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Alt 25.11.2015, 05:43
Fin-ja Fin-ja ist offline
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Standard AW: After-Chemo-Thread

Liebe Resi!

Ja, das Kämpfen für eine gute Behandlung kann schon sehr viele Nerven kosten und auch ermüdend sein. Mir fällt das auch sehr schwer, doch ich habe da erst als meine Mutter ihre Krebserkrankung und seitdem ihre schwere Niereninsuffizienz hat das besser gelernt und für mich selbst fällt es mir noch schwerer, aber auch da versuche ich es.

Du schreibst:
Zitat:
Zitat von Resi HST Beitrag anzeigen
Mit der Strahlentherapie ist das so eine Sache. So einfach unterbrechen dürfen die gar nicht, dass muss begründet und begutachtet werden. Auch heute, als ich wieder anfing wurden erst mal Fotos gemacht, damit ich auch wirklich wieder darf.
Wahrscheinlich wird dann ab und an weiter gemacht, damit die Arbeit für das Gutachten wegfällt.
Ich bin jedenfalls froh, dass die Ärztin unterbrochen hat. Da nur noch acht Bestrahlungen anstanden, hätte ich wahrscheinlich die Zähne zusammengebissen und durchgezogen. Aber Du hast schon recht, wahrscheinlich hätte man schon früher unterbrechen müssen. Ich habe es selbst nicht eingefordert. Hatte die Kraft nicht und wollte nicht schon wieder nörgeln. In der Chemo hatte ich mir damit reichlich Feinde gemacht.
Patientinnen, die alles selbst in die Hand nehmen, sind einfach in dem System nicht so gern gesehen. Ich mache Arbeit und kratze an dem Selbstverständnis der Mediziner.
Ob die Ärztin mehr Aufwand hat oder nicht, das darf nicht wichtig sein für die Entscheidung, wie sie dich behandeln muss: Nämlich richtig! Und wenn da früher eine Pause dazu gehört hätte, dann muss die Pause sein. Egal, ob dann ein Gutachten sein muss oder nicht. Waren Dosis und Bestrahlungstechnik richtig? Dass sie zugelassen hat, dass deine Haut sogar schwarz wurde, ist doch unverantwortlich.
Und bitte hör doch noch mehr auf dein eigenes Gefühl und das, was du selbst weißt und sprich viel eher an, wenn du etwas hinterfragen willst.
Meine Psychotherapeutin gab mir, als ich Probleme in meiner Onko-Praxis hatte, mit auf den Weg: "Sie sollen dort nicht den Orden für die beliebste Patientin gewinnen, sondern den Orden für die am besten behandelte Patientin. Und dazu dürfen Sie dort auch hartnäckig sein und erst gehen, wenn Sie geklärt haben, was Ihnen wichtig ist." (Es ging ja nicht um einen Schnupfen, sondern wirklich sehr wesentliche Dinge zur Behandlung.) Mir hat das sehr geholfen und auch die Erinnerung daran, wie ich gegenüber Ärzten nicht locker ließ als meine Mutter mehrfach falsch behandelt wurde und ich dann sehr aufpasste - eine Ärztin von mir, der ich es erzählte, sagte dann, ich hätte meiner Mutter damit Lebenszeit erkämpft. Das gibt mir manchmal Kraft, um weiterzumachen - freundlich, aber hartnäckig.

Bitte nimm dir allen Mut und alle Kraft, um für deine Gesundheit zu kämpfen!

Liebe Grüße
Fin-ja
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