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#661
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Hallo Katrin,
ich habe mich von dir nicht angegriffen gefühlt - im Gegenteil. Ich verstehe deine Meinung und deine Denkweise. Ich glaube, wenn es vorbei ist, sieht man es mit einer gewissen - ja - mit einer anderen Realität. Das liegt glaube ich in der Natur des Menschen, dass er, wenn noch Hoffnung in Sicht ist, die Hoffnung nicht aufgibt, sondern weiterkämpft. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie es für dich ist. Klar fragst du dich wofür stehe ich auf. Früher hast du es für deinen Mann getan, heute solltest du es für dich tun. Lern dich selber in dem Sinne besser kennen und schätzen. Ich weiss, es ist leichter gesagt als getan ![]() Das habe ich schon nach dem Tod meiner Oma feststellen müssen - sie war wie meine 2. Mutter. Ich habe ihren Tod akzeptiert, es war eine Erlösung für sie. und doch war sie nicht wie andere Omas sind. 2 Jahre hatte ich daran tief zu knabbern und habe oft geweint. Jetzt kann ich langsam nach und nach loslassen. Dein Mann ist natürlich nochmal etwas anderes. Er hat dich dein Leben lang begleitet - ihr ward quasi eine Einheit. Du kannst dich hier gerne immer und jeder Zeit auslassen, wenn es dir schlecht oder gut geht, ganz egal, wir sind für dich da ![]() Alles Liebe |
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#662
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Hallo Ihr Lieben,
hier die versprochenen Entwicklungen bei meiner Mum: Die Tumorkonferenz am Donnerstag hat entschieden, daß zur Zeit auf keinen Fall eine Chemo gemacht wird, hat aber Bestrahlungen des Kopfes empfohlen, damit evtl. die Verwirrtheit wieder verschwindet. Am Freitag hat man dann noch ein MRT der Wirbelsäule gemacht. Wir haben dann am Freitag nachmittag mit dem Stationsarzt gesprochen. Auf die Schmerzen in den Beinen angesprochen meinte er: Besonders bei Tumorpatienten werde der Medizin immer noch die Grenzen ihres Wissens gezeigt. Wir haben dann noch mit dem Strahlenarzt gesprochen. Er hat uns erzählt, meine Mutter sei am Freitag von der STation als Notfall zu ihm geschickt worden. Er habe auf den MRT-Bildern vom Kopf aber suchen müssen, was er denn bestrahlen soll. Also habe er das nicht als Notfall angesehen und nicht bestrahlt. Er möchte sowieso erst die Ergebnisse der Wirbelsäule haben, evtl. sei es dort wichtiger zu bestrahlen. Das Gesamtbild des Zustandes meiner Mutter würde nicht zu den Ergebnissen der Untersuchung passen. Weder der Tumor in der Lunge noch die Meta im Kopf können eigentlich verantwortlich für ihren Zustand sein. Wir haben ihm dann grünes Licht für seine Vorschläge gegeben, da er uns sehr vernünftig vorkam. Warum meine Mutter als NOtfall bestrahlt werden sollte, war uns auch nicht klar. So wild sind ihre Ausfälle ja auch wieder nicht und wenn er dann noch sagt, daß man die Meta suchen müsse .... Am Freitag war meine Mutter den ganzen Vormittag bei Untersuchungen und am Nachmittag als ich dort war dann nur müde und schläfrig. Sie hat fast nichts gesprochen, es sah wieder aus wie vor einer Woche. Gestern jetzt war sie wieder wach, hat gesprochen, hat auch eine halbe Tasse Suppe gegessen. Die Verwirrtheit ist gleich geblieben. Es kommen vermehrt wieder die Ausfälle, daß sie mitten im Satz nicht weiter kommt, weil ihr die Worte fehlen. WEnn man das mit einer Kopfbestrahlung wieder etwas in den Griff bekommen könnte wäre das ja schon gut. Sie hat bis jetzt 31 Gy bekommen, der Stationsarzt meinte, daß noch 15 oder 18 gingen. Den Strahlenarzt haben wir vergessen zu fragen. Ich halte mit meinem Vater Kontakt und fahre - wenn sich am Zustand meiner Mutter nichts ändert - am Dienstag nachmittag wieder nach Ulm. Ich versuche diese Woche mal wieder eine komplette Arbeitswoche zu machen. Meine Chefin ist sehr verständnisvoll und ich kann jederzeit frei nehmen wenn es nötig ist. Sie weiß aber auch, daß ich im Gegenzug dafür Sorge, daß im Büro alles läuft. So Ihr Lieben, jetzt wünsche ich Euch einen schönen Sonntag. Hier scheint die Sonne, ich habe ein wunderschönes Frühstück mit Erdbeertörtchen bekommen (hat meine jüngere Tochter gebacken). Mittagessen kocht mein Mann und heute abend gehen wir alle zusammen zu einer Theatervorstellung hier im Ort. Andrea |
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Hallo Andrea,
das sind doch relativ gute Nachrichten eigentlich - dass sie zumindest erstmal nicht dringend bestrahlen müssen ist doch schonmal ein gutes Zeichen. Die Bestrahlungen sind für den kopf ja schon ganz schön heftig. Wenn man denn so suchen muss, dann sind es doch eigentlich recht wenige oder? Kann man da nicht auch auf die Punktbestrahlung zurückgreifen? Diese ist ja weniger schädlich als die Ganzkopfbestrahlung. Die Ausfälle sind natürlich weniger gut :-( , aber ich kenne das auch von meiner Mama. Es ist zwar nicht sooft und meist fällt ihr auch wieder ein, wie der Satz weitergeht, aber ihr ist es unangenehm. Es ist schön, wenn man mit in der Firma so gut verstanden wird - ich weiss wie schwer es ist, beides unter einen Hut zu bekommen. Man ist immer angespannt. Mein Chef hat damals gesagt: Bei soetwas geht das Privatleben VOR Arbeit - das fand ich sehr toll von ihm. Ich hoffe das Theaterstück war schön? In was für einem Stück ward ihr denn? Vorhin war ich bei meiner Mama. Mein Freund war auch dabei, wir waren 5 Stunden dort. Ich habe ihr einen Kuchen mit viel Sahne und Bananen gebacken und noch gekocht. Als ich mit ihr telefoniert hatte, meinte sie ihr ginge es nicht gut und sie hat so wahnsinnige Kopfschmerzen. Ich habe das Gefühl, wenn sie nicht alleine ist, dass es ihr immer sehr viel besser geht. Leider können wir ja nicht rund um die Uhr dort sein ![]() Am Mittwoch hat sie ja nen Termin beim Psychologen, ich denke, dass ihr dieser sehr gut tun wird - ich hoffe es zumindest! Ich wünsche dir einen schönen Restsonntag - genieße ihn, man muss auch mal vollkommen abschalten können! Das dürfen wir uns erlauben, auch wenn es doch manchmal schwer fällt. Liebe Grüße Angie |
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#664
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liebe andrea, liebe mimmi
ich muß euch einfach mal sagen, das ihr ganz tolle töchter seid. genau das gleiche habe ich für meinen papa getan, ich gäbe alles, ihn noch bei mir zu haben. zu bestrahlungen am kopf habe ich keine erfahrungen gesammelt, da papa keine mehr bekam. liebe mimmi es ist ganz wichtig, das du dir auch eine auszeit nimmst. leider hatte ich das nicht getan, meine krankengeschichte kennst du ja. papa sagte mir ein paar wochen vor seinem tod, wie schlecht ich doch aussehe und wie dürre ich geworden bin. ich solle mal ordentlich essen, meinte er. vielleicht sieht er mich jetzt von oben und freut sich das es mir wieder gut geht ich wünsche euch beiden noch viele schöne tage mit euren lieben. seid geknuddelt liebe grüße iris |
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#665
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Liebe Iris,
danke für dein Lob, sowas tut immer gut zu hören, das weisst du selbst :-) ja, deine Krankengeschichte kenne ich, bei mir ist es das Immunsystem, was nicht das fitteste ist. Deshalb bekomme ich auch, wenn ich endlich wieder gesund bin eine Immuntherapie, ich bin nämlich wirklich alle 3-4 Wochen krank :-( ich bin sicher, dass dein Papa dich jetzt sieht und sich wahnsinnig freut, dass es seiner Tochter wieder sehr viel besser geht! ich glaube nämlich daran, dass ein Leben nach dem Tod kommt - meine Oma hat mir einen kleinen Wink dazu gegeben. Vielleicht interessiert es dich, ich schreib hierzu mal eine Kleinigkeit auf ;-) Als meine Oma noch lebte, habe ich sehr viel mit ihr über den Tod gesprochen. Mein Opa ist ja vor meiner Geburt gestorben, ich glaube, ich war noch nicht einmal unterwegs. Meine Oma hat das wirklich nur mir erzählt, die anderen wollten das glaube ich gar nicht so wissen. Sie sagte, als ihr Mann starb, ist etwas sehr seltsames geschehen. Ihr Mann lag ja im Krankenhaus, weil er plötzlich sehr krank wurde. ich glaub es war etwas mit den Nieren, ich weiss es aber nicht sicher. Nachts ist sie Zuhause aufgewacht. Sie wusste nicht ob das alles nur ein Traum war oder Wirklichkeit. Es klingelte als an der Türe und sie öffnete. Der Aufzug fuhr hoch. Sie öffnete die Tür und ihr Mann stieg aus dem Aufzug. Er nahm sie ganz fest in den Arm und sagte ihr, dass er sie sehr liebt aber leider gehen muss. Sie soll stark sein und auf sich aufpassen. Dann stieg er wieder in den Aufzug und fuhr runter. Am nächsten Morgen klingelte das Telefon und das Krankenhaus rief an, dass ihr Mann gestorben war. Es war natürlich furchtbar für sie - trotz dem Abschied. Zumindest sagte ich zu ihr, dass, wenn es irgendwie möglich ist, sie sich doch, wenn es mal soweit sein sollte, auch von mir verabschieden solle. Sie hat es mir versprochen - und - sie hat es gehalten. Vor über 3 Jahren wurde sie, wie sooft, wieder operiert. Zu der Zeit wurde sie sehr oft operiert, da ihre Venen oft porös waren. Die letzte OP hat sie nicht überlebt - leider. Sie war wie meine 2. Mutter, das habe ich hier schon oft erwähnt. Sie lag nach der OP im künstlichen Koma, da die Organe nicht gleich wieder gearbeitet haben. Alle haben noch gehofft, dass sie es schafft, es sah auch zu der Zeit noch nicht schlecht aus. Eines Nachts habe ich von meiner Oma geträumt. Sie lag tot im Krankenbett auf der Intensivstation. Ihre Beine waren bleich, doch dann habe ich sie noch als geist in der Luft gesehen. Sie lächelte und winkte und schwebte aus dem Fenster raus. Sie sagte mir ich solle gut auf mich und meine Mama aufpassen und sie sagte dass das Leben sehr sehr schön war, sie nun leider gehen muss. 1,5 Wochen später starb sie. Sie wachte auch nicht mehr auf. Für mich ist sie 1,5 Wochen früher gestorben als für alle anderen - aber sie hat an mich gedacht - deshalb glaube ich dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Was damals sehr schmerzlich war, ist heute eine sehr schöne Erinnerung an meine Oma, die ich nie vergessen werde.... Alles Liebe Angie |
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#666
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liebe angie
ich glaube auch das es ein leben nach dem tod gibt. meine oma, die mama meines papas, hat mir früher sehr viele geschichten erzählt. als ihr bruder im krieg gefallen ist, bewegte sich die türschlenke. kurz darauf kam die nachricht seines todes. selbst mit erlebt habe ich als mein opa tot war und aus dem haus getragen wurde folgendes: wir sind oft in den schwarzwald gefahren, da leben verwandte von uns. opa wollte immer eine kuckucksuhr. irgendwann kauften wir ihm eine. er war ganz stolz darauf, keiner durfte sie aufziehen. als er im sarg aus dem haus getragen wurde mußte er an der kuckucksuhr vorbei. genau in diesem moment blieb sie stehen. andere mögen vielleicht darüber lachen, aber es ist tatsache, ich habe es mit eigenen augen gesehen. oma versuchte sie später wieder aufzuziehen, aber sie ging nicht mehr. ich wünschte mir so, das mich papa im traum besucht. verabschiedet hat er sich als er noch lebte. sprechen konnte er nicht mehr, aber seine hände sprachen mehr als tausend worte. jetzt ist es über ein jahr her, und meine mama weiß gar nicht mehr das es meinen papa einmal gab ich wünsche dir noch viele schöne tage mit deiner mama. liebe grüße iris
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#667
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Hallo iris,
Menschen, die das für dumm halten haben diesen einzigartigen, irgendwie magischen Moment einfach nie nie erlebt. Es ist irgendwie gerade gruselig, ich liege alleine im Bett, mein Freund ist gerade im Bad und das Fenster ist auf (er wohnt im Erdgeschoss) - in solchen Momenten läuft mir immer ein kalter schauer über den Rücken... ich bin schon immer sehr sehr ängstlich, furchtbar is das ;-) Vielleicht hat deine Mama nach außen hin deinen Papa vergessen, aber ich glaub im Herzen ist er ganz bestimmt noch - und sie hätte es nie gewollt. natürlich tut es weh, weil man mehr oder weniger alleine mit dieser Trauer ist. Aber dein Papa ist deshalb sicher nicht böse - ich kann es mir nicht vorstellen, er sieht ja, wie es ihr geht. Ich habe vorhin mit einer engen Bekannten gesprochen. Ihre Mutter ist vor einem halben Jahr an Lungenkrebs gestorben und wir haben über ihre Mutter und meine Mutter geredet. Es hat sehr sehr gut getan! Eine Stunde lang gequatscht, wielange ich das nicht mehr getan habe, weiss ich gar nicht mehr. aber dieses Quatschen hat mir sehr gefehlt, ohne dass ich es gemerkt habe. Der Alltag findet sich leider (oder zum Glück) irgendwie auch nach dem Tod eines Menschen immer wieder ein. Aber ich denke es wird immer etwas fehlen. ich glaub ich werde meinen Enkeln sogar von meiner Oma noch erzählen - ganz zu schweigen von meiner Mutter, aber die ist ja zum Glück noch bei mir. Ich fange wieder mal an in Gedanken zu schwelgen, es ist schon spät und ich bin sehr müde...besser ich gehe jetzt ins bettchen ;-) ich wünsche dir eine gute Nacht und freue mich sehr, wenn du uns hier weiterhin schreibst :-) Alles Liebe Angie |
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#668
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Hallo Ihr Lieben,
heute kann ich wieder von meiner Mutter berichten, die letzten Tage habe ich nur still gelesen, konnte einfach nicht schreiben. Heute war ich wieder im KH bei meiner Mutter. Als ich kam hat sie mich erkannt und sich gefreut. Mein Vater war schon da. Später kam noch ihre Freundin. Als die Schwestern uns dann aus dem Zimmer schickten sind wir Kaffee trinken gegangen. Als wir wieder kamen fragte meine Mutter meinen Vater und ihre Freundin ob sie mit "Andrea" gesprochen hätten. Die Freundin sagte zu ihr, ja, sie ist doch da. Dann zeigte sie auf mich und sagte: siehst Du. Meine Mutter: Ja ich sehe, aber ich weiß nicht wer das ist..... Das war schlimm. Meine Mutter selbst bewegt sich fast nicht mehr, nur die Hände sind unruhig. Sie schläft viel, teilweise sogar mitten im Wort ein. Sie isst fast nichts, wird nun durch die Vene ernährt, kann wenig reden, d.h. sie verliert die Worte bevor sie sie sagen kann. Sie hat jetzt 4 von 11 Bestrahlungen und die Ärztin sagt, sie will noch ein oder zwei Tage abwarten ob der Allgemeinzustand nicht doch besser wird. Wenn nicht brechen sie die Bestrahlungen ab. Es hat ja keinen Wert meine Mutter zu quälen. Nachdem meine Mutter zu 100 % derzeit ein Pflegefall ist (sie kann überhaupt nicht laufen, stehen, selbst essen, trinken...) wäre mein Vater (67 und selbst nciht ganz fit) mit einer häuslichen Pflege total überfordert. Mein Bruder wohnt zwar in der Nähe, aber er und seine Frau bekommen im August das 5. Kind, da bleibt wenig Zeit für die Eltern - und ich bin halt mindestens eine Stunde Fahrt weg. Also im Notfall nicht da. Wir denken jetzt an ein Hospiz, wo meine Mutter eine liebevolle Pflege für die letzte Zeit (Tage, Wochen, Monate - wer weiß das?) bekommt und mein Vater sich trotzdem täglich um sie kümmern kann. Obwohl diese Entwicklung ja seit fast einem Jahr abzusehen war - seit die Metas im Kopf entdeckt wurden - ist es jetzt doch sehr schwer zu akzeptieren, daß das Ende naht. Auf der anderen Seite ist es auch kein Leben mehr für meine Mutter, sie liegt da, ist nicht orientiert, ........ Ich höre jetzt auf, jetzt kommt nichts rechtes mehr aus meinen Fingern. Andrea |
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#669
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Liebe Andrea,
das tut mir sehr sehr leid. Ich kann nachempfinden, wie schwer es für dich ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man ja so schön. Auch wenn ich jetzt sage, dass es für deine Mutter vielleicht besser so ist, damit du dich nicht so schlecht fühlst - das weisst du ja alles selber schon und es macht dich wahnsinnig traurig. Ich weiss selbst nicht, wie ich reagieren werde / würde in dieser Situation. Ich wünsche euch sehr, dass es deiner Mutter vielleicht doch noch besser geht! Meine Mutter war auch oft wirr, aber nicht in dem Ausmaß - bekommt sie denn noch Cortison? Glaub mir, Andrea, du brauchst dich nicht schlecht fühlen, wenn ihr sie in ein Hospiz gebt. Manche Menschen halten einem viel vor, manche Menschen, die einfach keine Ahnung haben. Schau, Katrin hatte die Kraft - ihr Mann war aber auch zugleich ihr Leben. Du hast dein eigenes Leben - natürlich ist deine Mutter ein Teil davon, aber es darf und sollte sich keiner Aufopfern! Such doch mal in der Gegend, in der sie in ein Hospiz soll nach einer Caritas. Die können einem meist sehr gut helfen. Selbst hab ich das zwar noch nicht ausprobiert, aber egal, wen man fragt - sie verweisen einen auf die Caritas. Wird wohl der richtige Weg sein. Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit! Wenn du dir was von der Seele schreiben willst, du weisst wohin damit! Wir haben hier immer ein offenes Ohr / Auge... Ich drück euch trotzdem immernoch die Daumen, dass sich alles doch noch positiv entwickelt. Meine Hoffnung geb ich nie so schnell auf Alles Liebe Angie |
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Hallo ihr Lieben,
es wird schlimmer ich weiss mir nicht mehr zu helfen. Die letzten Tage ging es Mama schon so schlecht. Heute geht es ihr so schlecht, dass sie sich nicht mehr alleine traut aufzustehen. Sie weigert sich aber ins KH zu gehn. Sie meint, es wird schonwieder besser werden. Auch vergisst sie immer mehr. Habe ihr gestern am Telefon erzählt, dass ich mir zu meinem neuen Kleid Schuhe gekauft hab. Hab sie ihr genau beschrieben, sie hat mich wieder geschimpft, weil ich doch sonen schuhtick habe. und heute hatte sie das schon wieder vergessen. ich habe gerade mit ihr telefoniert und wir fahren jetzt dann zu ihr. Aber ich kann sie doch nicht alleine zuhause lassen oder?? ich kann das doch nicht machen! ein freund von mir macht zivi im KH und der meint wir MÜSSEN den notarzt rufen wenn es ihr echt so schlecht geht. aber ich kann sie doch nicht zwingen oder? ich kann so verstehen dass sie nicht will weil sie angst hat nicht mehr rauszukommen. ich hab genauso viel angst. ich hab auch gar keine Kraft mehr. Es würde mir wehtun wenn sie nicht mehr raus kommen würde und es das war weil sie nicht mehr das machen konnte was sie will - ach entschuldigt, ich bin total wirr und durcheinander wir fahren jetzt hin.... |
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#671
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Hallo Angie,
es tut mir weh zu lesen, daß es Deiner Mutter schlechter geht. Ist ihr schwindlig, daß sie sich nicht mehr getraut aufzustehen, oder was ist die Ursache? Evtl. könnte Ihr bei Schwindel helfen, wenn sie einen Rollator bekommt, an dem sie sich festhalten kann. Kann übrigens der Hausarzt verschreiben. Zur Vergesslichkeit denke ich, daß es sich hier um das Kurzzeitgedächtnis handelt und das Nebenwirkungen der Kopfbestrahlung sind. Als meine Mutter gemerkt hat, daß sie vieles vergisst hatte sie Angst, daß man sie für dumm halten könnte. Ich habe daraufhin ihren Kopf mit einer großen Kommode mit vielen, vielen Schubladen verglichen. Sie hat all ihr Wissen in den Schubladen gelagert, aber jetzt vergessen, welche Schublade das ist. Das hat ihr gefallen. Es zeigte, daß sie nicht dumm wird, sondern nur nicht auf ihr Wissen zugreifen kann. Wenn Du merkst, daß sie etwas vergessen hat, was Du erzählt hast, dann versuche ihr nciht zu sagen, daß du ihr es schon gesagt hast (ist wahnsinnig schwer), aber es macht es ihr leichter, wenn sie nicht ständig auf ihre Vergesslichkeit hingewiesen wird. Ich weiß jetzt nicht ob Deine Mutter schon eine Pflegestufe hat. Evtl. wäre es eine Beruhigung für Dich, wenn ein Pflegedienst einmal täglich kommen könnte und schauen könnte, wie es ihr geht. Eine Alternative wäre ein Hausnotruf - aber der kostet ca. 40 € im Monat, und das bezahlt keine Kasse. Bei meiner Mutter geht es weiter abwärts. Wir (mein Vater und ich) haben jetzt mit dem Sozialarbeiter der Uni Ulm (der richtige Mann an diesem Ort übrigens) gesprochen und er war nach unserer Schilderung auch der Meinung, daß nun ein Hospiz der richtige Ort für meine Mutter ist. Er hat gleich im Hospiz in Ulm angerufen und am Mittwoch kommt die Leiterin in die Uni um meine Mutter und uns kennen zu lernen. Sobald dort ein Platz frei wird - schlimm, denn dafür muß ein anderer Mensch sterben - wird sie dorthin kommen. Dann kann sie zur Ruhe kommen ohne den täglichen KH-Betrieb, den sie wahrscheinlich gar nicht mehr richtig versteht. Es fällt mir langsam sehr schwer hier immer stark zu sein und den Großteil des Organisatorischen zu übernehmen. Mein Bruder fällt hier leider komplett aus - neben seinem Schichtdienst hat er Frau und vier Kinder (bald 5) und ist halt ein Mann (bitte liebe mitlesende Männer, seid nicht böse, ihr seid nicht schlechter als wir Frauen nur eben anders!!! Und Ausnahmen gibt es natürlich auch). Daneben muß ja hier bei mir im Geschäft (35 h Woche) alles laufen, Mann, Kinder und Hund verlangen ihr Recht, das bisschen Haushalt läuft leider nicht davon....... Ich will nicht klagen, aber manchmal möchte ich doch gerne in eine Ecke sitzen und erlösende Tränen weinen. Aber das klappt nicht. Liebe Grüße Andrea |
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Hallo ihr Lieben
es tut mir sehr leid was ihr gerade durchmachen müsst. Ich weünschte ich könnte wirklich helfen. Der Grund weshalb ich mich eingeklingt habe ist der Seniorennotruf. Andrea hatte gesagt das für den Notruf keine Kasse zahlt. Das ist nur bedingt richtig. Bei Pflegestufe 1 übernimmt die Pflegekasse einen Teil der montlichen Kosten, bei Stufe 2 sogar den ganzen Betrag. Nur man muss es beantragen. Ansonsten versucht ihnen Orientierungshilfen zu geben. z.B. große Kalender, große Uhren, ein Memoboard wo ihr das aktuell wichtige´aufschreibt. Versucht einen Besuchsdienst zu organisieren. Genau planen wann wer kommt um die Zeiten in denen sie allein ist so kurz wie möglich zu halten. Genießt die klaren Momente, irgendwann werden es zu wenige sein. Und habt keine hemmungen Hilfe von aussen in Anspruch zu nehmen. Es ist kein Versagen und es ist eine Entlastung so das ihr die Zeitr besser verarbeiten zu können. Ich habe meinen Mann allein zu Hause versorgt. Es ist immer noch so wahnsinnig schwer. Ich weiß nicht ob ich es noch mal allein machen würde denn ich habe jetzt 6 Monate später noch immer damit zu kämpfen das ich alle reserven verbraucht habe. Ich habe meinen Mann unendlich geliebt und "damals" empfand ich es als nicht zu schwer. Das merke ich jetzt erst im Nachhinein. ich wünsche euch alles Gute, alle Kraft die ihr braucht und keine Schmerzen bei denen die ihr pflegt. eure silverlady |
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#673
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Liebe Silverlady,
dank Dir und allen anderen, die ihre Lieben zu Hause gepflegt haben und hier im Forum von ihren Erfahrungen erzählt haben, konnte ich meinen Vater davon überzeugen, daß es besser ist, wenn meine Mutter in ein Hospiz kommt. Mein Vater liebt meine Mutter über alles und würde alles für sie tun. Aber er wäre mit einer häuslichen Pflege überfordert, auch wenn mehrmals am Tag Hilfe käme. Allein vom körperlichen her ist er rund 20 kg leichter als meine Mutter und auch ein Stück kleiner, dazu kommt, daß er selbst nicht gesund ist. Es wäre mit Sicherheit so, daß er spätestens wenn alles vorbei ist, selbst so tief ins Loch fallen würde (evtl. auch krank würde), dass er der nächste Patient wäre. So konnte ich ihm guten Gewissens raten, sich mit Pflegeheim oder Hospiz vertraut zu machen. Ich bewundere alle, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen und wünsche allen jede Menge Kraft und Hilfe! Der Vorteil von einem Hospiz für meinen Vater ist auch, daß er selbst mit begleitet wird im Trauerprozeß und hier Hilfe findet. Denn bei ihm stirbt die Hälfte seines Lebens, bei mir und meinem Bruder zwar die Mutter, aber ein Großteil unseres Lebens ist doch unsere eigene Familie. Liebe Grüße Andrea |
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#674
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Hallo Andrea, hallo Silverlady,
danke für eure Antworten. ich weiss, was du meinst mit der Ecke, in der man einmal für sich ist und so richtig losflennen kann. Das ist auch was, was mir wahnsinnig fehlt! einmal für kurze Zeit richtig einsam sein, seine Taschentücher auspacken und heulen bis es nicht mehr geht.. Nein, das sind leider keine Auswirkungen der Bestrahlung. sie bekommt nämlich immernoch keine. Am Freitag hat sie den Termin bei ihrer Psychologin. Dauert leider noch etwas. und dann am Montag ist sie bei den Ärzten, die für die Bestrahlung verantwortlich sind. Es war gestern total schlimm den Zustand meiner Mutter mir anzusehen. Ich hab jetzt schon kaum mehr Kraft. Ich hab sooft das Gefühl ich packe es nicht mehr. Sie hat etwas seltsam gesprochen und teilweise auch Dinge die ich nicht verstanden habe, weil ich nicht wusste wovon genau sie spricht. Das hat sich dann nach längerer Kommunikation gelegt. Aber als ich heim kam, hatte sie nen blauen Fleck am Kinn. Sie sagt sie hat sie angehauen weil ihr schwindelig war. Sie meinte sie hätte eine andere Definition von hinfallen. Hinfallen ist wenn man am Boden liegt und nicht sitzt. Floglich ist sie hingefallen, lag aber nicht sondern saß. Dann bin ich in die Küche...dort stand ne Kaffeetasse, die ich wegschütten wollte. Das roch dann total seltsam - als hätte sie sich übergeben müssen. Als ich fragte, was da drinnen sei, meinte sie: kaffee und milch. Bis ich dann sagte, dass sie sehr nach etwas anderem riecht...naja, da gab sie es dann zu. Dieser Zustand hält seit 3 Tagen an - ich weiss nicht was ich machen soll. Ich werde morgen gleich mal in einem Hospitz anrufen und mich erkundigen was ich machen kann, wer mir helfen kann. Was nicht gleich heißen soll, dass sie dorthin soll. Ich hoffe so sehr, dass es ihr bald wieder besser geht! Das mit dem Hausnotruf ist keine schlechte Idee. Die 40 Euro habe ich auch noch. Silverlady, das mit dem Absprechen, wer wann Zuhause ist, ist eine sehr schöne Idee , nur leider nicht annähernd umsetzbar. Die ganze Last und die ganze Arbeit bleibt an mir hängen. Wenn mich meine Familie unterstützen würde wäre das ja so schön! Aber nein, ich bin alleine. Die, die mich aus meiner Familie unterstützen würden, wohnen leider viel zu weit weg. (knapp 6 Stunden) Die Pflegestufe hat sie noch nicht, aber ich nehme an, dass sie mindestens Pflegestufe 1 erhalten wird. Wo muss ich denn die Pflegestufe beantragen? Bei der Krankenkasse? ich habe vorhin nochmal mit meiner Mama telefoniert, da meinte sie ihr ginge es minimal besser als gestern und deswegen bräuchte sie keinen Arzt. Aber ganz ehrlich, ich kann sie doch so nicht alleine lassen oder??? Vielen Dank, dass ihr mir so schnell geantwortet habt! Andrea, ich denke auch sehr viel an euch und hoffe, dass ihr noch einige schöne Momente genießen könnt! Silverlady, ich finde es sehr stark von dir, dass du deinen Mann bis zum schluss gepflegt hast. Ich weiss was du meinst mit aufopfern.. ich würde es für meine Mutter am liebsten genauso tun, aber ich glaub, danach bin ich wirklich am Ende. Natürlich musst du erstmal wieder Kraft tanken! Als meine Oma (für mich wie meine 2. Mutter) vor 3,5 Jahren starb, war das das Schlimmste, was mir damals nur passieren konnte. Sie war die Stütze, die mir meine Mutter mit ihrer Krankheit nicht sein konnte. Ich hatte über 2 Jahre daran zu knabbern, bis ich dies akzeptieren konnte. Ich wünsche dir sehr, dass es bei dir nicht solange braucht und du trotz allem irgendwann dich selbst wieder finden kannst und dein Leben mit viel Freude genießen kannst. Die Zeit heilt Wunden - da ist was Wahres dran... Alles Liebe für euch! Angie |
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#675
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Liebe Andrea und Mimmi! Hab lange nicht gelesen und geschrieben weil ich doch sehr mit mir selbst beschäftigt war und bin. Hab mir ein neues Schlafzimmer gekauft welches wir am Wochenende aufgebaut haben. Ich konnte in dem alten es war auch erst 3Jahre alt nicht mehr schlafen zu schlimm war die Erinnerung an die letzten Wochen .
Liebe Andrea es tut mir unendlich leid daß es Deiner Mutter so schlecht geht und man so garnicht helfen kann. Wenn Ihr einen guten Platz bekommt wird es für Euch , Deinen Vater und vor allen Dingen auch für Dich die Du Dir sowieso zu viel zumutest besser gehen. Deine Mutter wird dort bestimmt sehr gut versorgt und kommt auch etwas besser zur Ruhe was im Krankenhaus schlecht möglich ist. Für Deinen Vater ist es bestimmt auch besser er wäre mit der Pflege überfordert ich weiß wovon ich rede und ich weiß nicht ob ich noch mal die Kraft dazu hätte. Liebe Mimmi ich hoffe daß sich Deine Mutter wieder erholt denn die Hoffnung besteht solange man atmet. Ich hoffe alle die das gleiche Schicksal haben,haben die Kraft und Ausdauer mit Ihren Lieben noch eine schöne Zeit zu verbringen. Auch wenn Deine Mutter liebe Andrea nicht mehr alles mitbekommt glaube mir auch ein kleines Lächeln oder ein leiser Händedruck wird Dir zeigen daß sie Dich versteht und daß sie glücklich ist daß ihr um sie seid. Bei uns ist jetzt der Mann meiner Schwester aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen worden da hat der Arzt zu ihr gesagt daß er auch nur noch kurze Teit hat er bekommt auch starke Morfiumdosen. Er hat zwar keinen Krebs aber Lungenemphysem, Lungenfibrose und Baypässe und kann nicht mehr laufen und bekommt überhaupt keine Luft mehr. So hat jeder sein Päckchen zu tragen man denkt eins überstanden zu haben da lauert schon das nächste. Ich wünsche Euch allen viel Kraft für die nächste Zeit die bestimmt nicht einfach sein wird und bin in Gedanken immer bei Euch ich drücke Euch ganz fest. Über daß Leid der Anderen vergißt man sein eigenes und das ist auch gut so. Noch einen schönen Abend Eure Katrin
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