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Alt 01.07.2004, 16:08
Gast
 
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Standard Krankheitsverlauf bei einem Glioblastom

Hallo,
ich muss jetzt, gemeinsam mit meinem Bruder und meiner Mama, eine für mich schwere Entscheidung treffen. Soll mein Papa nochmal in die Röhre oder nicht?
Er war ja nach über 6 Wochen absoluter Nichtansprechbarkeit und Teilnahmslosigkeit auf einmal recht mitteilsam gewesen. Hat auch wieder etwas getrunken, ohne Probleme, wie die Schwester sagte. Hat gesprochen und geschrieben und ganz adäquat den Kopf geschüttelt oder genickt. Auch hatte man den Eindruck, dass er interessiert Fernsehen guckt. Daraufhin hatte ich mit der Tumorärztin von der Uni, wo mein Papa vorher war, gesprochen und sie fand es auch erstaunlich, dass er nach so langer Zeit wieder so "fit" war. Aber sie meinte auch, sein Zustand nach der OP war sowieso schon sehr untypisch. Auch sprach sie davon, man könnte meinen, der Tumor hätte aufgegeben.
Mittlerweile geht es meinem Papa aber auch wieder schlechter. Er schläft wieder überwiegend und wenn er wach ist, reagiert er nicht. Nur wenn man permanent etwas vor seine Augen hält und nicht aufhört zu fragen kommt hin und wieder eine Nicken oder Kopfschütteln.
Ich denke allerdings auch, sein Verhalten bzw. Nichtverhalten könnte auch von einer schweren Depression herrühren.
Jetzt wird uns angeraten doch doch ein MRT machen zu lassen. Dies würde allerdings eine enorme Belastung für meinen VAter bedeuten. Er fand es damals schon schrecklich. Und sagte danach "es ist so furchtbar laut da drin". Er hatte auch Angst.
Was mich auch sehr berührt, ist, dass er auf Fragen nach seinem Befinden mit "beschissen" geantwortet hat. Und das jetzt schon zweimal. Einmal bei mir und einmal hat mir die Schwester im Heim davon erzählt. Er tut mir so leid :-(. Ich hatte mal einige von Annekens Sprachkarten vor ihm ausgebreitet und ihn gefragt, welche Situation am ehesten zu ihm passt. Da hat er nach dem Kärtchen gegriffen, auf dem eine Figur mit erhobenen Händen und einem dicken Fragezeichen über dem Kopf zu sehen war. Er macht sich also schon so seine Gedanken über sich und seine Situation. Ich konnte ihm das dann auch nur so erklären, dass er sich eben von seiner OP am Kopf überhaupt nicht erholt hat und deswegen jetzt hier liegt (im Pflegeheim). Daraufhin hat er genickt und vorbei wars mit Reaktion.
Ein bisschen gebe ich mich ja der Hoffnung hin, dass der Tumor nicht gewachsen ist und alles mit einer abgrundtiefen Depression zu tun hat. Wenn es so wäre, könnte man diverse Therapien mit ihm machen. Angefangen mit Logopädie über Ergotherapie u.ä. .Aber sicherlich gehe ich auch eher von einem Rezidiv aus. Was kann, was will ich meinem Papa zumuten? Nur, damit ich Bescheid weiß?
Aber ich denke schon, dass wir uns für eine Nachuntersuchung entscheiden werden. Mein Bruder hat sich auch noch Bedenkzeit ausgebeten und mit meiner Mutter habe ich darüber noch gar nicht geredet. Sie ist im Moment so fix und fertig. Sie muss nächste Woche selbst ins KH, will aber auch von niemandem Hilfe annehmen. Übers Wochenende werde ich mir noch Zeit lassen.
Alles Gute für euch
Gabi
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