann wäre mit seinem Herzinfarkt, vor knapp 5 Jahren, schlimmer dran. Als ob ich in einen Wettbewerb getreten wäre: wer von uns ist schlimmer erkrankt? Ich habe mich tüchtig durch meine Depression gekämpft und die Angst vor einer Neuerkrankung weit von mir geschoben, sie existiert momentan nicht. Aber wenn ich so etwas höre bin ich einfach nur traurig.
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Copyright, Meine im Krebskompass verfassten Beiträge und Gedichte dürfen in anderen Foren oder HP`s nicht ohne meine persönliche Zustimmung kopiert oder veröffentlicht werden. |
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#2
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Liebe Anneli !
Tja, Dein Mann scheint ein toller Verdrängungskünstler zu sein. Offenbar hat er den Ernst der Lage nicht erfasst oder ist mit seiner eigenen Erkrankung noch zu sehr beschäftigt. Vielleicht plagen ihn die eigenen Ängste zu sehr, und er mag es nicht zugeben (ein Junge heult nicht, haha !). Fakt ist, so hat man uns das bei meiner ersten AHB gesagt, dass erfahrungsgemäß mehr Menschen an Herz-/Kreislauferkrankungen versterben als an Krebs. Vielleicht hat Dein Mann das im Hinterkopf. Denn ihm konnte ja nun nichts "herausoperiert" werden, und so ist seine Herzerkrankung für ihn nicht "greifbar" und auch nicht "abgehakt". Sprich doch einfach mal mit ihm darüber. Teilt Euch gegenseitig Eure Ängste mit. Hier geht es nicht darum einen Wettbewerb zu gewinnen, sondern dem Partner klar zu machen wie sehr man seine Unterstützung braucht - das gilt für beide Seiten. Ich wünsche Dir mit Deinem Buch viel Erfolg. Und noch was... freu Dich auf Deinen 60. Geburtstag, plane ein tolles Fest , lade Freunde ein - es wird ein toller Tag !! Viele erleben ihn gar nicht.LG Regina Beate
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BK seit 1993 (Rezidive: 1997, 2003, 2004, 2007, 2013) |
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#3
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Liebe Regina,
auch Dir kann ich nur Recht geben. Der Herzinfarkt scheint meinen Mann mehr zu belasten als meine Krebserkrankung, ist er doch familiär vorbelastet und hat durch Herzerkrankung schon seinen ältesten Bruder verloren. Ich hatte es schon mit Gesprächen versucht, stoße aber leider auf kein Verständnis. Ich bin froh, in diesem Forum Menschen gefunden zu haben, die Verständnis und Mitgefühl aufbringen. Danke für Deine lieben Wünsche. Herzliche Grüße ![]() ![]() ![]() Anneli
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#4
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Hallo liebe Anneli,
wir hatten uns in dem Thema Partnerschaft/Familie schon kurz darüber ausgetauscht, wie sehr manche Angehörige das Thema Krebs verdrängen. Jetz bin ich hier auf deinen Thread gestoßen und habe mir durchgelesen, was dich so beschäftigt. Das hat mich alles sehr berührt! Du hast dich so tapfer durch deine Krankheit und deine Traurigkeit gekämpft, das finde ich sehr bewundernswert. Und immer wieder schaust du auf und versuchst, das Beste aus allem zu machen. Und dann hab ich gelesen, wie sehr dich verletzt, dass dein Mann deine Krankheit so verleugnet und sie so unterordnet. Damit verdrängt er doch auch deine Ängste und deine Bedürfnisse, so, als müsstest du dich immer hinten anstellen. Das erschüttert mich, denn ich finde das ungerecht, auch, wenn dein Mann sicher auch viel mitgemacht hat. Aber so ein "Konkurrenzkampf" tut nur weh. Und wenn du mit ihm redest, weicht er nur aus? Irgendeine Möglichkeit muss es doch geben, dass er deine Ängste wahrnehmen will. Meine Mutter hat das gleiche Problem mit meinem Vater, er verleugnet ihre Krankheit, sie ist "gesund". Das verletzt sie so sehr und mich macht es wütend. Auch ich habe noch keinen Weg gefunden, meinen Vater zur Vernunft zu bringen. Liebe Anneli, am liebsten würde ich dich mal ganz lieb in den Arm nehmen. Ich weiß, dass ich dir nicht so richtig helfen kann, aber du sollst wissen, dass du nicht allein bist.Ich wünsch dir alles Gute! Christiane
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Juhu!!!! Chemo geschafft!
Geändert von Chrische (07.03.2008 um 14:15 Uhr) Grund: hab mich verschrieben |
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#5
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Liebe Christiane,
danke für die liebevolle Umarmung und für Deine einfühlsamen Worte, die mich sehr berührt haben. Sie bedeuten für mich, du bist ein überaus mitfühlender Mensch. Du siehst ja an Deiner Mutter, wie sehr man unter der Einstellung des Ehemannes leidet. Ich habe für diese Reaktion auch kein Verständnis mehr, obwohl sie vielleicht aus der Angst hervorgerufen wird, den Partner womöglich leiden zu sehen und ihn eventuell schnell zu verlieren. Krebs ist nun mal Krebs und keine harmlose Blinddarm OP. Es ist für mich auch kein Tagesgespräch, nur manchmal, wenn ich sage, ich habe etwas nicht geschafft, du weißt dass ich nicht gesund bin, will ich nicht hören: du bist gesund, du hast keinen Krebs. Eine einfache Antwort würde reichen: dann machst du es eben ein anderes Mal. Manchmal haben die Männer leider eine Art an sich, die uns Frauen das Leben schwer macht. Liebe Grüße ![]() Anneli
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#6
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Ich habe das Thema noch einmal angesprochen und mit meinem Mann darüber geredet. Es ist tatsächlich so, dass der schwere Herzinfarkt meinen Mann sehr belastet und kaum Raum lässt für andere Sachen. Oft quälen ihn gesundheitliche Probleme, dann packt ihn der Ehrgeiz und er will alle Dinge, die ihm Freude bereiten auf einmal machen, als ob er in einen Jungbrunnen gefallen wäre. Vielleicht auch Angst, etwas zu versäumen. So gerät die Erkrankung der Ehefrau in den Hintergrund. Unbeabsichtigt, wahrscheinlich aus lauter Angst, durch einen erneuten Infarkt tot umzufallen.
Es ist nicht einfach, wenn beide Partner schwer erkrankt sind. Durch eigene Probleme fällt es oft schwer, den anderen zu stützen. Man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ich komme zur Zeit nicht auf die Beine. Hatte 5 Tage Fieber, was bei mir sehr selten ist, Husten mehr als stark, alle Symptome einer Grippe. Nun, da ich fieberfrei bin, komme ich einfach nicht zu Kräften. Jede noch so kleine Arbeit fällt mir schwer, bin schlapp und zum umfallen müde. Hoffentlich bin ich zu Ostern besser zurecht. Ein frohes und gesundes Osterfest.
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