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Alt 01.04.2011, 20:24
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Morgana Morgana ist offline
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Registriert seit: 25.11.2008
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Standard AW: Herzlich Willkommen:Angehörige,Betroffene und Hinterbliebene

Guten Abend meine Lieben,
Hurra, wieder einmal Wochenende!
Morgen soll es hier auf fast 25° ansteigen. Ein Sommertag.
Meine Erkältung ist noch immer nicht weg, werde immer wieder angehustet oder treffe auf Menschen mit Mundschutz, die meist selbst niemand anstecken wollen - Himmel...gebt mir doch eine klizekleine Info bevor irgendwelche Kiddies so nah vor mir stehen....

Liebe Gabi,
ich bin froh, dass meine Worte so bei Dir angekommen sind, wie ich sie gemeint habe. Oh, ich hatte auch Probleme damit mit meinem Mann "normal" umzugehen (jetzt mal nur die "intensiv-intensive" Zeit betrachtet). Ich habe seine Hand gehalten und mit ihm Radio gehört und er hat es genossen....
Oh ja, jederzeit "per Knopfdruck" ansprechbar...er hatte da noch immer Pläne für diese Zeit nach der ITS. Einmal wurdei ich angerufen, weil er "Angst" habe und nicht zu beruhigen sei...Äh, Hallo....Da hatte man wohl vergessen, dass er die "Diskussion" der Ärzte bei der Visite sehr wohl mitbekommen hat....Ich bin dann hingefahren und habe ihm erklärt...dass der Tumor doch raus ist...allerdings es halt diese Komplikationen gibt....er hat genickt.............
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Was ich damit sagen will: Ich habe es erlebt, dass mein Mann, nach und nach....akzeptieren konnte, dass er gehen wird. Da gab es keine großen Reden/Antworten (wie auch mit Trachealkanüle), da war einfach Liebe und wahnsinniges Bedauern zu spüren. Ich habe geweint bei ihm...nicht zu viel, denn sonst hätte man mich aus dem Krampf kaum raus bekommen - Bremse angezogen (das war das Geschenk des Verstandes!). Er hat geweint und ich habe ihn gelassen...das tat mir sehr weh.

Oh ja, Gabi: Hör auf Dein Herz. Du wirst genau das Richtige tun, da bin ich sicher! Wenn er scherzen will, dann bist Du genau die Richtige, die mit ihm lachen wird! Wenn er...den Kopf schüttelt...und abwehrend wirkt, dann wirst Du still geduldig seine Hand halten. DU wirst es genau spüren, wo sein "Redebedürfnis" gerade steht. Das ist einfach so (sag ich mal, auch wenn es für manchen Leser vielleicht "überzogen" klingen mag).

Nein Gabi: Das braucht Dir nicht Leid zu tun, dass Du vielleicht Wunden aufreissen könntest bei denen, die es "erfahren" mußten...Du liest doch, dass alle, trotz ihrer "eigenen Bilder", manchmal noch verdammt frisch, sich hier treffen um DIR ein bißchen Unterstützung anzubieten - wo sonst kann man ehrlich sich austauschen, wenn die Katastrophe eingetreten ist?
Jeder, der hier im BZ ein Plätzchen gefunden hat ist gerade hier, weil man sich in Freud und Leid einfach wohlfühlen kann und: Falls es mal "seeehr kritisch" wird, dann braucht keiner Angst zu haben, hier nicht angenommen zu sein. Ich erinnere mich zu Beginn dieses Threads mal gefragt zu haben, ob es ok ist, hier zu sein obwohl ich doch...Hinterbliebene bin...
Die Zeit hat uns gelehrt, dass wir eine ganze Menge Bedrohung und...Verlust ausgehalten haben. DANKE mal an Dich, Gabi, dass Du spontan diesen Thread eröffnet hast!

Liebe Maria, Du hast so liebe Worte gefunden. Ach, es ist so schwer auszuhalten. Ich denke, Dein Mann hat seine Möglichkeit gefunden: Nix reden, aber "vorbereiten" - und: er war sich eurer Liebe sicher und wollte Dich nicht "durchquirrlen". Deine Zweifel werden sich legen...wenn Du daran denkst, dass er gehen mußte...auch, wenn er gar nicht wollte = An eurer Liebe ändert das nix!

Liebe Angelika: Dass der Weg das Ziel ist, weiß ich schon länger. Ich war dankbar meinen Mann gefunden zu haben und ihn aus Liebe geheiratet zu haben. Diese Dankbarkeit aus vollem Herzen "Ja" zu sagen ist für mich ein wichtiger Begleiter in meinem Leben. Es war einfach....überwältigend: Silvester 2003 hatte ich auf einer Party das ganz tiefe Gefühl, dass ich IHN heiraten will. Na ja...ich habe ihn mal so...gefragt...so ganz unverbindlich...wir lebten ja zusammen....
Er hat dann eines Abends während einer guten Fernsehsendung plötzlich vor mir gekniet und mich "gefragt". Jaa...wir "älteren Leute".
Dankbarkeit für die wesentlichen Dinge und daran zu denken, dass das Leben begrenzt ist, das ist für mich sehr wichtig.

Liebe bluemonday: Du weißt, wie es sich anfühlt, wenn man sich...sehr widerstrebend...trennen muß...und wie ein gemeinsames Leben einfach in Scherben fällt. Ich grüße Dich ebenfalls aus einem Umfeld de "Existierens" - denn, es ist alles verdammt anders. Da wo ICH etwas Neues erlebe...da kommt der Gedanke de Sortierens...es ist "nach" und nicht mit" = es ist...ungemütlich?!
Alles Gute für Dich!

Allen Knochis, die ich nicht einzeln erwähnt habe - sorry... einen lieben Gruß!

Morgana
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Die Seele hätte keinen Regenbogen, wenn die Augen nicht weinen könnten.
[Indianische Weisheit]
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