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#1576
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Hallo,
ich hole meine Forumsbeiträge aus früheren Jahren erneut nach oben (http://www.krebs-kompass.org/Forum/s...postcount=809), denn ich möchte nochmals etwas zum Umgang mit Hoffnung, Trauer und Tod sagen. Wer meine Beiträge in diesem und anderen Threads gelesen hat, weiß, daß ich versucht habe, der Realität und auch leidvollen "Wahrheiten" nicht auszuweichen, ohne jedoch die Hoffnung bis zuletzt aufzugeben. Die Wiederholung dieses Threadbeitrags kann vielleicht dazu beitragen, sich denjenigen Dingen zu stellen, die möglicherweise unausweichlich sind. Vielleicht ist das Nachdenken/Hinterfragen ganz besonders bedeutsam für uns aktuelle oder "ehemalige" Angehörige von Betroffenen, denn wir haben wohl alles versucht und geprüft, ob es nicht heilende Hilfe für unsere Betroffenen gibt. Wir haben einsehen müssen (oder müssen es mühsam lernen), daß wir zwar liebevoll begleiten, jedoch nicht heilen können. Ich habe als Angehöriger den Leidensweg meiner Frau und meine Betroffenenheit in einem eigenen Thread im Forum für Hinterbliebene beschrieben unter "Gemeinsame/einsame Wege bei Krankheit". Im Jahr 2000 habe ich nach 30jähriger Ehe meine Frau im Alter von 56 Jahren verloren (papilläres Mesotheliom). Nach einer kurzen Operation im April 1996 (Entfernung des betroffenen Rippenfells) wenig Beschwerden. Drei wunderbare Jahre in Hoffnung und Intensität, danach 1999 mächtige Rückkehr der Krankheit und nach 1.5 Jahren die Erlösung. Ich habe die medizinischen Details und den zeitlichen Ablauf in vielen Beiträgen dieses Unterforums sehr gut nachvollziehen können. Unser Umgehen mit der Krankheit und dem Sterben: 1996 nach anfänglichem Schock (Krebs, aber welcher? Adeno oder Mesotheliom) und vielen medizinischen Untersuchungen der Hinweis in der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg 1999(!!), daß es seit 1997 einen speziellen Tumormarker gibt, der Adeno-CA und Mesotheliom auseinanderhalten kann. (Der Tumormarker, der seit 1997 existiert, ist in der Lage, Adeno-Carzinome zu unterscheiden von Mesotheliomen. Der Marker heißt CALRETININ. Die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg ist eine ausgezeichnete Klinik auch für AHBs (Anschlußheilbehandlungen) und Reha-Maßnahmen. Sie bietet zudem an, sich dort eine fundierte ZWEITE MEINUNG (Second Opinion) einzuholen. ) Es gab eine sehr große Offenheit zwischen uns und dem onkologischen Chefarzt unserer Klinik im badischen Raum; wir hatten Hoffnung durch Chemobehandlung trotz eingeschränkter Chancen; wir haben mit dem Chefarzt wirklich ALLES besprochen. 10 Monate vor ihrem Tod Beginn der vielen kleinen Abschiede von Tätigkeiten, Hobbies; Klarheit verschaffen im Verhältnis zu ihren Geschwistern; schwer für mich: Meine Frau machte sich Gedanken, daß ich glücklich weiterleben möge. Ich habe mich ganz darauf eingestellt, ihre Wünsche zu erkennen und zu erfüllen, ganz für sie dazu sein. Enge Freunde haben uns sehr, sehr geholfen (seelisch) und mit Taten ( z.B. 2 Wochen vor ihrem Tod 24 Stunden Tag-/Nacht Wachdienst im Krankenhaus ). Wir sind wirklich Hand in Hand den schweren Weg GEMEINSAM gegangen bis zu der GROSSEN TÜR, sie ging hindurch, ich blieb zurück. Nach ihrem Tod: Systematisch bin ich die vielen (für Sie doch immer mühsamer werdenden) Spazierwege gelaufen: Alleine, mit vielen Tränen, im lautem Gespräch mit ihr, obwohl sie nicht mehr bei mir war. Aufsuchen von gemeinsam besuchten Orten und Plätzen incl. des Hospizes, indem sie die letzten zwei Tage ihres Lebens war. Wenige Tage nach Ihrem Tod: Entfernen der Kleider, Schuhe. Hier half die beste Freundin meiner Frau. Entfernen der umfangreichen medizinischen Dokumente. Mein ganz persönliches Fazit ( Trauer,Krankheit, Tod): Trauer braucht Zeit; der Krankheit/Trauer muß ich mich stellen; über Krankheit/Trauer muß ich reden können; der geliebte Mensch lebt überall in Erinnerung weiter, aber ich muß mir nicht jeden Tag Schmerzen zufügen durch Anschauen, Fühlen z.B. von Kleidung. Da wir/ich vor/nach dem Tod meiner Frau viele Möglichkeiten zum offenen Gespräch hatten, bin ich nicht in eine der sich anbietenden Gesprächsgruppen für Angehörige von Krebskranken / Trauergruppen gegangen. Ich habe es mir aber überlegt, es zu tun. Ich habe NICHTS verdrängt, ich habe keinen "SCHREIN" der Erinnerung aufgebaut. Wenn überfallartig Szenen der Vergangenheit als "Trauerwolken" über mich kamen: Ich habe Sie kommen lassen, die Wolken angeschaut, sie gefragt, wo sie denn gerade herkommen und sie wieder ziehen lassen. Ich wünsche uns, daß diese Krankheit besiegt werden kann. Liebe Grüße Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1577
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Hallo andreawhite,
sorry das ich mich erst jetzt melde, aber meinem Papa geht es sehr schlecht. Wie Du aus meinen Berichten lesen konntest, wurde bei meinem Vater die Chemo nach nur 2. Kursen abgebrochen und seit 4Wochen ist er zu Hause. Es geht ihm von Tag zu Tag schlechter. Wir haben schon alle Notwendigen Sachen zur Pflege von der BG bekommen. Irgendwie haben wir das gleiche Schicksal, Du hast ja auch noch 2. Schwestern wie ich ;-) Es ist sehr schwer den Menschen den mann über alles liebt leiden zu sehen und mann kann ihm nicht helfen, obwohl uns Papa immer geholfen hat und jetzt wo er unsere Hilfe braucht können wir nichts tun. Es ist alles sehr sehr schwer und mann braucht sehr viel Kraft um das alles durchzustehen. Wir schlafen keine Nacht mehr durch, 2 müssen immer wach bleiben. Wir haben Angst davor das er stirbt. Denn ich will noch nicht loslassen und ihn auch nicht gehen lassen. Ich bin erst 23 und jetzt wo ich Papa brauche geht er??? Das möchte ich einfach nicht. Sag mal in welcher Klinik ist denn Dein Papa?? Würde gerne mehr über die Klinik wissen. Vielleicht ist es für meinen Papa schon zu spät, aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Ganz LG an Dich, Deine Familie und vorallem an Deinen Papa. ich wünsche Dir viel Kraft.. LG Lilli |
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#1578
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Hallo Lilli23,
ich kann so gut nachfühlen wie es in Dir kämpft, aber Unerfüllbares kannst Du nicht leisten. Nehmt Euch viel gemeinsame Zeit zum LOSLASSEN, die Zeit verrinnt unwiderbringlich. Meinen eigenen unerfüllbaren Wunsch (nämlich, daß meine Frau gesund würde) mußte ich weit nach hinten schieben, es gab für uns noch eine unaufschiebbare gemeinsame Aufgabe: das LOSLASSEN voneinander. Es ist meine feste Überzeugung und eigene erlebte Erfahrung: Wir haben LOSLASSEN MÜSSEN oder MUSSTEN ES DAMALS ERST NOCH LERNEN LOSZULASSEN, denn erst dann können die Schwerkranken auch loslassen und sich mit ihrer letzten Kraft dem letzten unausweichlichen Schritt widmen. Es ist ein wirklicher wenn auch sehr schmerzlicher „Liebesdienst“: das gegenseitige LOSLASSEN. Tue es für Deinen Vater. Hand in Hand den schweren Weg gemeinsam und im Einklang gehen, ist sicher dasjenige, was der Schwerkranke braucht. Die Kräfte reichen kaum mehr zum Kämpfen, wohl aber zum liebevollen Blick, zum Streicheln oder zum Händedruck. Ich wünsche Euch viel Kraft, haltet zusammen. LG Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1579
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hallo an alle,
zu Shalom erstmal, ich weiss, dass ich so viele komplizierte Fragen stelle, trotzdem gibts du dein Bestes und es freut mich sehr...naja ich halte es schon für aufheiternd, dass was du wiedergibst. Ich bin halt noch grad mal 23 und habe vier weitere Geschwister, die alle verheiratet sind. Bin der einzige noch bei meinen Eltern. Für mich ist es halt am Schwersten damit umzugehen. Als ich diesen Forum nicht kannte, hatte ich überhaupt keine Ahnung von dieser Krankheit oder was man überhaupt was dagegen machen kann. Diese Sachen habe ich bei euch gelernt. Im Krankenhaus wird alles immer so standartgemäss erklärt, dann sagt der eine Arzt, dass diese Sache gut ist und wenn ich dann einen anderen Onkologen Frage sei es dann doch aufeinmal schlecht. Hast du vielleicht einen Tipp für gute Kliniken, die im Umkreis von 200 KM in Berlin liegen? Ich werde demnächst mit meinem Vater reden und mich an die Zeitregeln und Anforderungen für die Klinik halten, was du mir ja im obigen Thread geschickt hast. Es freut mich, dass du Lilli 23 wieder im Forum bist. Wieso haben die denn bei deinem Vater aufgehört mit allem? Da muss doch was zu machen sein...! Aus welcher Stadt kommt Ihr denn? Vielleicht könnte man deinen Vater in andere nützliche Kliniken einliefern...! Es gibt ja Krankenhäuser die einen Patienten aufgeben und die, die einen noch gut zu sich nehmen und weiterbehandeln. Ich wünsche dir Lilli23 und deiner ganzen Familie viel Kraft und Glück. Und wieder ein großen Dank an Shalom... |
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#1580
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Hallo Pioneer_e36,
google mal unter den Stichworten "onkologische" "nachsorge" "klinik" oder schlage nach in dem früher zitierten Unterforum zur Nachsorge und Rehabilitation dieses Krebsforums. Ich gehe davon aus, daß es gute Nachsorgemöglichkeiten in der Nähe von Berlin gibt und man somit lange beschwerliche Anreisen für den Patienten vermeiden kann. Vielleicht ist es auch sinnvoll und möglich (wenn Ihr meint, eine Klinik in der Nähe gefunden zu haben) mal als Angehörige vorher vorbei zu fahren und Euch selbst einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und mit den Verantwortlichen dort zu sprechen. Ich kann mich lediglich zur Kilinik für Tumorbiologie in Freiburg/Br. äußern. Übrigens: Es freut mich, wenn meine Beiträge eine Er"munterung" für Dich sein können, sie sind aber sicher nicht von mir als "aufheiternd" gedacht, denn dazu ist diese tückische Krankheit zu ernst. Liebe Grüße Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1581
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Hallo,
mein Name íst Gospa und meinem Vater geht es seit 2 Wochen extrem schlecht. Der Verlauf ist so ähnlich wie bei ´vielen anderen. Pleuraerguss, Verklebung und 2 Chemozyklen. Jetzt nur noch palliativ-Behandlung mit Morphium-Pflasetrn. Er hat Atemnot und erbricht, keinen Appetit, Schlafstörungen, Angstzustände....nie zuvor meinen Vater so gesehen. Verzweifelt. Gibt es irgendetwas , was man begleitend tun kann. Die KLinik nimmt ihn nicht mehr auf, sie sagen, wir sollen ihn zu Hause behalten-sie können nichts mehr tun. Ist es ratsam ein Sauerstoffgerät zu besorgen, was noch?Er bekommt ein leichtes Antidepressivum..was kann man noch geben? Habt ihr einen Rat?Es eilt! GOspa |
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#1582
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Hallo Gospa,
die Maßnahmen, die ihr ergreift. sollten mit dem behandelnden Hausarzt oder Onkologen abgesprochen sein, bevor ihr selbst etwas von Euch aus macht. Der Arzt allein wird entscheiden, ob nicht doch eine Einweisung ins Krankenhaus sinnvollerweise zu erfolgen hat, evtl. sogar auch um Euch zu entlasten. Es ist wohl häufiger beim Mesotheliom so, daß mit fortschreitendem Krankheitsverlauf die Atemnot größer wird. Hier kann nach ärztlichem Rat oder ärztlicher Verordnung vielleicht noch ein Sauerstoff erzeugendes Gerät eingesetzt werden, ansonsten werden im Allgemeinen palliative Maßnahmen eingesetzt (sprich starke Schmerzmedikamente bis hin zu Morphinen, die den unwillkürlichen Zwang herabsetzen, zu atmen). Bei meiner Frau war es so, daß sie zuhause ein stationäres Sauerstoffgerät hatte, daß sich den Sauerstoff auf der Umgebungsluft und destilliertem Wasser erzeugte, während der AHB/Reha-Aufenthalte erhielt sie jeweils ein mobiles "echtes" Sauerstoffgerät zum Umhängen. In der Endphase ihrer Krankheit erhielt sie Morphine. In Absprache mit der Krankenkasse kann man die Atmungsgeräte jeweils in größeren Sanitätshäusern mieten und die Kosten dürften auch von den Kassen übernommen werden. Seid einfach bei dem Schwerkranken und versucht ihm bezustehen, ihm Dinge abzunehmen, Stress von ihm fernzuhalten und ggf. erfüllbare Wünsche ohne große Diskussion zu erfüllen. Wenn ihr sprechen miteinander möchtet , so nutzt diese wertvolle Zeit, sie ist nicht wiederholbar. Wenn ihr das nicht könnt, so seid ihm dennoch nahe, es wird ihm gut tun. Ich wünsche Euch viel Kraft. Liebe Grüße Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel |
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#1583
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Hallo zusammen,
ich melde mich erst jetzt da es meinem Vater immer schlechter geht und ich bzw. meine ganze Familie kümmern uns um meinen Papa. Er quält sich seit ungefähr einer Woche. Es geht ihm von Tag zu Tag schlechter. Die Morphiumdose mussten wir auch schon erhöhen, weil die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren. Es tut mir im Herzen weh ihn so leiden zu sehen und ich kann ihm nicht helfen. Aber ich habe eins begriffen alles was wir noch für ihn tun können sind seine Schmerzen lindern und für ihn da sein. Es gibt für meinen Papa kein Hilfe mehr, die Ärzte haben ihn aufgegeben und alles was wir konnten haben wir versucht und für Papa getan. Wir haben gekämpft das er wieder Gesund wird, aber für diese Krankheit gibt es noch keine Heilung. Meine älteste Schwester und meine Mama weinen jeden Tag, ich und Bilja können es nicht. Wir beide wollen es nicht wahr haben das er bald von uns geht. Ich kann mir ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen. Es hat noch nicht klick gemacht. Ich weiß das mein Vater schwer krank ist, aber ich kann es nicht begreifen das er eines Tages nicht mehr bei uns sein wird. Shalom DANKE für Deinen Beitrag es hat mich ein Stück nach vorne gebracht. Jetzt seit dem es meinem Vater seit 1 Woche so schlecht geht und er sich nur quält, haben ich zum ersten Mal gedacht: "Lieber Gott dann nimm ihn doch und erlöse ihn von seinen qualen!" Es ist schlimm und tut sehr weh ihn so, leiden zu sehen. Es klingt auch sehr hart so etwas über seinen Vater zu sagen, aber ich denke die die das durchgemacht haben verstehen mich??!!! Musst Dich nochmal was fragen, mein Papa hat Wasser in den Füßen bekommen, hatte Deine Frau das auch?? Pioneer wir kommen aus Lehrte, das ist bei Hannover. Die Chemo wurde bei Papa abgebrochen, weil sie nichts gebracht hat, der Tumor hat durch die Chemo nicht aufgehört zu wachsen im Gegenteil er ist noch größer geworden. Die Atmung wird von Tag zu Tag schlechter. Er hat wieder Wasser in der Lunge bekommen. Wir können für meinen Papa nichts mehr tun. Ich würde mir wünschen das wäre alles nur ein Traum und ich wache auf und es ist alles so wie früher. Aber leider ist es nicht so. Gospa ich finde das es wichtig ist ein Sauerstoffgerät zu besorgen, bei uns hat das alles die BG gemacht. Die haben ein Krankenbett, Rollstuhl, Toilettenstuhl, Duschstuhl usw. besorgt. Ihr müsst zu Hause eine klare Regelung finden, die Aufgaben müssen verteilt sein. Wir sind ja 3 Schwestern und meine Mama noch. Die eine macht den ganzen Papier kram ich und meine älteste Schwester machen das mit den Medikamenten und alles was mit den Ärzten zu tun hat. Mama kümmert sich um Papa. Ich sehe es an meinem Vater wie schnell es geht. Genieß die Zeit die ihr noch habt und rede mit ihm über alles was Dich bedrückt und was Du ihm noch sagen möchtest. Hat Dein Vater denn in Deutschland mit Asbest zu tun gehabt oder nur in Kroatien? Kommt ihr aus Kroatien? Die Medikamente die Dein Papa bekommt kenne ich nicht. Mein Vater bekommt keine Pflaster, er bekommt Amineurin (gegen Depression), Kortison, Pantozol (gegen Magensäure), Folsäure, Novalgintropfen, Morphiumtropfen, Mulitbionta, Paspertin (für den Magen), das wars glaube ich. Wir haben auch in der Apotheke solche Boxen gekauft wo die Tabletten sortiert sind, für eine Woche und das ist echt gut. Es ist eine schreckliche Krankheit und für die gibt es leider keine Heilung. Danke an alle und ich wünsche allen VIEL KRAFT. LG Lilli |
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#1584
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Zitat:
meine Frau hatte damals nicht nur in den Beinen, sondern im ganzen Körper Wassereinlagerungen, die man zum Teil mit Entwässerungstabletten zu beseitigen versuchte. Zusätzliche Lymphdrüsen-Drainage durch den Krankenhaus-Masseur half nur wenig. Fest stand bei ihr, daß das Herz wegen der raumgreifenden Wirkung des Krebses nicht mehr richtig frei schlagen konnte (d.h. unter anderem gab es auch Wasser im Herzbeutel). Daraus folgten als sekundäre Effekte die Störungen der Leber- und der Nierenfunktion. Ich wünsche Euch sehr viel Kraft. LG Shalom
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#1585
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Hallo shalom,
das wird es bei meinem Papa bestimmt auch sein. Woher wusstest Du das denn alles was Deine Frau hatte?? Bei uns kommt 2mal die Woche der Hausarzt. Wir möchten Papa auch nicht mehr ins Krankenhaus schicken. Es kann ihm so oder so keiner mehr helfen. Habe gerade Nachtwache mit meiner Schwester. Papa geht es sehr schlecht, er ist auch kaum noch ansprechbar. Ich habe so große Angst vor dem Tag wenn es passiert. Habe mir gerade Bilder von früher angeschaut. Es war so schön mit ihm und ich kann mir nicht vorstellen das er bald geht. Papa war für mich immer mein Fels in der Brandung, er hat mir immer geholfen, stand immer zu mir und wenn er bei mir war habe ich mich immer sicher gefühlt und das ist heute noch so, auch wenn er schwer krank ist. Er ist und war mein bester Freund und diesen Platz wird niemals einer in meinem ganzen Leben einnehmen können. Er ist und bleibt für mich der BESTE PAPA AUF DIESER WELT. Ich bin erst 23 Jahre alt und soll mein weiteres Leben ohne meinen Vater verbringen ??? Das kann ich nicht glauben!! Ich weiß nicht wie ich bzw. wir alle überstehen sollen? Es ist echt schwer. Finde es echt super von Dir das Du immer noch im Forum bist. Danke nochmal für Deine Worte. Ganz LG Lilli |
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#1586
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Zitat:
viele Dinge, die Du jetzt erlebst, erinnern mich schmerzlich an die eigenen Erlebnisse. Wir haben unsere Ärzte sehr viel befragt und für uns ausführliche verständliche Antworten erhalten. Zudem habe ich sehr viel im deutschen und englischen Internet recherchiert. Ich habe hier im Forum also nichts anderes getan, als diese Infos auf meine Weise weiterzugeben. Das ist wohl das wenigste, was ich tun kann: Ein paar Informationen an Betroffene übermitteln. Mir hat dieses Forum sehr geholfen, meine Erlebnisse und meiner Trauer zu verarbeiten; ich gebe also eigentlich nur etwas zurück, was ich von anderen lieben Menschen hier im Forum erhalten habe. Auch wir (Freunde und ich) haben uns in den letzten Tagen des Lebens meiner Frau in der Nachtwache im Krankenhaus abgewechselt. Dabei geht einem vieles durch den Kopf, von Panikattacken begleitet. Auch ich hatte vor DEM AUGENBLICK große Angst. In vielen stillen Selbstgesprächen und stillen Dialogen mit meiner Frau (sie schlief sehr viel unter Morphium) haben wir uns verabschiedet. Ich wollte vorbereitet sein auf DEN Augenblick. Ohne das ich es wußte (aber ich muß es gespürt haben), habe ich genau einen Tag vor ihrem Tod den Weg zum Bestatter gesucht und vieles vorbesprochen und ausgewählt. Auch die Todesanzeige (mit noch unbekanntem Todesdatum) hatte ich vorbereitet und die Adressen zum Versenden zusammengestellt. Das war sicher sehr, sehr außergewöhnlich und auch sehr schwer für mich; aber ich mußte es einfach tun, um meine Panik abzubauen. Wahrscheinlich hat meine Frau bei meinem letzten Besuch vor ihrem Tod gespürt, daß nun alles vorbereitet ist und sie nun gehen darf. In der darauf folgenden Nacht wurde ich ins Hospiz gerufen (dort war sie noch zwei Tage), wo sie dann gegen 3:00 morgens starb, ohne nochmals aufzuwachen. Sie war nun von der schweren körperlichen Last befreit, die sie nicht mehr tragen konnte. Sie hatte es geschafft und ich wurde innerlich ganz ruhig im totalen Gegensatz zur großen inneren Unruhe und Anspannung die Tage zuvor. Es ist sehr schwer, das Liebste loslassen zu müssen. Du wirst diese Erfahrung schon mit jungen Jahren machen müssen. Er ist für Dich der liebste und beste Papa, das ist er auch in Zukunft. Er wird Dich und Deinen Weg weiter begleiten, wo Dein Papa auch dann sein mag. Zitat:
Liebe Grüße Shalom
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Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe) "Wilhelm Meisters Wanderjahre", 3. Buch, 18. Kapitel Geändert von shalom (20.10.2006 um 08:44 Uhr) |
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#1587
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Hallo Lili,
also da mein Vater (54J.,Isolierer aus Bosnien) mehr in Kroatien mit Asbest zu tun hatte, als in der DDR und BRD lehnt die BG es ab, zusätzliche Rente zu zahlen (also meine Mama ist Hausfrau)-nach langem Hin- und Her sind sie bereit so Sachen wie Arzneimittelgebühr oder Praxiskosten zu übernehmen und wir haben jetzt auch einen Rollstuhl und Sauerstoffgerät seit 3 Tagen; diese Geräte hat die BG auch erstmal befürwortet, bis mal Nachricht aus Kroatien kommt-ha,ha.Unglaublich. Allerdings wäre wohl ein Krankenbett auch gut und Wasch-Stuhl ect. Sicherlich würde er es nicht wollen, aber aktuell bekommt er fast gar keine Luft und schläft im Sitzen, weil er nicht mehr liegen kann.Also vor 5 Wochen wurde der 2. Chemozyklus mit Alimta und Cisplatin (kombinierte Chemotherapie) abgesetzt, denn er hatte wahnsinnige Schmerzen-sonst noch sehr fit, also Rasenmähen war noch möglich. Dann hat er sich entschieden in die KLinik zu gehen, die haben dann die Palliativmedizin eingeleitet. Also Morphiumpflaster, Novalgintablletten oder Saft, zusätzliches Morphiumpräparat in Tablettenform bei Bedarf, Magensäurehemmer, Antidepressivum.So wurde er entlassen nach 2 Wochen und seit 2 Wochen gehts bergab. Erst nur Schmerzen und Übelkeit und bisschen Luftnot. Dann waren wir am 12.10.06 noch mal in der Ambulanz vorstellig (wir kommen aus Dortmund,Klinikum Dortmund), da haben sie ihn nicht mehr aufgenommen und von erneutem Pleuraerguß gesprochen. Bei uns ist auch Endzeitstimmung, aber ich will es auch nicht wahrhaben-denn ich bin seine einzige Tochter und er mein ein und alles.Bei mir macht es auch nicht KLICK!Es wird von Tag zu Tag schlechter. Erst konnte ich ihn noch spzieren fahren, aber seit gestern kann er nicht mal mehr sich waschen gehen oder die Treppe runter und liegt bzw. sitzt. Ich habe dann (und das finde ich nochmal wichtig für dich) in der Klinik angerufen-ich wollte wissen, ob wirklich Wasser in der Lunge ist und ob es Metastasenbildungen gibt und ob es jetzt wirklich das Ende ist, oder ob die Luftnot einfach so bleibt und er so noch weiterlebt (naja, Weiterleben kann man das nicht nennen). Also, am 12.10.war nicht viel Wasser in der Lunge, aber nur noch der linke Lungenflügel intakt, der rechte Flügel voller Tumore-nicht mehr aktiv. Er hatte einen Erstickungsanfall und war ganz blau und gab furchtbare Töne von sich-da dachten wir schon jetzt ist es vorbei, aber ein bisschen sauerstoff hat wohl geholfen. Es ist so, dass wir meinem Vater nicht gesagt haben, wei schnell das geht und das der Krebs auf jeden Fall tödlich endet.Er denkt, alles lassen ihn im Stich und irgendwer muss ihm doch helfen. Wird dann aggressiv und traurig. Zur Nacht geben wir ihm Tavor, damit er wenigstens bisschen schlafen kann. Er schwitzt so sehr, dass man ihn 2 mal nachts umziehen muss.Kopfmässig ist er total fit und bekommt genau mit, dass es ihm jeden Tag schlechter geht.Wenn genügend Wasser in der Lunge ist, besteht aber die Möglichkeit ihn nochmal zu punktieren-wir haben die Ärzte in der Onkologie befragt und die würden ihn sich nochmal ansehen.Nur der Weg dorthin?Wie?nur durch Krankenwagen. Aber man weiss nicht, was Richtig ist-nachher verstirbt er im KLinikum-das möchten wir nicht. Mein Vater hat auch Wasser in Füssen und Händen, das Gesicht und Hals sind geschwollen, Ohren undLippen blau. Aber er isst noch relativ gut. Stuhlgang eher selten und Pippi gar nicht.Jetzt wünscht er sich eine Sauerstoffmaske und keinen Schlauch.Weiss nicht, ob das möglich ist und was bringt?Theoretisch ist er in guter körperlicher Verfassung, wenn die Atemnot nicht wäre. Das ist das Schlimme!Im Sommer waren wir noch in Jugoslawien bei seinen Eltern-es ist alles so unglaublichschnell gegangen jetzt. Aber das ist ja die Tücke bei dieser Krebsart. Wir fragen uns alle, ob wir wirklich alles unternommen haben und ob es falschwar, die ganze Zeit zu denken, dass es bei ihm anders laufen wird.Aber zwischenzeitlich war es auch wirklich relativ gut halt.Seine Lümpfknoten am Hals sind auch so geschwollen, dass Reden kaum möglich ist und Schlucken-zusätzliche Schmerzen. Das Morphium hemmt zusätzlich die Atmung!Jetzt bekommt er seit gestern noch Cortison gegen die Entzündung.Wenn wir das Wochenende überstehen werden wir erneut überlegen, ob man ihm durch Punktion vielleicht das Atmen erleichtern könnte.Eine Überlegung ist es wert, oder? Gospa |
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#1588
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Hallo Shalom,
vielen Dank für deine Anteilnahme. Das du dir sehr oft mit meiner kleinen Schwester (Lilli23) schreibst, weißt du ja wie weit es bei unserem Papa schon ist. Ich kann nicht verstehen, wie gemein und grausam diese sch... Krankheit doch ist. Ich kann nicht loslassen.Ich will ihn nicht gehen lassen und dabei weiß ich das es vielleicht nur noch mehr Quälerei für meinen Papa ist. Ich liebe ihn so sehr und hoffe immer noch das ein Wunder passiert. Manchmal ertappe ich mich bei diesem Gedanken und ich weiß, das ich mich selber belogen habe. Dann kommt die Wut in mir hoch und auch die Verzweiflung. Wie geht es weiter, wenn er mal nicht da sein sollte??? Was sollen wir ohne ihn machen??? Besonder leid tuhen mir meine Mutter und meine kleine Schwester(Lilli23). Ich habe meinem Papa versprochen, das ich auf beide aufpassen werde und Lilli immer helfen und unterstützen werde, weil er es ja nicht mehr kann. Mein Papileinchen hat uns viel gegeben. Er hat uns gezeigt, wie man stark sein muß, wie man ein guter Mensch wird, verständniss für andere zu haben, zu helfen wenn jemand Hilfe braucht..... ich kann ewig so weiterschreiben er ist ein toller Mensch, ein Mensch den man einfach nur lieb haben kann. Ich habe manchmal das Gefühl noch nicht alles gelernt zu haben was er alles kann und uns gegeben hat. Wir sind alle bei ihm und geben ihm, jeder von uns ein wenig Kraft. Dankbar bin ich für jeden Tag wo er noch bei uns ist. Shalom Danke nochmal von Herzen für deine Worte. Bilja |
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#1589
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Hallo ihr Leute im Forum!
Bin heute das erste mal in diesem Forum,habe aber allerdings viele Beiträge zu diesem Thema gelesen.Meine Mutter ist am 20.09.2006 verstorben mit 63 Jahren.Im Februar 06 ist die Krankheit ausgebrochen sie hat Chemo usw.alles bekommen aber nichts hat geholfen.Das Krankenhaus in dem meine Mutter war ,war für mich das letzte, ich kam mir vor wie Menschen zweiter klasse bezüglich der Leistungen und auch der Menschlichkeit!!!!Eine Woche vor dem Tod meiner Mutter habe ich die BG durch bekommen,für meine Mutter zu spät.Ich selber bin so fertig,Jetzt habe ich mir mal die zeit genommen in diesem Forum zu schreiben.Ich erlebe in diesem Forum fast immer den gleichen Krankheitsverlauf,das macht mich sehr traurig.Privat ist bei mir vieles im argen geblieben ,aber was sollte ich machen ich mußte doch für meine Mutter da sein,aber ich glaube das können nur die Leute verstehen die das ganze mitgemacht haben.Ich bin froh das meine Mutter nach einem drei tägigen Todeskampf alles hinter sich hat,ich hätte das leiden nicht länger ertragen können!!!!! ich selbst muß versuchen mein Leben wieder in den griff zu bekommen,denn ich bin Verheiratet und habe einen Sohn von 13Jahren. Ich hoffe für alle viel Kraft die sich in dieser zeit um ihre Angehörigen kümmern!!!!!! Geändert von Petra2101 (20.10.2006 um 22:48 Uhr) |
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#1590
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Ich will das nicht......
Meinem Vater geht es sehr schlecht. ER kann kaum noch atmen, in seinem ganzen Körper hat sich Wasser angesammelt, seine Füße sind so dick und zum Teil auch blau, seine Hände sind auch so angeschwollen, er ist total blass. Ich habe Angst..... Er wird uns bestimmt dieses we verlassen Er quält sich so und das tut mir im Herzen weh wenn ich ihn so leiden sehe und keiner von uns kann ihm helfen. Wir sind ständig bei ihm und lassen ihn nicht alleine. ER hat meine Mama heute angefleht das sie ihm hilft, aber wie denn???!!!! Ich kann nicht weinen, weil ich nicht glauben kann das er gehen wird. Ich will es nicht wahr haben das es so um ih steht. Ich brauche ihn noch und jetzt will er von uns gehen??!!! Ich weiß auch nicht was ich noch schreiben soll, aber falls ich mich ne längere Zeit nicht melde, dann ist es passiert. Ich wünsche allen VIEL KRAFT UND SEID FÜREINANDER DA. Ganz LG Lilli P.S. In Gedanken bin ich bei allen Betroffenen. |
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