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Alt 04.05.2011, 14:22
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tesska tesska ist offline
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Standard AW: erfahrungsbericht meiner prophylaktischen mastektomie

hallo ihr lieben!


noch einmal kurz etwas zu den fällen, die sich eine pm wünschen, ohne dass eine bereits bekannte genmutation nachgeweisen werden konnte:

ich finde, diese op steht allen zu, die sich bei einem hohen familiären risiko operieren lassen wollen. die kostenfrage für die kk finde ich hier nicht wirklich gerechtfertigt, da sich erstens nicht alle davon betroffenen frauen diese pm dann tatsächlich wünschen und zweitens diese op-kosten im vergleich zu anderen dingen, auch zb. lebensverlängernde maßnahmen auf der intensivstation bei patienten, die durch diese maßnahmen nur noch künstlich am leben gehalten werden (noch mal eine ganz andere ethikdebatte, aber dieses enorme kostenproblem gibt es tatsächlich), absolute peanuts sind.
man kann von niemandem verlangen, bei so signifikant hohem risiko von 30% auf den joker zu warten. da stimme ich nixe absolut zu.
abgesehen davon, finde ich, das die fälle von nichtbezahlter angleichung der einen brust nach op der anderen brust und nichtbezahlter pm kein zusammenhang besteht, außer vielleicht, dass beides extrem ätzend ist und beides bezahlt werden sollte. die eine op nimmt der anderen ja nicht das geld weg.


nun noch in eigener sache zu gesprächen mit chirugen bezüglich der pm:

ich war in den letzten beiden wochen bei frau dr. a. in b., bei herrn dr. w., der zw d. und b. pendelt, und herrn dr. p. aus m.. frau dr. a. ist senologin, die beiden anderen sind chirugen, daher haben sie eine leicht andere sichtweise.
frau dr. a. macht zb. keinen sofortigen aufbau mit eigenfett, da sie der meinung ist, dass das brustgewebe ja erstmal vom pathologen gründlich untersucht werden muss (das wird es bei den anderen allerdings auch, da besteht kein unterschied!) und man eventuell bei einem krebsbefund nochmal nachoperieren muss, was dann einfacher beim implantat ist als wenn man an dem eigenfettgewebe rumschneiden muss. das eigengewebe würde sie dann so ca. 2 jahre danach benutzen. klang alles ganz gut, nur leider sagte sie nach einer weile, als ich noch fragen hatte, die könnten wir ja dann noch ein anderes mal klären, unsere halbe stunde wäre nämlich schon um. ich weiß ja, dass die ärzte stress haben, aber da war sie mir dann schlagartig eher unsympathisch und ich fand sie vorher auch nicht berauschend nett, sodass ich mich bei ihr nicht mehr melden werde. man muss ja auch menschlich passen, sollte man nie unterschätzen.
ganz anders dann herr w., der jetzt neu an der c. in b. ist. er nahm sich 1,5h zeit (am karfreitag, weil ich nicht anders konnte!!!) und erschien mir extrem kompetent und sympatisch. in d. haben sie wohl die europaweit beste klinik, was den aufbau mit eigenfett angeht. hört sich sehr gut an. er nimmt dann sein wissen für jeweils 14 tage mit nach b. und wird in zukunft an beiden standorten operieren. jedenfalls macht er jegliche eigengewebs-ops und auch silikon. für mich käme eigengewebe aus dem po in frage, auch wenn dieses fett eher fest ist im vergleich zum weicheren bauchfett. vom po kann man fett der oberen hälfte oder eben aus der unteren nehmen. die obere hinterlässt wohl deutliche dellen, sodass dann der rücken verlängert aussieht. für mich käme die untere pohälfte in frage. die op würde dann pro seite 7-8h dauern, jede seite muss für sich operiert werden, dazwischen liegen mindestens 3 monate. sitzen muss man dann erstmal in entspannter haltung, also so halb unter den tisch gerutscht .
herr p. aus m. würde bei mir eher erstmal einen silikonaufbau machen. er findet, eigengewebe ist etwas, was man sich als trumpf quasi noch in der hinterhand halten sollte, falls denn etwas mit dem silikon schief geht. außerdem ist er der meinung, dass man dann auch erstmal abwarten kann, wie sich der busen noch in den schwangerschaften verändert und dann eben später final eigenfett transplantiert. soweit ich das verstanden habe macht er das auch nicht selbst, sondern würde einem dann kollegen empfehlen. bei silikon würde er dann mit einem titannetz arbeiten, schweinehaut überzeugt nicht so extrem als dass er es bei mir dann benutzen wollen würde. das beruhigt mich auch, da die schweinehaut ja selten von den kassen übernommen wird und ich sie mir mit 10 000 euro auch einfach nicht leisten kann. (zitat von ihm: "na hier in m. macht man das dann halt", war aber mit nem augenzwinkern, hehe.) aber das titannetz reicht wohl auch.

nun bin ich hin und hergerissen, zw. erstmal nur silikon rein (der termin bei herrn p. könnte schon im mai sein) und später der eigenfettaufbau ausm po oder eben gleich die größeren po-ops (schönes wort ) hinter mich zu bringen, die allerdings wohl erst in vielen wochen stattfinden können, weil herr w. so ausgebucht ist. ich habe nämlich noch keine kinder und denke, dass es später nur schwieriger wird, die ops ins leben einzubauen. noch muss ich mich nur um mich selbst kümmern, da ists nicht so schlimm, wenn der haushalt schleift.


ich hoffe der roman hat jetzt niemanden umgehauen... ihr könnt mir gern schreiben, wenn ihr mehr wissen oder auch die kontaktdaten der ärzte haben wollt.

viele liebe grüße an alle,
tesska
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