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#1
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Hallo aussikiwi,
bis zu 4 Wächterlymphknoten sind beim SN des Melanomes bekannt. Manchmal liegt der SN hinter einem normalen LK, daher muß der davor liegende LK auch mit entfernt werden. Normalerweise wird man spätenst nach einer SN-Dissektion nach 5 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Daher wir dein Mann Daheim auch keine Thrombosespritzen benötigen, da ja seine Beine nicht betroffen sind. Die Fäden werden nach 10 - 14 Tagen gezogen. Dann sollte auch die Histologie der LK vorliegen. Wenn es zu einem Lymphstau gekommen ist, dann sollte bandagiert werden. Ob der Urlaubstermin eine gute Idee ist wird sich nach der Histologie zeigen. Habt ihr eine Rücktrittsversicherung abgeschlossen? Momentan kann man nicht sagen ob sich ein sekundäres Lymphödem entwickelt. Meist kommt es nur bei kompletten Dissektionen vor. Hier habe ich einige Fachinfos mit Links: Befundinterpretation Jeder speichernde Lymphknoten mit einer eigenen Lymphbahn entspricht einem SLN. Kommt ein Lymphknoten zur Darstellung, bei dem keine separate Lymphbahn sichtbar ist, ist er grundsätzlich auch als SLN zu betrachten, soweit es sich nicht eindeutig um einen nachgeschalteten Lymphknoten handelt. Durch zusätzliche intrakutane Injektion eines Farbstoffes (z.B. Patentblau) kann intraoperativ festgestellt werden, ob dieser Lymphknoten ein separates Lymphgefäß besitzt und es sich um einen SLN oder um einen nachgeschalteten Lymphknoten handelt. http://www.ogn.at/protokolle/waechte...esmelanom.html Anfang der 90er Jahre konnte Morton [2] nachweisen, dass die lymphogene Metastasierung des kutanen Malignen Melanomes ebenfalls in spezifischen Lymphknoten beginnt. Er definierte den sentinel lymph node als den ersten bzw. vordersten drainierenden Lymphknoten eines malignen Tumors. Somit ist der SLN die erste Manifestationsstelle einer beginnenden lymphogenen Metastasierung; oder anders ausgedrückt wird die Lymphflüssigkeit eines Gewebeareales zunächst nur von einem Lymphknoten filtriert. Gleichwohl ist es verständlich, dass bei Tumoren die an einer „Wasserscheide“ eines Lymphabflussgebietes liegen auch mehrere Wächterlymphknoten (beim MM sind z.Z. bis maximal 4 als solche anerkannt) nachgewiesen werden können. http://www.kkenw.de/fileadmin/kken/m...te/melanom.pdf Das Wächterlymphknotenkonzept (SLN) Durch die lymphatische Drainage des Tumorareals gelangen Tumorzellen in das Lymphsystem. Der Transport erfolgt dabei direkt in den Lymphbahnen. Dem entsprechenden Tumorgebiet kann somit ein oder mehrere Lymphknoten zugeordnet werden, welche die primäre Filtration der Lymphflüssigkeit vornehmen. Diese Lymphknoten bezeichnet man als Wächerlymphknoten oder Sentinel-Lymphknoten. Da in diesen Lymphknoten der Großteil der in der Lymphe befindlichen Tumorzellen phagoozytiert werden, nimmt die Konzentration von Tumorzellen nach dem Durchfluß durch den Wächterlymphknoten stark ab. Die Wahrscheinlichkeit einer Tumoransiedlung im primär drainierten Lymphknoten ist daher wesentlich größer als in anderen Lymphknoten. http://www.crystal-photonics.com/de/solutions/sln.htm Die Anzahl der Wächterlymphknoten pro Patient betrug 1-4 http://www.xolopo.de/medizin/erste_e...akon_4554.html LG -babs_Tirol-
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"Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben" Pearl S. Buck, 1892-1973, Literatur-Nobelpreisträgerin 1938 -Meine im Krebskompass verfassten Beiträge dürfen in anderen Foren, oder HP’s nicht ohne meine persönliche Zustimmung kopiert oder veröffentlicht werden- |
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#2
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Hallo,
wieder kommt mir die immer gleiche Frage in den Sinn: vor ein paar Monaten ging der Satz "Metastasen metastasieren selber nicht" herum. Wenn das so ist, dann könnte man doch eigentlich bei vergrößerten LKs ganz in Ruhe abwarten, wie sie sich weiter vergrößern. Hast Du evtl. dazu neue Infos in Deiner umfangreichen Linksammlung ? Gruß, Michael
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Malignes Melanom pT4bN0M0, Clark IV TD12mm, Stadium IIC, 20 Jahre verschleppt
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#3
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soweit ich weiß läuft da zur zeit eine studie...laut der ärzte in bonn kann man selbst entscheiden ob man sie dann alle raus bekommt oder abwartet..das strukturiert sich jetzt um und man forscht was besser ist...alle lks raus oder abwarten!
lg |
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#4
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Hallo,
die Entscheidung "alle raus oder abwarten" gab und gibt es schon immer. Früher hat man nur gleich die ganze Lymphstation ausgeräumt. Durch die Einführung der SNB wurde die Komplettausräumung auf den Prüfstand gebracht, denn man hat gemerkt, dass diese Art von Totalausräumung in einigen Fällen wenig bis nichts bringt (überall nachlesbar). Eine radikale Ausräumung kann sogar dazuführen, dass eine spätere, weitere Operation nicht mehr möglich ist (oder mit großen chirurgischen und auch körperlichen Problemen bis zum komletten Runterfahren der Lebensqualität), weil der Weg zum LK "verbaut" wurde. Aber selbst die SNB ist nicht Standard in allen Unikliniken, da man sich nicht ausreichend sicher ist, in wieviel Prozentsätzen der WächterLK tatsächlich Auffangpotential hat. Aber dieses Verfahren setzt sich durch, da man bei Nichtbefall der SN auch keine weiteren strukturschädlichen Operationen mehr durchführt. Wenn einer der SN befallen war, dann wird häufig die LK-Station ausgeräumt, selektiv oder auch radikal. Wenn dann im Lauf der Zeit, aus welchen Gründen auch immer, ein LK in diesem Gebiet sich vergrössert, sind die Ärzte meist dafür diesen entfernen zu lassen. Meist sind sie auch gut zu erreichen und sie werden deshalb entfernt. Es gibt aber auch LK, die sich eine saudumme Stelle aussuchen, um zu wachsen, und diese kann man nicht ohne weiteres entfernen. Hier kommt dann eine regelmässige Untersuchung zum Tragen, entweder nur MRT oder im Wechsel mit Ultraschall, meist unter Anleitung des tumorboards. Bleibt der LK größenstabil wird keine OP vorgenommen, man wartet ab. Und verschiebt die Problematik des Eingriffs. Diese Vorgehensweise könnte man auch bei LKs machen, die gut erreichbar sind. Hier kommt aber die Psyche des Patienten ins Spiel. Wie man auch in diesem Forum sieht, sind nicht alle in der Verfassung eine "watch & wait"-Haltung einzunehmen. Hier wird der Chirurg eher aktiv werden müssen. Wichtig ist halt das offene Gespräch mit den Ärzten. Denn, auch das wissen wir, kann nur der Histologe definitiv sagen, was den LK hat wachsen lassen. Alle bildtechnischen Maßnahmen haben ihre Grenzen. Was den Ausspruch "Metastasen metastieren nicht" anbelangt, steht selbst die Ärzteschaft dieser Aussage kritisch gegenüber. Ansonsten kann ich nur anraten, das Gespräch mit den Ärzten zu suchen. Die kennen den Patienten, die Fakten und können eine Einstufung vornehmen, auch ob ein Urlaub in der Wärme sinnvoll wäre.
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Alle im Forum von mir verfassten Beiträge dürfen ohne meine Zustimmung nicht weiterverwendet werden. |
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#5
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Hallo,
ganz aktuell gibt es vom Tumorzentrum München vom 19.März 2010 eine Information zu " Metastasen metastisieren nicht " allerdings bei Brustkrebs. Da es aber bei allen Metas gleich ist, kann diese Info für Patienten mit gutem medizinischen Hintergrund nützlich sein. http://tumorzentrum-muenchen.de/file...0_LK_Engel.pdf Desweiteren nochmals der Auszug aus den noch aktuellen Leitlinien zur Wächterlmphknotendissektion: Eine Wächterlymphknotenbiopsie sollte ab einer Tumordicke von 1,0 mm nach Breslow durchgeführt werden. Beim Vorliegen weiterer ungünstiger Prognoseparameter (Clark-Level IV/V; Ulzeration des Primärtumors) kann auch bei geringeren Tumordicken eine Wächter-lymphknotenbiopsie erwogen werden. Die Wächterlymphknotenbiopsie sollte vorrangig in mit dieser Operationstechnik und nuklearmedizinischen Darstellungstechniken vertrauten Zent-ren vorgenommen werden. Die Wächterlymphknotenbiopsie ist eine Staging-Untersuchung („pathologisches Staging“) und keine therapeutische Maßnahme mit nachgewiesenem Wert im Hinblick auf eine Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit. Die Wächterlymphknotenbiop-sie verbessert die Rezidivfreiheit im regionären Lymphabstromgebiet und kann für die Ent-scheidung einer adjuvanten systemischen Therapie herangezogen werden. Bei Melanomen im Kopf/Hals-Bereich kann das Lymphknoten-Staging mit einer Tumordicke ab 1,0 mm in Abhängigkeit von der Lage des Tumors auch mittels selektiver Neck dissection und/oder Parotidektomie erfolgen. Bei fehlendem Nachweis einer Mikrometastasierung im Wächterlymphknoten sind keine wei-teren operativen Maßnahmen an der regionalen Lymphknotenstation indiziert. Bei Nachweis einer Mikrometastasierung im Wächterlymphknoten ist bisher nicht durch Stu-dien gesichert, dass eine radikale Lymphadenektomie einen prognostischen Überlebensvor-teil bringt. Eine Ausräumung der entsprechenden Lymphknotenstation (radikale Lymphade-nektomie) wird allerdings allgemein durchgeführt. http://www.ado-homepage.de/projekte/...om2008awmf.pdf -babs_Tirol-
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"Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben" Pearl S. Buck, 1892-1973, Literatur-Nobelpreisträgerin 1938 -Meine im Krebskompass verfassten Beiträge dürfen in anderen Foren, oder HP’s nicht ohne meine persönliche Zustimmung kopiert oder veröffentlicht werden- |
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#6
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Hut ab, babs dein Wissen fundiert auf wissenschaftlichen Aussagen ist schon Spitze.Wie Thoklem schon schreibt, wenn die Ärzte sich die Zeit nehmen würden solch Aufklärende Gespräche zuführen, zumindest mit solchen Patienten die sich für etwas Hintergrundwissen interessieren.
Die Frage ob Metastasen metastieren wurde von meiner Hautärztin mit ja beantwortet,sie fragte wer erzählt denn sowas? LG Roswitha |
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#7
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ok.........
wie soll ich das vestehen, das bei meinem mann 8 rasu sind?weil alle markiert waren?! lg |
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#8
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Hallo
Also ich kann hier nur meinen persönliche Meinung einbringen. Bei mir wurde eine Nek.Disk ,komplette ausRäumung der Region 1-5, gemacht und es hat garnichts gebracht außer nachteile ![]() ![]() Die insgesamt 30 LK und 3 Speicheldrüsen waren alle Metastasenfrei und nach nur 5 Monaten hatte ich dann meinen ersten Rezidiv. Auch zu dem Thema ob Metastasen Metastasieren ist meine Erfahrung so, das ich trotz oder Grade durch die vielen op's immer wieder neue und zum teil sogar innerhalb von 10 tagen neue Metas bekommen habe,obwohl es ja nach der großen OP den Anschein hatte ich bin Tumorfrei
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#9
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Danke für die Mühe und für die vielen Informationen, Schade das so umfassend Ärtzte nicht informieren.
Nun gut bis vor 2,5 Monaten sah ich das Abtasten der Lymphknoten, bei einer Erkältung durch den Hausarzt, auch nur als notwendiges Übel an. MFG Thoklem |
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