Thema: meine Mama
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Alt 04.02.2005, 15:48
Gast
 
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Standard meine Mama

Yuhu,
also nicht, dass ich hier als Säufer abgestempelt werde - es waren 3 Flachen zu dritt, wobei der männliche Part sich etwas früher verabschiedet hat - Weichei ;-) ... na, okey, der hatte ja heut' vormittag auch noch einen geschäftlichen Termin.

Janne, das wird ein ziemlich langwierige Sache, bei der Ganzkörperbehaarung mit dem Nasenharrtrimmer durchzustarten - probier' doch lieber mal mit Warmwachs.
Eine Freundin hat sich bei ihrem Liebsten damit mal versucht ... ... er hat sich in allen Details bei uns ausgeweint - dieser Hosen-Scheisser, Weichspül-Benutzer, Schatten-Parker, ...

Der gestrige Abend fing bescheiden an, indem ich einen Brief von einer Anwaltskanzlei in meinem Briefkasten gefunden habe und wurde jedoch immer besser, da quatschen mit Freunden im allgemeinen hilft - über C. im allgemeinen, über das ganze letzte Jahr mit der Krankheit, die Trauerfeier, meine Trauer und über die herzallerliebsten Schwiegis.
Der Brief war in Namen der Schwiegis - die wie ich annehme - sauer sind, dass ich Erbin bin und wollen nun ein Darlehen zurückfordern, dass an ihren Sohn geleistet wurde. Ich weiss davon selber nichts und habe auch keinerlei Unterlagen drüber. Naja, mir bleibt nix übrig ich muss jetzt halt auch zum Anwalt. So ein Sch..., als hätte ich nicht genug an der Backe. Es gab aber immer nur Probleme mit Ihnen. Keine Freundin wurde je akzeptiert an seiner Seite, ebenso wenig meine Wenigkeit. Die Mutter war immer eifersüchtig und er hätte ein Leben lang nur ihr Sohn sein sollen.
Ich habe ihn ihr weggenommen. Ich habe wirklich inständig gehofft, dass man durch die schlimme Erkrankung zusammenwächst, einen gemeinsamen Weg findet. Es ging doch schließlich nur um ihn. Aber weit gefehlt. Mir wurde das Leben schwer gemacht, wo es nur ging und C. musste zusätzlich leiden. Wenn sie zu Besuch waren, war ich in unser eigenen Wohnung nur geduldet und wurde ignoriert. So wurde zeitweise nur für drei Personen Essen gekocht. Ich könnte euch jetzt jede Menge Storys erzählen, aber das würde dem Rahmen sprengen. Höhepunkt war drei Wochen vor C.'s Tod in "Zusammenarbeit mit dem Hausarzt" eine Zwangseinweisung ins Krankenhaus. Für C. war es Erniedrigung pur und hat ihn endgültig gebrochen. Für die Eltern war es ein letztes Mal Macht auszuüben, ohne jemals zu verstehen, was sie ihrem Sohn da angetan haben.
Ich bin nur froh, dass ich ihn am nächsten Tag wieder nach Hause nehmen konnte. Und C. zu Hause einschlafen konnte, so wie er es wollte.
Ich finde es nur so unheimlich traurig, dass sich mein Engel nicht nur mit seiner Krankheit und dem bevorstehenden Tod sondern auch noch mit dem Verhältnis zu seinen Eltern auseinander setzen musste. Das hätte nicht sein müssen ... !!!???

Naja, jetzt hab' ich halt weiterhin Ärger mit denen. Und es nervt unheimlich und jetzt auch noch übern Anwalt. Bin auch gespannt, ob und wiviel sie noch zusätzlich am Pflichteil einfordern wollen.
Und jetzt muss ich auch noch zusehen, dass ich irgendwelche alten Sachen von C., die noch in ihrem Haus sind, abhole. Ich bin ja Erbin und sie will die Sachen aus ihrem Haus haben, sonst wird auf meine Kosten eine Speditionsfirma beauftragt. Und ich hab' nich mal Auskunft bekommen, um was es sich alles handelt.

Das Leben ist wie eine Hühnerleiter - kurz und beschissen!

So, für's erste genug gejammert, aber versprochen es kommt noch mehr ;-)
VIELEN DANK für's Zuhören, es tut gut alles niederzuschreiben.

bis später, eine traurige und entnervte Jazz
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