AW: Unsere gemütliche Kaffeelounge für alles Wichtige und Unwichtige
Hallo Ihr Lieben,
heute möchte ich einmal etwas grundsätzliches erörtern.
Wir alle hier haben etwas mit Krebs im Bereich zwischen Zunge und Speiseröhre zu tun. Entweder sind wir selbst davon betroffen oder möchten jemand unterstützen der sowas hat.
Ist es deshalb nicht schön, dass es eine "Kommunity" wie unsere gibt, wo viele dabei sind um anderen mit Ratschlägen zu helfen.
Diese Hilfe ist manchmal gar nicht so einfach. Ich weiß es, weil ich hier nun schon mehr als 12 Jahre dabei bin (etwa 6 davon als Moderator).
Oft erreichen uns hier Anfragen die genaue Antworten haben möchten, die aber so ungenau ausgedrückt sind, dass niemand hier richtig beraten sondern nur raten kann. Das aber wollen wir hier nicht.
Es wäre also schön, wenn die Fragenden schon die Erfahrung mitbringen, die wir hier haben. Auch das ist unrealistisch.
Was nun tun?
Ganz einfach: Als erstes sollten wir beruhigend auf die Frage eingehen um durch gezieltes Nachfragen genaueres zu erfahren.
Das klappt dann meistens, wenn der betroffene Patient seine Ärzte entsprechend löchert.
Gemeinsam mit den ärztlichen Antworten und unseren Tipps bauen wir die Erfahrung des Betroffenen auf - er wird dann sehr schnell genau so fit wie wir.
Was wir hier im Thread, der sich im weitesten Sinne um Kehlkopfkrebs handelt, nicht vergessen dürfen, ist die Tatsache, dass es sich hier bei diesen "wenigen Centimetern Abstand" aus ärztlicher Sicht um mehrere Regionen mit eigener Bezeichnung handelt.
Ich nenne einige: Larynx, Pharynx, Hypopharynx und dann kommt der Mundbereich oder die Speiseröhre dazu. Jede Region hat ihre eigenen Krebse mit besonderen Eigenschaften. Dann gibt es noch Krebse, die nicht wissen in welche Region sie eigentlich gehören.
Das ganze erfordert viel Erfahrung bei den Ärzten. Wie wir hier oft sehen, ist es nicht so einfach dann die richtige Therapie zu finden.
Was bedeutet das nun wieder für uns?
Wir können hier nur über die eigene Erfahrung berichten und diese an den Fragenden anpassen.
Wir müssen genau lesen und ebenso genau auf die Fragen eingehen.
Was wir aber auf keinen Fall dürfen sind Ratschläge geben, die einer Diagnose nahe kommen.
Wir dürfen bei dem Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen von Behandlungen nicht glauben, dass jeder jede Behandlung gleich verträgt, deshalb sind bei Medikamenten und Beschreibungen von Behandlungen immer alle eventuell möglichen Nebenwirkungen aufgezeigt. (Aus gutem Grund).
Manchmal Seitenweise. Auch wenn wir wissen, dass eine angegebene Nebenwirkung hier noch nie aufgetreten ist, dürfen wir nicht sagen, die gibt es nicht, sondern wir dürfen berichten, dass wir das noch nicht gehört oder gelesen haben und es deshalb wohl unwahrscheinlich sein wird.
So, jetzt habe ich viel geschrieben und hoffe, dass wir jetzt in Zukunft wieder gemeinsam und positiv den Kampf gegen den Krebs führen werden und uns
nicht weiter um "wenige Centimeter Abstand" streiten müssen.
Wir dürfen uns aber über jede, jeden freuen, die/der hier mithilft anderen die große Angst vor dem Krebs, welchem auch immer, zu nehmen.
So, jetzt haben wir alle einen schönen Cappu verdient
Alles Liebe
Wolfgang
PS. Weil es einfacher war, habe ich nur in männlicher Form geschrieben, gemeint sind selbstverständlich auch alle Frauen.
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Hilfe für Kehlkopfoperierte gibt es auch unter: Bundesverband der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e. V.
www.kehlkopfoperiert-bv.de
Geändert von wolfgang46 (08.02.2014 um 20:49 Uhr)
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