Hallo zusammen

, hier mal wieder etwas von mir.
Es gab schon wieder so viele Beiträge, dass ich nicht mehr zu allem meine Erfahrungen schreiben werde. So vieles wurde ja schon gesagt.
Liebe Ameise,

, ich nehm dich mal fest in den Arm. Auch solche depressiven Tage gibt es. Wieso sollten wir denn dauernd fröhlich sein, diese Krankheit und ihre Therapie ist kein Zuckerschlecken. Du schriebst gestern, dass du kein Cortison mehr hast. Das könnte übrigens ein Grund sein für diese Stimmung. Ich habe eine Weile gebraucht, um dem auf die Schliche zu kommen und kann es nicht mehr mit Gewissheit sagen, ob es so ist, aber es scheint ein zeitlicher Zusammenhang zu bestehen zwischen meinen Tiefs und dem Absinken des Kortiosonpegels. Ich wünsche dir, dass das auch bei dir so ist, dann fühlst du dich bestimmt schon bald wieder optimistischer.
Liebe Brigitta, ich verbringe viele meiner Wochenenden ganz in der Nähe von dir, am Etzel im Ferienhaus von meinem Schatz (wo ich auch jetzt gerade bin). Das mit der schulpflichtigen Tochter hast du irgendwie falsch rausgelesen oder verwechselt. Meine beiden Töchter sind 25 und 23, zwar beide noch in Ausbildung aber definitiv aus der Schulpflicht. Dazu habe ich noch 2 Söhne, 27 und 21.
Super, dass die 1. Taxol so gut rein ist und du die Übelkeit in Schach halten konntest.
Liebe Mariesol, Sunshine und Peaches
Auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich hatte auch zuerst 4 EC und habe jetzt die 2. Taxol, das bei euch oft als Paclitaxel bezeichnet wird. Dazu mache ich komplementär TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und bekomme dort Akupunktur und Vitalpilze (Reishi, Enoki und Agaricus) für das Immunsystem und den Blutaufbau. Mir geht es während der Chemo bis jetzt überdurchschnittlich gut, was ich auch auf das TCM zurückführe.
Falls Resi das nicht mal kürzlich gemacht hat und ich es überlesen habe, hier ein Literaturhinweis zu einem ausgezeichneten Buch zu zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten und was man selbst noch machen könnte: Gemeinsam gegen Krebs von G. Dobos und S. Kümmel. In Sachen Ernährung finde ich auch das Buch "Krebszellen mögen keine Himbeeren" eine gute Leitlinie. Für die Übelkeitsphase während der Chemo ist, wie viele geschrieben haben, die beste Strategie das Lustprinzip. Ich hatte mir extra Hühnersuppe nach TCM gekocht. Im ersten Zyklus hat sie prima geschmeckt, danach habe ich sie mit "krank" assoziiert und musste sie weglassen. Im 3. Zyklus habe ich sie in Kürbissuppe "versteckt", damit ich sie essen kann.
Liebe anderen

Ich hoffe, es geht euch allen so gut, wie es die Umstände gerade erlauben. Ich habe alle Beiträge gelesen und mich mit euch über die diversen guten Nachrichten (Ute, Jacqueline, Ameise) gefreut und mit peaches gehofft, dass die Chemo nicht verschoben wird. Ich kann dir so gut nachfühlen, was für eine Enttäuschung das ist, wenn es nicht klappt und staune nur, wie verschieden die Leuko-Werte interpretiert werden können.
Ich verbringe wieder einmal das Wochenende im Ferienhaus. Heute sind wir bei strahlendem Wetter viel gelaufen und haben den ganzen Tag von Sonnenaufgang bis -untergang draussen verbracht.

Bis jetzt reicht die Energie immer noch, um den Wanderweg vom Auto bis zum Ferienhaus in einem Stück zu bewältigen, obwohl ich so langsam finde, dass es auch schon mal besser ging. Auch melden sich die Handgelenke ab und zu mit Schmerzen - aber vielleicht habe ich bloss zu viel gestrickt?
Die letzten beiden Tage (Do und Fr, also Tag 2 und 3 nach der 2. Taxol) waren sehr anstrengend, weil wir am Donnerstagabend traditionellerweise einen Elternanlass in meiner Schule haben. Natürlich weiss niemand so genau, wo die Deko-Sachen sind, wie alles eingerichtet wird usw. Da musste ich mehr mithelfen als beabsichtigt. Und abends dann natürlich präsent sein, wenn die Eltern kommen. Es war eine schöne Feier, aber ich war doch recht k.o.
Am Freitag habe ich die Schüler/innen dann noch ins Hallenbad begleitet, damit noch eine Aufsichtsperson mehr da ist. Ich war selbst nicht im Wasser, da hätte ich mich outen müssen, dass meine Locken schon lange nicht mehr meine eigenen sind.

. Aber da auch die anderen Lehrpersonen nicht im Wasser waren, fiel das nicht weiter auf.
Nun bin ich aber froh, dass Schulferien sind, auch wenn ich nur einen Tag pro Woche unterrichte. Es gibt trotzdem immer mehr Trubel, auch wenn ich mich so stark zurücknehme wie möglich.
Ganz liebe Grüsse, haltet euch weiterhin so tapfer,
Sylvia