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  #1  
Alt 27.11.2008, 10:48
Ronnya Ronnya ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Liebe Blume....

Noch mag es für dich fremd erscheinen hier zu sein ....
Hat ja auch was mit Entgültikeit zu tun,hier kämpft keiner mehr gegen die diese Sch....-Krankheit an,hier findest du all die Kämpfer,die nun damit zurecht kommen müssen,diesen Kampf verloren zu haben....
Du wirst hier großartige, tapfere,mitfühlende und ganz doll nette Menschen kennenlernen.
Fühl dich einfach herzlich willkommen
Richte dich gemütlich ein und du wirst auch dieses Beet hier hegen und pflegen können.....
Lieber Gruß
Regina
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Erinnerungen ,die nicht verblassen,
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Mein geliebter Vater - 16.6.2008
Und immer sind da Spuren deines Lebens
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  #2  
Alt 27.11.2008, 11:48
Tochter1980 Tochter1980 ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Liebe Blume,

auch ich möchte Dich stützend in Empfang nehmen.
Verweile mit uns in der Trauer und in den Erinnerungen an unsere Lieben.

Jedem wird zugehört und jeder wird aufgefangen. Es tut mir sehr leid, was Dir wiederfahren ist und ich ziehe meinen Hut vor so viel Kraft.

Komm mit unter unsere Decke und wärme Dein geschundenes Herz bei uns auf.

Ich drück Dich ganz doll
Susi
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In Erinnerung an unsere geliebte und starke Frau und Mama
*28.02.1958 +18.10.2008
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  #3  
Alt 27.11.2008, 14:05
Benutzerbild von Blume68
Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Ach Mensch...jetzt sitze ich hier, und bin total gerührt...ich danke euch von Herzen!

Liebe Susi - danke für die "Decke", ja, ich würd gern mal dort unterkriechen, wenn ich darf...


Und Regina - daß du ausgerechnet mit dem Ausdruck "Beet" kommst - ja, du hast bei mir gelesen, stimmts?

Und dann - meine liebe Daggi! Hast mich also hier gefunden - das ist schön! Da möchte ich doch gleich, aus MEINER Sicht, auf eine deiner Fragen antworten:
"Ich weiß nicht, wie Menschen reagieren, wie ihnen zumute ist, wenn sie ein solches Erlebnis hatten... „Verlangt“ man danach nicht nach mehr, weil man diesen geliebten Menschen so sehr vermisst?"

Als mein Papa da war, da war ich sehr froh darüber. Ich hatte es nicht erwartet - vielleicht kam er deshalb. Und, da bin ich mir sicher, weil ich es zulassen konnte, annehmen. Also - daß es sowas gibt.
Das wäre meiner Ma oder meiner Schwester, möglicherweise, anders gegangen.

Ich war froh, und habe das weitergegeben, was er uns mitteilen wollte.
Nein - ich habe nicht nach "mehr verlangt". Ich war so dankbar für seinen Besuch - mehr habe ich einfach nicht "erwartet", das war ja schon soviel. Direkt danach habe ich es aufgeschrieben, von Hand, und für meine Familie aufbewahrt. Mit vielen habe ich nicht darüber gesprochen, weil ich es nicht zerreden wollte, Angst hatte vor Kommentaren wie "das hast du ja nur eingebildet", oder "das gibts ja gar nicht".

Vielleicht schreibe ich ein andermal noch etwas dazu - habe jetzt nicht soviel Zeit. Es tut mir gut, mich mit euch austauschen zu können. Ich wünsche euch allen viel Kraft und einen guten Tag heute!

Liebe Grüsse
Blume
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  #4  
Alt 27.11.2008, 19:39
Ronnya Ronnya ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Hi Blume....
Richtig ,hab ich bei dir gelesen,das mit dem Beet....
Fand es einen schönen Gedanken und dachte du fühlst dich dadurch ein wenig heimelischer .....(sagt man das so???)

einen angenehmen Abend noch....
Einen Gruß schick ich dir...
Regina
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  #5  
Alt 27.11.2008, 20:22
Benutzerbild von Blume68
Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Heimischer?...lächel...wie auch immer "man sagt"...ich danke dir. Ich fand es eine wunderschöne Idee.

Ganz liebe Grüsse an dich, gucke später nochmal rein.

Blume
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  #6  
Alt 27.11.2008, 22:52
Benutzerbild von wiebra
wiebra wiebra ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Hallo Blume, hallo ihr Lieben anderen,

in euren Aussagen finde ich ein Stück von meinen Gedanken und Erfahrungen, wie auch tröstende, Hoffnung gebende Worte. Ein Tod ist eine so vielschichtige und weitreichende und verändernde Erfahrung - er ist eine ganz einschneidende Lebens-Wegänderung.
Leben - nach dem Abschiednehmen?
Ich nehme Abschied, wahrscheinlich (m)ein Leben lang bis zum Wiedersehen.

Vor dem Tod unserer Tochter Annika (18) war Leben für mich Ziele setzen, Ziele erreichen, neue Ziele planen, vorwärts, weiter, alles ist machbar, was ich will, das schaffe ich! - Jetzt mag ich das nicht mehr - 1 Jahr und acht Monate ohne Annika. Nicht plötzlich, aber unvorbereitet für uns starb sie innerhalb von drei Tagen; obschon viele Anzeichen vorher immer sichtbarer wurden - vielleicht nur für uns unsichtbar?
Ewing Sarkom im Okt. 05 diagnostiziert, 6 Chemos, 4 Wochen Münster wegen Becken-OP, Hochdosis, 2 Wochen Münster wegen Lungen-OP, Schuljahr übersprungen und in die 12. Klasse mit Engagement hoch3, Bestrahlungen am Becken, Krankengymnastik, Nachhilfe, Psychotherapie und Leben, Leben, Leben "Mama, lass mich, wenn es mir gutgeht" Sept. 06 erneute Metastasen in der Lunge, Verzweiflung weggedrückt - neue Chemo und Schule, Krankengymnastik, ..., ... Chemo schlägt nicht an. Anfang Dez. Irinotecan und Temodal. Rückenschmerzen nehmen zu, Schule wird immer beschwerlicher, keiner weiß Hilfe. Heiligabend 06 - vor Schmerzen und nur noch liegend ins Krankenhaus. Schmerzmittel sollen eingestellt werden. Am nächsten Tag trägt Axel, mein Mann, sie ins Haus. Annika kann nicht mehr richtig laufen, kein Toilettengang, Beine nicht mehr bewegen, alles kribbelt.Lähmung bis zum Zwerchfell. 24 Std. später Diagnose:Guillain-Barré-Syndrom (Autoimmunerkrankung). Ärzte: sie stirbt innerhalb der nächsten Std. - sie erlebt Silvester nicht - doch! Sie lebt und ist vollgepumpt mit Morphium und spielt mit uns: Stadt-Land-Fluß! Ich lebe mit ihr seitdem im Krankenhaus.
Akribische Suche im Internet nach der Ursache. Axel und Lennard (unser Sohn) finden sie im "Waschzettel": Irinotecan darf nicht gegeben werden, wenn vorher eine Hochdosis Therapie gemacht wurde und bestrahlt wurde. Die Ärzte geben Annika auf (nur noch ein viertel Jahr, weil keine Chemo gegeben werden kann). Dann wollen sie doch noch eine Chemo geben; für Annika und uns unverständlich. "Ich lass doch nicht Russisch Roulette mit mir spielen!" Suche nach einer Alternative: Hyperthermie! 17. Januar 07 in die Gisunt-Klinik (Privatklinik). Innerhalb eines Monates wird sie von 192 mg Morphium/ Tag entwöhnt, Aufbau ihres kaputten Immunsystems (Vitamin A bis Zink, das ganze Alphabet durch), Hyperthermie an Lunge und Ganzkörper - körperlich ging es aufwärts trotz eines riesigen Dekubitus vom Liegen. Annika war entmutigt ("ich will doch nur wieder laufen können"), tief enttäuscht von den Ärzten im Krankenhaus, die Welt wurde kleiner und kleiner. Annika wollte immer weniger Besuch, ....... Die Lähmung ging endlich, wenn auch langsam zurück. Dann Atembeschwerden ! Was ist los? Annis Herz macht nicht mehr mit. Die Metastasen in der Lunge zersetzen sich nachweislich (Dienstag) und Annika kann trotzdem nicht mehr richtig durchatmen. Sie erhält wieder etwas Morphium, um Angst zu senken. Unter Atembeschwerden (Mittwoch)"Was muss ich tun, damit ich offiziell aufgenommen werde?" Annika fragt zweimal - ich ahne,ich weiß, sie fragt, weil sie sterben wird- ich erlaube es ihr und stehe neben mir "Du brauchst nichts zu tun, so wie du bist, wirst du aufgenommen.Es ist in Ordnung." Nierenversagen, Leberversagen, die Sicherung knallt durch als ich auf Toilette gehe - Annika liegt im Koma. Es ist, als wenn jemand einen unsichtbaren Mantel um mich gelegt hat- ich bin ruhig, ganz ruhig. Herze und küsse sie ab und an, spreche mit ihr. Um 0.25 Uhr(Freitag 23.3.07) der letzte Atemzug.

Welches Ziel jetzt? Leben - nach dem Abschiednehmen?
Weiterleben und Suche nach Anzeichen von ihr aus der geistigen Welt. Annika fehlt, meine Tränen sind immer im Auge, auch wenn ich lache. Zwei geteiltes Leben: Arbeiten und berufliche Bestätigung erhalten - Traurig sein und such nach ..... ?

Ihr Lieben im Forum - ein Hauch unserer Geschichte - puh und so lang.

Bis heute hat mich mein Leben im Abschiednehmen zum Reiki geführt, zur christlich-spirituellen Kirche in München, zu vielen Gesprächen mit gleicherlebenden Menschen - das tut gut.

Allein den Weg der Trauer gehen, aber nie allein sein.

PARDON - so viel habe ich noch nie hier im Forum geschrieben.

Uns allen wünsche ich Träume und Erinnerungen, die aufbauen und trösten

fühlt euch umarmt von
Renate
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"Manchmal ist es ganz gut, am Fuß des Berges nicht zu wissen, wie hoch er wirklich ist; denn mit dem Wissen über die gesamte Strecke lässt es sich meist schlechter wandern als wenn man einfach bis zum nächsten Grashalm schaut" Annika 11/2006

Geändert von wiebra (28.11.2008 um 12:53 Uhr)
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  #7  
Alt 27.11.2008, 23:48
Benutzerbild von Blume68
Blume68 Blume68 ist offline
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Standard AW: Leben - nach dem Abschiednehmen?

Liebe Renate,

soviel Leid - ich kann es nachfühlen, wie es dir geht. Meine Mama hat ihren Sohn verloren - er war älter als deine Annika, trotzdem - es ist wohl eines der schlimmsten Dinge, wenn Eltern ihre Kinder verlieren...ich habe es bei meiner Ma miterlebt, auch, wie sie gesundheitlich danach abgebaut hat. Eins kam zum anderen.

Ich finde es gut, daß du eine Möglichkeit der Unterstützung gefunden hast - das Reiki. Auch wenn es deinen Schmerz nicht mildern kann, ich denke, man fühlt sich wenigstens verstanden, wenn man den Schmerz mit anderen teilen kann. Leider hat meine Mama all das eher mit sich allein ausgemacht (zunächst den Verlust ihres Sohnes noch mit uns und ihrem Mann, dann, als ihr Mann starb, fast ganz allein - abgesehen von uns Kindern.)

Es hat mir gezeigt, wie wichtig es ist (und MIR wäre), Menschen ausserhalb der Familie zu haben, die einem nahestehen - oder ein Forum wie dieses.

Danke für das Erzählen von Annika...
Blume
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