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Alt 18.08.2012, 20:06
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HelmutL HelmutL ist offline
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Daumen hoch AW: Hinterblieben, nur wo?

Kleine Fee,

es ist Hartmut ein ganz spezielles Anliegen, dass seine Leser lächeln beim Lesen.

Lola,

wir betonieren schon fleißig an der/den Landbahnen

Ulphin,

Vorsicht. Hartmut kann sehr eitel sein. Nicht, dass er noch überschnappt. Dann hab ich gar nichts mehr zu lachen.



15.07.

15 Uhr. Radio an, leise. Ein kleines Mittagsschläfchen auf der Couch.

Boah! Muss das sein? Der Poisel singt. Bilder kommen hoch. Schwer und dunkel. Die letzten Tage, die letzten Stunden. Ich sehe die Augen. Zu Hause, auf der IS. Das Gesicht abgrundtief müde und traurig.

Was geht dahinter vor? Angst? Trauer? Wut? Verzweiflung? Panik? Einsicht? Gewissheit? Vielleicht sogar irgendwann Frieden? Akzeptanz? Resignation? Ist das, was ich sehe, nicht mein Blick nach drinnen sondern es ist für uns gedacht? Für unsere Kinder? Für mich?

Versuche, mich zu wehren. Keine Chance. Gedanken rasen unfassbar durch den Kopf. Was passiert in Menschen, die wissen, dass sie jetzt sterben werden? Wie ist das? Was geht da ab? Was wird das mal bei mir sein? Werde ich das von damals nochmal erleben? Die Chancen stehen 50/50. Wie werde ich das erleben, so oder so? Wie meine Freundin, so oder so? Dabei, verblüffend, fällt mir ein: sie ist immer mindestens im zweiten Atemzug dabei, ein fester Bestandteil. OK dann, ich lasse mich fallen und werde langsam ruhiger. Ein seltsames Gefühl kommt. Ich fühle meinen Körper. Sein Gewicht auf der Couch. Ich bin verblüfft. Was ist das und versuche es nochmal zu fühlen. Konzentriere mich drauf. Es geht, das Loch verblasst langsam und ich schlafe ein.

"Mach dir keinen Kopf. Du kannst die Grenze nicht überschreiten. Es ist gut so wie es ist. Alles ist gut. Geh zurück. Du lebst. Du kannst es fühlen."


Danke.


"Denn wann es (das Leben) zu Ende ist, das bestimmt jener, der dich einst hat ins Dasein treten lassen, wie er jetzt dein Ende beschlossen hat. Du aber bist unschuldig an beidem. Scheide darum in Frieden. Denn auch er, der dich in seiner Weisheit abberuft, ist voller Frieden."
(Marc Aurel (121 - 180), römischer Kaiser und Philosoph)


Damals wollte ich das Buch entsorgen. 2 Jahre lag es im Staub meiner Baustelle unten. Nun lese ich darin, am Abend nach der Geschichte von oben und aufgeregt springt mich dieser Satz an. Zufall?


Alles Liebe,

Helmut
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Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
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